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Christoph Debus verlässt Condor

Christoph Debus verabschiedet sich von Condor zum zweiten Mal. Foto: Christian Wyrwa/Condor
Christoph Debus verabschiedet sich von Condor zum zweiten Mal. Foto: Christian Wyrwa/Condor

Turbulenter hätte seine Amtszeit wohl kaum sein können: Nachdem die harte Restrukturierung bei der Airline Condor geglückt und ein neuer Investor gefunden ist, will CFO Christoph Debus das Unternehmen „auf eigenen Wunsch“ Ende Februar 2022 verlassen. Der Finanzchef will sich neuen Herausforderungen stellen, heißt es in der Mitteilung der Airline. Wer seinen Job übernimmt, steht noch nicht fest: Über seine Nachfolge soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Friedrich Andreae, Vorsitzender des Condor-Aufsichtsrats, kommentiert den Weggang so: „Wir bedauern sehr, dass Christoph Debus Condor verlassen wird und möchten uns im Namen des Aufsichtsrats und der Mitarbeiterschaft von Condor ausdrücklich bei ihm bedanken. Nach der Insolvenz von Thomas Cook war Christoph Debus ein integraler Bestandteil, Condor zu restrukturieren und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Wir wünschen ihm beruflich und privat alles Gute.“

Gleichzeitig verkündet Condor, dass CEO Ralf Teckentrup für weitere zwei Jahre an Bord bleibt sowie Christian Schmitt als Chief Operating Officer und Accountable Manager.

Christoph Debus ist zu Condor zurückgekehrt

Mit der Airline verbindet Debus eine lange Geschichte. Er war von 2005 bis 2009 schon einmal CFO von Condor. Danach wechselte er zur Air Berlin als Chief Commercial und Chief Operational Officer. 2012 fing er bei als CEO bei der Thomas Cook Group Airlines an, die damals Mutter von Condor war. Condor gehörte also zu der von ihm verantworteten Gruppe.

Nachdem Condor im September 2019 durch die Thomas-Cook-Pleite in die Bredouille geriet, kam Debus im November 2019 zu Condor zurück, wieder als CFO. Er musste sofort zur Hochform auflaufen, denn Condor musste wegen der Insolvenz der Mutter in ein Schutzschirmverfahren.

Doch das sollte nicht die einzige Herausforderung bleiben: Wenige Monate danach brach die Corona-Pandemie aus, die Condor vor noch größere Probleme stellte. Denn eigentlich wollte Condor durch den Einstieg der polnischen Lot wieder nach vorne schauen, dieser platzte aber noch in letzter Sekunde. „Das waren zwei Nahtoderfahrungen“, beschrieb CFO Debus die beiden brenzligen Situationen im August dieses Jahres bei FINANCE-TV.

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Christoph Debus verabschiedet sich von Condor zum zweiten Mal. Foto: Christian Wyrwa/Condor

Christoph Debus

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Condor Flugdienst GmbH

Debus sieht Condor „über den Berg“

Die Rettung kam im Juli 2021: Finanzinvestor Attestor übernahm die Mehrheit an Condor und die angespannte finanzielle Lage entspannte sich wieder. Der neue Eigentümer brachte frisches Eigenkapital und Mittel für neue Flugzeuge mit. Der Bund und das Land Hessen unterstützten die Restrukturierung durch einen Schuldenschnitt. Kurz darauf bestellte Condor 16 neue Airbus A330 Neo-Langstreckenflugzeuge zur Modernisierung der Flotte.  

Für Debus endet die turbulente CFO-Zeit bei Condor damit positiv. Im FINANCE-TV-Interview im Sommer sah er die Airline als „endgültig über den Berg“ und hoffte auf die Rückkehr in die operative Gewinnzone im zweiten Halbjahr 2022. Wie die gesamte Reisebranche dürfte auch Condor gebannt auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie schauen.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de

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Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalisten für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.