Die Lufthansa beruft BCG-Senior Partner Patrick Staudacher zum Finanzchef der Kernmarke Lufthansa.

Lufthansa

12.12.19
CFO

Lufthansa beruft CFO für die Kernmarke

Die Lufthansa macht mit ihrem Konzernumbau Ernst: Mit dem BCG-Berater Patrick Staudacher beruft das Luftfahrtunternehmen nun einen CFO für die Kernmarke – die in Zukunft eigenständig werden soll.

Der Konzernumbau bei der Lufthansa nimmt langsam Form an: Die Kraniche berufen Patrick Staudacher zum CFO der Kernmarke Lufthansa. Zusätzlich zum Finanzressort soll der 43-Jährige auch Head of Business Development werden und damit auch die zukünftige Unternehmensentwicklung übernehmen. Dienstantritt wird für Staudacher der 1. Mai 2020 sein.
 
Die Personalie Staudacher gehört damit zu den ersten praktischen Umsetzungen des bisher nur theoretischen Konzernumbaus: „Die Besetzung erfolgt auch vor dem Hintergrund der geplanten rechtlichen Verselbständigung der Lufthansa Airline“, wie das Unternehmen selbst klar mitteilt. Staudacher soll „der Führung und Weiterentwicklung der Lufthansa Airline neue Impulse geben“, erklärt Carsten Spohr, CEO der Deutschen Lufthansa.

Lufthansa findet Personal bei BCG

Staudacher kommt von der Strategieberatung Boston Consulting Group, bei der er zuletzt Managing Director und Senior Partner für die Bereiche Airlines, Luft- und Raumfahrt sowie Post-Merger-Integration war. Außerdem bringt er Erfahrung im Aufbau von Culture- und Change-Management-Programmen mit, wie aus seinem BCG-Profil hervorgeht. Er kam 2008 zu dem Strategieberater. Vor seiner Zeit bei BCG war Staudacher sechs Jahre bei Siemens in München und New York.
 
Staudacher ist nicht die erste prominente Lufthansa-Besetzung, die von BCG kommt: Mit der scheidenden Brussels Airline-CEO Christina Foerster und dem Austrian Airlines-Chef Alexis von Hoensbroech sind noch zwei weitere ehemalige BCG-Berater an Bord.

Lufthansa verteilt die Ressorts neu

Aber Staudacher ist nicht die einzige Personalie, die bei der Lufthansa im Zuge der Vorbereitung des Konzernumbaus bekannt gegeben wurde. Neben der Berufung des BCG-Mannes teilten die Kraniche noch mit, dass der CFO der Tochtergesellschaft Brussels Airline, Dieter Vranckx, zum 1. Januar 2020 auf CEO Christina Foerster folgen wird. Foerster war vor wenigen Tagen in den Lufthansa-Konzernvorstand berufen worden, wo sie die Ressorts Customer & Corporate Responsibility, das Produktmanagement, das Marketing, die kulturelle Weiterentwicklung sowie die Unternehmensverantwortung übernehmen wird.

Außerdem hat der Dax-Konzern einen Nachfolger für Thorsten Dirks, bis Monatsende noch Chef der Billigtochter Eurowings, gefunden: Mit Jens Bischof wird der CEO der Konzernschwester Sunexpress der neue Chef von Eurowings. Dirks verbleibt allerdings im Konzern und verantwortet ab 1. Januar 2020 den neuen Bereich „IT, Digital & Innovation“.

Lufthansa verkauft Teile ihrer Cateringtochter LSG Group

Das Projekt Konzernumbau hat bei der Lufthansa aber noch andere Baustellen – von denen eine am Montag geschlossen wurde: Die Fluggesellschaft trennt sich vom Europageschäft ihrer Cateringtochter LSG Group. Zukünftig wird der Schweizer Airline-Caterer Gategroup die Cateringsparte übernehmen. In der Verkaufsbegründung stellt die Lufthansa klar, dass sie sich künftig stärker auf das Airline-Geschäft konzentrieren will.

dominik.ploner[at]finance-magazin.de

Gewinnwarnungen, ein Streik nach dem nächsten, ein groß angelegter Konzernumbau – und jetzt auch noch das Coronavirus: Die Lufthansa ist im Krisenmodus. Wie die größte deutsche Airline um die Wende ringt, lesen Sie auf unserer Themenseite zur Lufthansa.