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HCOB-CFO Ian Banwell übernimmt Chefsessel

Ian Banwell (links) übernimmt den CEO-Posten von Stefan Ermisch (rechts). Foto: HCOB
Ian Banwell (links) übernimmt den CEO-Posten von Stefan Ermisch (rechts). Foto: HCOB

Führungswechsel bei der Hamburg Commercial Bank (HCOB): CEO Stefan Ermisch legt sein Amt auf eigenen Wunsch zum 30. September nieder, wie die Bank mitteilte. Ermisch wird demnach seine Tätigkeiten mit Wirkung zum 1. Oktober „im freundschaftlichen Einvernehmen“ an seinen Vorstandskollegen und CFO Ian Banwell übergeben. Darüber hinaus wird CRO Ulrik Lackschewitz die Funktion des stellvertretenden CEO ausüben.

Der scheidende Vorstandsvorsitzende Ermisch ist seit 2012 für die HCOB tätig, die damals noch die HSH Nordbank war. Ermisch hatte zunächst die Position des Finanzvorstands inne. 2015 wurde er zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden berufen und 2016 dann zum Chef befördert. Der CEO wird der Bank bis zum seinem Vertragsablauf Ende 2023 beratend zur Seite stehen.

„Herr Ermisch hat die gesamte Wegstrecke der Restrukturierung, der ersten Privatisierung einer Bank in Deutschland Ende 2018, der sich daran nahtlos anschließenden Transformation inklusive des Übergangs in die private Einlagensicherung geleitet und maßgeblich geprägt“, kommentiert der Aufsichtsratsvorsitzende Juan Rodríguez Inciarte den Weggang des CEOs.

Marc Ziegner wird neuer CFO bei HCOB

Sein Nachfolger Banwell geht nun auch den Weg vom CFO zum CEO. Banwell stieg im April 2019 zunächst allerdings als COO in den Vorstand der Hamburger ein und übernahm anschließend zum 1. September 2020 den CFO-Posten. Vor seiner Zeit bei der HCOB arbeitete er als Senior Managing Director bei dem Finanzinvestor Cerberus.

Darüber hinaus ist der Amerikaner Eigentümer und Chef der Round Table Investment Management Company, einem Investment- und Beratungsunternehmen, das er selbst im Mai 2007 gegründet hatte. „Herr Banwell kann somit auf eine umfangreiche Erfahrung als Mitglied des Vorstandsgremiums zurückblicken und ist aufgrund seines umfangreichen spezifischen Erfahrungswissens für die Position des CEO bestens geeignet“, so Rodríguez Inciarte.

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Die Aufgaben des Finanzchefs werden ebenfalls zum 1. Oktober an Marc Ziegner übergeben. Ziegner ist derzeit als Bereichsleiter der Banksteuerung der HCOB tätig. Er ist ein veritables Eigengewächs und arbeitet bereits seit 2001 bei der Bank. Seitdem hatte er verschiedene Funktionen unter anderem als Experte im Research Department und in der Einheit Finanzen und Controlling inne. Nach verschiedenen Führungspositionen im Finanz- und Controlling-Bereich wurde Ziegner 2019 zur Leitung Banksteuerung berufen.

HCOB: Umbau in eine Privatbank

Die HCOB befand sich die vergangenen drei Jahre in der Transformation von einer Landes- zu einer Privatbank. Seit dem 1. Januar dieses Jahres agiert die Bank offiziell als Privatbank. Der Wandel zeigte sich auch in den Zahlen der Hamburger, die sich sehr positiv entwickelt haben. So bilanzierte die Bank im Geschäftsjahr 2021 einen Konzerngewinn von rund 351 Millionen Euro, wodurch sich der Gewinn im Vorjahresvergleich (102 Millionen Euro) mehr als verdreifacht hat. Im Firmenkundengeschäft verfolgt die Bank für das laufende Jahr einen weiteren Ausbau sowie eine stärkere Differenzierung des Geschäfts, wodurch der Fokus nur noch auf ausgewählten Branchen liegen soll.

Zuletzt wurden Gerüchte um einen möglichen Ausstieg der Bank aus dem LBO-Geschäft laut. Im Gespräch mit FINANCE gab die Bank an, nicht aus dem Geschäft aussteigen zu wollen, jedoch den Fokus zu verändern und sich etwa von „kleineren Buy-outs“ zu distanzieren. Die Bank habe in diesem Jahr bereits vier Leveraged-Buy-out-Finanzierungen abgeschlossen, betonte Jens Thiele, Head of Project Finance und Corporates bei der HCOB.

jasmin.rehne[at]finance-magazin.de

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Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt scherpunktmäßig die Themen Controlling und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.

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