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Brain Biotech: Ein ungewöhnlicher CFO tritt ab

Brain-CFO Lukas Linnig gibt seinen Posten ab. Sein Nachfolger kommt aus dem Unternehmen. Foto: Brain
Brain-CFO Lukas Linnig gibt seinen Posten ab. Sein Nachfolger kommt aus dem Unternehmen. Foto: Brain

Lukas Linnig, der CFO von Brain, gibt seinen Posten ab, um sich einer anderen Herausforderung im Unternehmen zu stellen. Wie das börsennotierte Biotech bekanntgab, wird er ab Oktober gemeinsam mit Michael Krohn Akribion Genomics führen. Akribion Genomics ist eine neu eingeführte Marke für die Genome-Editing-Plattformtechnologie von Brain.

Alle Genome-Editing-Aktivitäten des Unternehmens sollen dann unter Akribion Genomics gebündelt werden. Laut Brain soll im nächsten Jahr eine juristische Einheit für Akribion Genomics gegründet werden, um darüber eigenes „signifikantes“ Wachstumskapital einnehmen zu können.

Linnig wurde mit 26 Jahren CFO von Brain

Für Linnig ist das ein weiterer Karriereschritt in seinen vergleichsweise noch jungen Jahren. Der 28-Jährige ist seit Oktober 2020 CFO von Brain, 2017 stieg er beim Unternehmen ein und verantwortete zunächst die Bereiche Finance, Controlling und Legal. Davor war er rund zwei Jahre als Finanzberater bei FAS tätig. Dort begleitete er beratend den Börsengang von Brain im Jahr 2016 sowie den Aufbau eines Finanzcontrolling-Systems.

„Es war eine große Ehre für mich, Brain als CFO zu führen. Als Leiter von Akribion werde ich mich vollständig darauf konzentrieren, einen der wichtigsten Werttreiber von Brain mit transformativem Potenzial voranzutreiben. Ich freue mich auf die Herausforderung, unter der Marke Akribion Genomics ein erfolgreiches Unternehmen im Genome-Editing-Markt aufzubauen“, kommentiert Linnig seinen Wechsel.

Im Gespräch mit FINANCE im Jahr 2021 sprach Linnig, der sich für die biochemischen Zusammenhänge bei Brain ebenso interessiert wie für die finanzwirtschaftlichen Aspekte, bereits von einem vielversprechenden Projekt für ein Genome-Editierungstool. Kurz zuvor hatte er bei einer Kapitalerhöhung dafür 20 Millionen Euro eingesammelt.

Michael Schneiders wird CFO von Brain Biotech

Ein Nachfolger für Linnig wurde bereits in den eigenen Reihen gefunden. Michael Schneiders, derzeitiger Leiter Investor Relations und Nachhaltigkeit, besetzt ab Oktober den CFO-Posten. Er ist seit Mai 2020 bei dem Unternehmen. Davor war er Head of Equity Sales and Research bei Pareto Securities und begleitete auf Bankenseite den IPO von Brain. Vor Pareto hatte er Stationen bei der Equinet Bank und Oddo Seydler inne. Er war mehr als 20 Jahre lang im Investmentbanking tätig.

„Michael Schneiders verfügt über ausgewiesene Investor-Relations-, Finanz- und Business-Development-Fähigkeiten sowie über langjährige Kapitalmarkterfahrung“, so Adriaan Moelker, CEO von Brain.

Brain Biotech endlich profitabel?

In der Vergangenheit stand Linnig vor der Herausforderung, Brain profitabel zu machen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2021/2022 stand mit einem bereinigten Konzern-Ebitda immer noch ein kleines Minus von 0,2 Millionen Euro zu Buche. Allerdings war das bereits eine Verbesserung von 2 Millionen Euro verglichen mit dem Vorjahr – und die Jahresprognose sieht ein leicht positives bereinigtes Ebitda vor.

Der Umsatz ist in den ersten neun Monaten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um knapp 30 Prozent auf 36 Millionen Euro gestiegen. Der starke Anstieg liegt vor allem an dem Kauf von Beratec. Allerdings steht jetzt auch wieder ein Verkauf an: Im gleichen Zuge mit der Personalmeldung machte Brain bekannt, dass das Unternehmen die deutsche Gesellschaft L.A. Schmitt an die Uri-Gesellschaft in Korea verkauft. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Nach der Zahlung des Kaufpreises für die Akquisition von Breatec, laufenden Investitionen in den Ausbau der Fermentationskapazitäten bei Biocatalysts und einer Serie-B-Finanzierung bei Solascure betrug die Cash-Position am Ende des 9-Monats-Zeitraums 13,3 Millionen Euro.

sarah.backhaus@finance-magazin.de | + posts

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalisten für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.