Stefan Weniger ist nicht mehr Vorstand bei Mifa, bleibt aber als Sanierer im Unternehmen.

Mifa

09.10.14
CFO

Mifa-CRO Stefan Weniger ab jetzt ohne Vorstandsmandat

Nur einen Tag nach dem Aus für die Insolvenz in Eigenverwaltung hat der Mifa-Aufsichtsrat Vorstandsmitglied Stefan Weniger abbestellt. Die Gründe für die Entscheidung sind völlig unklar – vor allem, weil Weniger bei Mifa weiterhin an Bord bleibt.

Erst gestern war bekannt geworden, dass die Eigenverwaltung beim Fahrradhersteller Mifa aufgehoben worden ist, nun folgt der nächste Paukenschlag: Der Mifa-Aufsichtsrat hat heute überraschend Vorstandsmitglied Stefan Weniger abbestellt. Allerdings betonte ein Sprecher des Unternehmens, dass Weniger keineswegs aus dem Unternehmen ausscheiden werde, sondern weiterhin als Sanierer an Bord bleibe – allerdings ohne Vorstandsmandat.

Der Hintergrund von Wenigers Abberufung aus dem Vorstand ist damit aktuell völlig unklar. Weitere Details konnte der Sprecher auf Anfrage nicht nennen. Alleiniger Vorstand ist nun bis auf Weiteres der bisherige Vorstandsvorsitzende Thomas Mayer.

Mifa-Eigenverwaltung aufgehoben

Gestern hatte das Amtsgericht Halle auf Betreiben der Mifa-Gläubiger die bisherige Eigenverwaltung aufgehoben. Mifa hatte Ende September die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt und damit dem amtierenden Management die Möglichkeit gegeben, bei der Sanierung das Heft in der Hand zu behalten.

Nun haben die Gläubiger aber offenbar das Vertrauen verloren und sich einstimmig für einen Wechsel zu einem regulären vorläufigen Insolvenzverfahren entschieden – und damit die Handlungsmöglichkeiten für den Vorstand bei der Sanierung deutlich beschnitten.

Diese Maßnahme impliziert die Erhebung des bisherigen Sachwalters Lucas F. Flöther zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Beschluss des Gerichts ist aber noch nicht rechtskräftig.

Weniger ist seit April bei Mifa

Der Unternehmensberater und erfahrene Sanierer Stefan Weniger war Mitte April als CRO in den Vorstand von Mifa geholt worden, um gemeinsam mit dem damaligen CEO/CFO Hans-Peter Barth die Sanierung voranzutreiben. Barth musste allerdings nach nur gut einem halben Jahr an der Spitze des Fahrradherstellers seinen Hut nehmen – Gerüchten zufolge wegen Unstimmigkeiten mit dem Aufsichtsrat.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

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