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„Man sollte das Berufliche auch mal spielerisch angehen“

Michael Moser, CFO von Enerjisa Enerji, hat sehr viel internationale Erfahrung.
Michael Moser, CFO von Enerjisa Enerji, hat sehr viel internationale Erfahrung. Foto: Enerjisa Enerji

Wie macht man in der Türkei erfolgreich Business – ohne die Sprache wirklich zu beherrschen? Diese Herausforderung kennt Michael Moser. Er ist CFO beim türkischen Energieversorger Enerjisa Enerji, einem Joint-Venture von E.on und der türkischen Sabanci-Gruppe. In der aktuellen Folge unseres Karriere-Podcasts „Future CFO“ gibt der 45-Jährige im Gespräch mit Armin Häberle und Paul Taaffe spannende und überraschende Einblicke in seine internationale Laufbahn und erzählt, wie man als CFO kulturelle Unterschiede überwindet.

CFO Mosers internationale Erfahrung beeindruckt

Mr. International – so könnte man Moser fast nennen. Aktuell arbeitet er in Istanbul, studiert hat er unter anderem in der Schweiz, in den USA, in China und in England. Begonnen hat Moser seine Karriere als M&A-Anwalt bei Baker McKenzie in Frankfurt, später führt er die Rechtsabteilung bei E.on und wechselt dann nach Rio de Janeiro, um dort als Chief Development Officer des Energieversorgers Eneva tätig zu werden. „Ich werde unruhig, wenn es gemütlich wird“, sagt Moser über seinen Lebenslauf. Er brauche die Herausforderung, suche diese aktiv: Er geht dahin, wo Umbrüche stattfinden, sei es eine Transformation oder ein etwa IPO wie der von E.on-Tochter Uniper.

„Ich werde unruhig, wenn es gemütlich wird“

Mosers große Stärke sind interkulturelle Kompetenz und emotionale Intelligenz. In seiner Zeit in Istanbul hat er eine Art „Ich bin ein Berliner“-Moment, berichtet er: Seine Antrittsrede bei Enerjisa an die Belegschaft hält er auf Türkisch, obwohl er die Sprache zu dem Zeitpunkt nicht wirklich beherrscht.

Im Podcast erzählt er, warum er sich entschieden hat, die Rede komplett auf Türkisch vorzutragen – und wie er die Herausforderung gemeistert hat. Spannend sind auch die Einblicke, die Moser in die Arbeitskultur in anderen Ländern gibt: Die direkte Art der Deutschen etwa, im Geschäftlichen zu kommunizieren, käme international nicht immer gut an.

Wie schließt man Finanzierungen in der Türkei ab?

Im Gespräch gibt Moser aber auch Einblicke in seine inhaltliche Arbeit. Er erlebe gerade eine sehr turbulente Zeit in der Türkei. Gründe seien die Inflation und die schwache türkische Lira. „Für uns war die Herausforderung: Wo kriegen wir möglichst günstig Geld her?“ Denn bei Finanzierungen seien in der Türkei eher kurze Zeiträume üblich, Laufzeiten von über drei Jahren eher ungewöhnlich. Im Gespräch verrät der CFO, wie er es trotzdem geschafft hat, erfolgreich eine langfristige Finanzierung abzuschließen.

CFO-Profil

Dr. Michael Moser

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Enerjisa Enerji

Auf die Frage, wo sein Ehrgeiz herkomme, antwortet Moser: Aus dem Sport. Das frühe Sich-Herausfordern im Tennis habe ihn geprägt, später habe dieser Ehrgeiz dazu geführt, sich weiterbilden zu wollen, „immer full speed gehen zu wollen“. „Man sollte das Berufliche auch mal spielerisch angehen“, sagt er, und meint damit: Berufliche Herausforderung als eine Art Spiel begreifen, wie im Sport. Auch Kreativität sei wichtig, sagt Moser: In der Türkei und Brasilien habe er festgestellt, dass viel nach Schema F geschehe – seine Ausbildung in Deutschland und in den USA habe ihn hingegen gelehrt, auch „outside of the box“ zu denken.

Wie Moser die Abstimmung mit den Großaktionären von Enerjisa und der Familie Sabanci meistert, warum er emotionale Intelligenz für eine sehr wichtige Eigenschaft bei Führungskräften hält und was für ihn die schönste Stadt ist, in der er bisher gearbeitet hat, erfahren Sie im Podcast. Die ganze Folge mit Michael Moser können Sie hier hören. Außerdem finden Sie unseren „Future CFO“-Podcast bei SpotifyApple Podcast und Audible.

paul.siethoff[at]faz-bm.de

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