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Nach ungewöhnlichem CFO-Abgang: Biofrontera findet neue Finanzchefin

Das Pharmaunternehmen Biofrontera, das unter anderem auf Salben spezialisiert ist, hat einen neue Finanzchefin. Foto: DimaBerlin - adobe.stock.com
Das Pharmaunternehmen Biofrontera, das unter anderem auf Salben spezialisiert ist, hat einen neue Finanzchefin. Foto: DimaBerlin - adobe.stock.com

Das Pharmaunternehmen Biofrontera hat den kürzlich freigewordenen CFO-Posten wieder nachbesetzt: Pilar de la Huerta Martinez wird ab 12. September neue Finanzchefin bei dem börsennotierten Konzern. Sie sei „seit über 25 Jahren als CEO und CFO verschiedenster Technologieunternehmen im Bereich Pharma und Healthcare tätig“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Mehr Informationen gibt es seitens Biofrontera zu der neuen Finanzchefin nicht.

CFO Ludwig Lutter musste überraschend gehen

Die Mitteilung ist ähnlich knapp, wie die zur Abberufung des ehemaligen Finanzchefs Ludwig Lutter vor gut zehn Tagen: Darin hieß es lediglich, dass der Aufsichtsrat Lutter „aus wichtigem Grund abberufen und gekündigt hat“. Lutter war erst seit März 2021 Finanzchef bei dem Unternehmen. Die plötzliche Kündigung sorgte für Überraschung. Lutter war seit Dezember Alleinvorstand im Unternehmen, nachdem der Gründer und ehemalige Vorstandsvorsitzende Hermann Lübbert in Folge eines Schlichtungsverfahrens als Vorstandsvorsitzender abgetreten war. Er kandidiert nun für den Aufsichtsrat.

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Ludwig Lutter

Biofrontera AG

Dem ehemaligen Finanzchef Lutter war im Juni interimistisch Paul Böckmann an die Seite gestellt worden, dessen Vertrag aber ursprünglich nur bis Ende August lief. Parallel zur Verkündung der neuen Finanzchefin gab Biofrontera nun an, die Bestellung für Böckmann bis Ende September zu verlängern, darüber hinaus werde er bis Ende Oktober der Gesellschaft beratend zur Verfügung stehen. Er und Martinez werden dann einen Zweier-Vorstand bilden, so ein Biofrontera-Sprecher gegenüber FINANCE. Danach soll Martinez – vorbehaltlich einer weiteren Bestellung – Alleinvorständin sein, heißt es weiter.

Biofrontera: Großaktionäre im Clinch

Bei dem Pharmaunternehmen herrscht momentan viel Unruhe. Bei einem heute anberaumten Aktionärstreffen ist mit Auseinandersetzungen zu rechnen. Bei Bionfrontera stehen zwei Großaktionäre im Konflikt miteinander: Großaktionär Wilhelm Zours hält über sein Vehikel Deutsche Balaton rund 30 Prozent an dem Unternehmen, die Maruho Deutschland GmbH hält rund 24 Prozent. Zours ist Aufsichtsratschef. Die beiden Großaktionäre schlagen für die Hauptversammlung unterschiedliche Kandidaten für den Aufsichtsrat vor, Maruho hat Lübbert ins Rennen geschickt.

Für Unstimmigkeiten sorgte unter anderem ein Übernahmeangebot der Deutschen Balaton, mit dem die 30-Prozent-Hürde überschritten werden sollte. Ungewöhnlich war auch, dass die gesamte Belegschaft in einer eigenen Stellungnahme öffentlich Widerstand bot. Die Maruho Deutschland GmbH verlangte eine außerordentliche Hauptversammlung, bei der über die Offerte diskutiert werden sollte, wodurch die Annahmefrist für die Offerte verzögert worden wäre. Zunächst hatte der Vorstand beabsichtigt, diese einzuberufen – erteilte dem Wunsch einige Tage später jedoch eine Absage. So verstrich die Annahmefrist vor wenigen Tagen.

Die diversen Konflikte haben ihre Spuren im Aktienkurs des Unternehmens hinterlassen: Seit geraumer Zeit befindet sich der Kurs auf Talfahrt und notiert aktuell bei rund einem Euro. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei nur noch rund 68 Millionen Euro. Im Juni 2019 notierte das Papier noch bei rund 7 Euro.

julia.schmitt@finance-magazin.de | + posts

Julia Schmitt ist Redaktionsleiterin von FINANCE-Online und Moderatorin bei FINANCE-TV. Nach ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre und Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz stieg sie 2014 bei F.A.Z. BUSINESS MEDIA ein. Sie betreut die Themenschwerpunkte Wirtschaftsprüfung und Bilanzierung und ist Trägerin des Karl Theodor Vogel Preises der Deutschen Fachpresse.