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N26-Deutschlandchef Hauer wird CFO bei Fintech

Das Fintech N26 braucht einen neuen Deutschlandchef. Foto: N26
Das Fintech N26 braucht einen neuen Deutschlandchef. Foto: N26

N26 braucht einen neuen Deutschlandchef: Georg Hauer, General Manager DACH & Northern Europe, verlässt die Onlinebank Ende Oktober. Der N26-Deutschlandchef wechselt zu einem anderen Fintech. Ab dem 1. November fängt er als CFO und Chief Operating Officer (COO) bei Hawk AI an und steigt damit in die Geschäftsleitung auf, wie das Münchener Start-up bekanntgab.

Hauer ist seit 2018 bei N26 und stieg damals als General Manager für Österreich ein. Nach einigen Stationen als zum Beispiel Global Head of CRM and Product Marketing wurde er 2019 zum General Manager DACH & Northern Europe berufen. Davor war er General Manager bei Uber und arbeitete fast sechs Jahre als Berater bei BCG mit Schwerpunkt auf Technologie und Digitalisierung.

N26 sucht noch Nachfolger

„Wir danken Georg Hauer für seine außerordentlichen Leistungen nach fast vier sehr erfolgreichen Jahren bei N26 und wünschen ihm viel Erfolg für den Start in seinen neuen beruflichen Abschnitt“, teilt N26 auf FINANCE-Nachfrage mit. Die Suche nach einer Nachfolge „ist bereits fortgeschritten“, so N26. Aktuell besteht das Managementteam noch aus zwölf Personen. CEO ist Mitgründer Valentin Stalf, seit Juli ist der ehemalige ProSiebenSat.1-CFO Jan Kemper Finanzchef bei der Neobank.

Hauers neuer Arbeitgeber Hawk AI ist zwar auch ein Fintech, allerdings in einem ganz anderen Geschäftsfeld als die Smartphonebank N26 unterwegs. Die erst 2018 gegründete Hawk AI bietet Banken, Fintechs und Zahlungsunternehmen eine Software im Bereich Finanzkriminalität und Geldwäsche an. Hauer soll in seiner Rolle als CFO und COO die Expansion in neue weltweite Märkte vorantreiben und auch für die Bereiche Marktstrategie, Marketing, Kommunikation und Personalwesen verantwortlich sein. Die Führungsetage besteht derzeit aus vier Mitgliedern, die CFO-Rolle wird neu geschaffen.

CFO-Profil

Dr. Jan Kemper, N26 Bank GmbH

Dr. Jan Kemper

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N26 Bank GmbH

Hawk AI ist viel kleiner als N26

Tobias Schweiger, Chef und Co-Gründer von Hawk AI, sagte gegenüber dem „Handelsblatt“: „Georg Hauer soll die Bekanntheit unserer Firma auch international erhöhen und die Marke etablieren.“ Zudem soll Hauer auch „beizeiten weitere Kapitalrunden vorbereiten“. Das Start-up hatte zuletzt Ende Juni frisches Geld eingesammelt. Laut dem Branchendienst „Finance Forward“ wurden die Münchener mit 30 Millionen Euro bewertet.

Sein alter Arbeitgeber N26 ist wesentlich größer – die Neobank wird seit der bislang letzten offiziellen Finanzierungsrunde im Juli 2019 mit rund 3 Milliarden Euro (3,5 Milliarden US-Dollar) bewertet. Das könnte sich bald aber noch steigern. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Finanzkreise im Juli berichtet, plant die Smartphone-Bank eine weitere Finanzierungsrunde. Demnach heißt es, dass N26 mehrere hundert Millionen Dollar einsammeln will. Die Bewertung könnte so auf 8 bis 11 Milliarden Dollar klettern. Auch ein IPO solle noch anstehen. „Wir wollen innerhalb eines Jahres dafür bereit sein“, sagte N26-Co-Gründer Maximilian Tayenthal der F.A.Z im März dieses Jahres.

N26 muss sich mit der Bafin auseinandersetzen

Momentan muss sich die Neobank allerdings mit einigen Problemen auseinandersetzen. Die Bafin ist unzufrieden mit der Geldwäscheprävention bei N26 – ironischerweise also mit einem Thema, dem sich Hawk AI widmet. Sie ordnete im Mai an, dass N26 die Maßnahmen zur Prävention von Geldwäsche ausbauen soll. Daraufhin stellte N26 unter anderem im August Thomas Grosse als Chief Risk Officer ein. Im August schrieb das Handelsblatt außerdem, dass die Bank offenbar Probleme mit Konten habe, die möglicherweise für betrügerische Zwecke genutzt worden sein könnten.

Um die Sorgfaltspflichten zu wahren, sei laut Bafin auch eine „angemessene personelle und technisch-organisatorische Ausstattung“ notwendig. Umso wichtiger ist es, dass die Bank bald einen Nachfolger für den Deutschlandchef findet. Für N26 ist das nicht die erste Rüge der Bafin. Bereits 2019 hatte die Neobank schon einmal in gleicher Sache Ärger bekommen. N26 beteuerte damals, die Bank will kooperieren und stark in Compliance investieren.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de

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Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalisten für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.

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