Trotz Krisenstimmung bei Start-ups gibt es einige deutsche Unternehmen, die in diesem Jahr zum Einhorn werden könnten, wie eine Liste von „Tech Tour“, einem Zusammenschluss europäischer Kapitalgeber, zeigt.
Von diesen Start-ups hat der Großteil den Posten des Finanzvorstands schon besetzt – neben Newcomern sind einige bekannte Namen dabei. Das sind die CFOs der Einhorn-Kandidaten.
Micha Grüber ist CFO bei 1komma5
Beim Solar-Start-up 1komma5 ist Micha Grüber CFO. Er leitet die Finanzen seit August 2021 und ist Co-Founder zusammen mit Philipp Schröder, der das Gesicht des Unternehmens ist. Die beiden arbeiteten bereits beim Fintech Capinside zusammen, das Schröder gegründet und an Universal-Investment verkauft hatte.
Auch dort war Grüber schon Finanzchef. Zuvor war er Kaufmännischer Leiter bei Sabio und Mitglied der Geschäftsführung bei Halbersbacher Privathotels, wie seinem Linkedin-Profil zu entnehmen ist. Außerdem war der Start-up-CFO im Investmentbanking tätig.
Ebenfalls aus dem Investmentbanking kommt Frank Posnanski. Er ist erst seit Februar CFO bei dem Elektrolyse-Unternehmen Sunfire, ein weiterer Einhorn-Anwärter. Das Start-up hatte den Posten im November 2020 erstmals mit Stephan Garabet besetzt. Nun löst Posnanski seinen Vorgänger ab.
Posnanski ist kein Unbekannter: Er war CFO beim Pharmaunternehmen Nextpharma und in gleicher Funktion rund sieben Jahre bei Tele Columbus tätig. Dort begleitete er den Börsengang des Unternehmens im Jahr 2015. „Mit Frank Posnanski haben wir einen sehr erfahrenen Finanzexperten für Sunfire gewinnen können“, betont Frank Mastiaux, Vorsitzender des Beirates.
Sowohl 1komma5 als auch Sunfire sollen Medienberichten zufolge kurz davor sein, eine Milliardenbewertung zu erreichen. Demnach sind beide Unternehmen derzeit in Verhandlungen mit Investoren über weitere Finanzierungsrunden.

Die CFOs von Caresynatax und Resolve Biosciences
Bei Caresynatax ist mit Claire Masterson eine Quereinsteigerin CFO. Sie ist seit Mai 2020 für das Medizintechnik-Unternehmen tätig, das eine OP-Software entwickelt, mit der Gesundheitsdaten analysiert werden können. Davor war sie Global Finance Director bei dem Londoner Unternehmen Stallergenes Greer.
Masterson hatte zunächst Englische Literatur studiert, aber während eines Jobs bei Waypoint ihre Leidenschaft für Finanzthemen entdeckt, wie sie in einem Interview gegenüber dem Recruiter „La Fosse Executive“ berichtete.
Ein weiterer internationaler Import ist Erik Wiberg. Für ihn ging es aus den USA nach Deutschland. Wilberg leitet seit September 2021 die Finanzen bei dem Start-up Resolve Biosciences. Zuvor war er CFO bei Reva Medical in den USA und in gleicher Funktion bei dem amerikanischen Unternehmen Gyros Protein Technologies tätig.
CFOs von Navvis, Hivemq und Hydrogenius
Das Münchener Unternehmen Navvis hat schon seit längerem einen CFO: Jeno Schadrack ist seit August 2017 Finanzchef bei dem Start-up. Zuvor war er Geschäftsführer bei der Content-Marketing-Agentur C3 unter dem Dach von Hubert Burda Media und arbeitete in unterschiedlichen Positionen in der Finanzabteilung.
Anders sieht es bei dem Start-up Hivemq aus – sie haben den CFO-Posten ganz frisch besetzt: Im März 2023 übernahm Mirko Deneke dieses Amt. Zuvor war er CFO beim belgischen Unternehmen Deliverect und drei Jahre lang in Berlin bei dem Start-up Adjust tätig. Deneke arbeitete zuvor im Investmentbanking und bei Deloitte.
Auch das Erlanger Unternehmen Hydrogenius besetzte den Posten des CFO erst vor kurzem. Stephan Marcus Eger leitet seit April die Finanzen. Er war von 2015 bis 2019 CFO bei T-Mobile Czech Republic und Slovak Telekom. Das Unternehmen für organische Wasserstoffträger ist derzeit dabei, in einer Series-C-Runde neue finanzielle Mittel einzuwerben, um „in Zukunft börsenfähig zu werden“, wie es in einer Mitteilung heißt.
Aber nicht alle Start-ups haben den Posten des CFO schon besetzt. Von den elf Unternehmen, die potenzielle deutsche Einhörner sind, haben vier noch keinen Finanzchef: Ada Health, Avi Medical, Eletrcohaea und Y42.
Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.
