Neue Norma-CFO: Annette Stieve
15.06.20
CFO

Norma bekommt wieder eigene CFO

Der Industriekonzern Norma bekommt mit Annette Stieve wieder eine explizite Finanzchefin. Für Michael Schneider endet damit die Doppelrolle als CEO und CFO.

Der hessische Verbindungstechnikspezialist Norma kehrt wieder zu einem Vorstandsteam mit eigenständigem Finanzressort zurück. Spätestens am 1. Oktober wird Annette Stieve die Verantwortung für die Finanzabteilung übernehmen, teilte das SDax-Unternehmen mit. Norma-Aufsichtsratschef Lars Berg bezeichnet Stieve als „ausgewiesene Finanzexpertin mit langjähriger Erfahrung in der Industrie, insbesondere in der Automobilbranche“. Er sei „überzeugt, dass sie gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen die Weichen für zukünftiges, nachhaltig profitables Wachstum stellen“ werde.

Anette Stieve kommt von der Hoffmann Group

Die in München lebende Finanzmanagerin kommt von dem dort ansässigen Werkzeughändler Hoffmann Group. Dort ist sie seit zweieinhalb Jahren Finanzchefin. Zuvor arbeitete sie fast 22 Jahre bei dem französischen Automobilzulieferer Faurecia.

In dieser Zeit stieg sie von der Finanzleiterin der deutschen Geschäftssparte Automotive Seating bis zur CFO für Nordosteuropa auf. Ihre Karriere startete die Diplom-Kauffrau bei der WP-Gesellschaft Arthur Andersen.

Schneider gibt CFO-Verantwortung ab

Bei Norma tritt Anette Stieve die CFO-Nachfolge von Michael Schneider an. Schneider kam 2015 als Finanzvorstand zu dem Maintaler Autozulieferer. Im Juli 2019 übernahm er zunächst interimistisch den Chefposten, nachdem der langjährige CEO Bernd Kleinhens als Reaktion auf das Verfehlen von Umsatz- und Gewinnprognosen das Unternehmen verließ. Im November 2019 wurde Schneider dann dauerhaft zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Neben Schneider und COO Friedrich Klein wird Anette Stieve zukünftig die die dritte Person im Norma-Vorstand sein.

Die Norma Group bekommt als Auto- und Industriezulieferer die Auswirkungen des Coronavirus voll zu spüren – nicht nur, weil Schneider selbst im Frühjahr an dem Virus erkrankte. Schon im ersten Quartal dieses Jahres die sanken die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8 Prozent auf knapp 254 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) rutschte um 36 Prozent auf 18,6 Millionen Euro ab. Die Nettoverschuldung stieg um 3,9 Prozent auf 437 Millionen Euro. Das zweite Quartal dürfte noch größere Minuszeichen bringen. Um sich finanziell stabiler aufzustellen, nahm das Unternehmen laut Quartalsbericht unter anderem zusätzliche Darlehen auf.

FINANCE-Köpfe

Dr. Michael Schneider, Norma Group

Michael Schneider beginnt seine berufliche Laufbahn 1988 bei Hoechst (heute: Sanofi). Von 1993 bis 2003 ist er für Degussa (heute: Evonik) in verschiedenen Führungspositionen tätig, davon 3 Jahre bei Degussa Brasil in São Paulo. Danach übernimmt er die Verantwortung für Finanzen, Controlling und IT bei Aesculap (B. Braun Melsungen-Konzern).

Anschließend wechselt Schneider zu dem Automobilzulieferer Veritas, wo er von 2006 bis 2009 im Vorstand für das Finanzressort und strategische Projekte zuständig ist. Danach wird er CFO beim Automobilzulieferer FTE Automotive, bei dem er in der Geschäftsführung die Verantwortung für Finanzen, Interne Revision, Einkauf und IT übernimmt. 2015 wird Michael Schneider als CFO in den Vorstand des Verbindungstechnik-Spezialisten Norma Group berufen. Im August 2019 rückt Schneider vorübergehend an die Unternehmensspitze, als CEO Bernd Kleinhens das Unternehmen nach einer Gewinnwarnung verlässt. Nur wenige Monate später, im November 2019, wird Schneider dauerhaft zum CEO berufen. Die Position übernimmt er zusätzlich zu seinen CFO-Aufgaben. Im Juni 2020 wird bekannt, dass Schneider die Finanzaufgaben ab Oktober an Annette Stieve abgeben wird.

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SDax-Vorstände vergrößern Frauenanteil

Das im November aufgelegte Transformationsprogramm „Get on track“ schreitet laut Norma-Angaben planmäßig voran. Erste finanzielle Erfolge des Sparprogramms erwartet man in Maintal schon im laufenden Geschäftsjahr. Mit dem 45 bis 50 Millionen teuren Programm will der Industriekonzern ab 2023 jährlich bis zu 45 Millionen Euro einsparen.

Mit Annette Stieve macht ein weiteres börsennotiertes Unternehmen eine Frau zur Finanzchefin – ein Trend, der nun endlich Fahrt aufzunehmen scheint. Auch andere Firmen haben sich in den vergangenen Wochen bei der Suche nach neuen CFOs für die Berufung einer Frau entschieden. Ebenfalls im SDax tritt ab September beim Nutzfahrzeugzulieferer SAF-Holland die Finnin Inka Koljonen ihren Job als CFO an, und beim Waschanlagenhersteller Washtec übernimmt ab August Kerstin Reden die Finanzgeschicke.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de

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