Gute Nachrichten für CFO Maria Ferraro: Siemens Energy hat den Vertrag seiner Finanzchefin um fünf weitere Jahre bis Ende November 2027 verlängert. Die Finanzvorständin hat den CFO-Posten seit Mai 2020 inne. Seit November ist Ferraro zudem Chief Inclusion & Diversity Officer von Siemens Energy.
Siemens Energy schreibt rote Zahlen
Die Vertragsverlängerung zeigt das Vertrauen des Aufsichtsrates von Siemens Energy gegenüber Ferraro, die den Elektro- und Energietechnikhersteller in den vergangenen zwei Jahren durch herausfordernde Zeiten geführt hatte. So hatte Ferraro im September 2020 den Spin-off von Siemens Energy von dem Mutterkonzern Siemens begleitet. Seit September dieses Jahres ist das Unternehmen nach einem kurzen Zwischenstopp im MDax zudem wieder im Dax vertreten.
Ihre Karriere im Siemens-Konzern hatte Maria Ferraro bereits 2004 gestartet und ihre erste Position als CFO ab 2013 bei der kanadischen Tochter inne. Zwei Jahre später übernahm Ferraro den CFO-Posten bei Siemens UK und wurde 2017 zur Finanzchefin der Siemens-Digitalsparte berufen.
Mit Ferraros Vertragsverlängerung dürfte Siemens Energy aber auch auf Beständigkeit setzen. So könnte die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger in der aktuellen Situation durchaus eine Herausforderung sein. Denn Siemens Energy schreibt derzeit tiefrote Zahlen.
Besonders die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa und der Rückzug aus Russland machen dem Unternehmen zu schaffen. Der Nettoverlust stieg im Geschäftsjahr 2021/22 (endet am 30. September) auf rund 647 Millionen Euro. Darin enthalten sind alleine 200 Millionen Euro Verlust durch den Russlandrückzug. Zum Vergleich: Der Nettoverlust betrug im Vorjahr noch 560 Millionen Euro.
Das operative Ergebnis fiel auf 379 Millionen Euro (Vorjahr: 661 Millionen Euro) und auch die operative Umsatzrendite lag mit 1,3 Prozent unter den Erwartungen von 2 Prozent. Der Umsatz sank außerdem um 2,5 Prozent auf 29 Milliarden Euro.
Übernahme der Gamesa-Tochter steht bevor
Auf die Finanzchefin warten demnach noch einige Herausforderungen. Zum einen steht die Gamesa-Übernahme weiterhin bevor. Das Unternehmen will die restlichen Anteile in Höhe von 33 Prozent der Gamesa-Minderheitsaktionäre übernehmen. Dafür hat das Management den Aktionären ein freiwilliges Kaufangebot von 18,05 Euro in bar pro Aktie, insgesamt 4 Milliarden Euro, gemacht. Ziel ist es die spanische Tochter von der Börse zu nehmen und in Siemens Energy zu integrieren. Für Ferraro dürfte nach der Übernahme also die Integration und Restrukturierung der Tochter im Fokus stehen.
Zum anderen dürften Krisen wie die hohe Inflation, steigende Materialkosten und Lieferkettenprobleme sowie der Ukraine-Krieg die CFO auch im kommenden Jahr weiterhin auf Trab halten. Für das kommende Geschäftsjahr 2023 rechnet Siemens Energy dennoch mit einem Umsatzanstieg von drei bis sieben Prozent und erwartet einen geringeren Nettoverlust. Auch die operative Umsatzrendite solle auf zwei bis vier Prozent steigen.
Neben dem Vertrag von Ferraro hat Siemens Energy außerdem den von Arbeitsdirektor Tim Holt, im Vorstand zuständig für die neue Sparte Grid Technologies, um weitere fünf Jahre verlängert.
Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.
