Alexander Engel besetzt künftig die neu geschaffene CFO-Position der Standard Chartered in Frankfurt.

Standard Chartered

01.03.19
CFO

Standard Chartered schafft CFO-Posten wegen Brexit

Die Standard Chartered Bank schafft im Zuge des Brexits einen CFO-Posten für die neue EU-Zentrale in Frankfurt. Die Rolle übernimmt Alexander Engel, der von dem Berliner Fintech Solaris Bank kommt.

Die Standard Chartered Bank hat in Deutschland einen neuen CFO-Posten geschaffen: Alexander Engel tritt heute seinen Job in Frankfurt an. Die Einstellung eines CFOs bei der Standard Chartered in Deutschland hat einen besonderen Hintergrund: Nachdem die Bank im Zuge des geplanten Brexits Frankfurt am Main als neue EU-Zentrale bestimmt und eine deutsche Vollbanklizenz erhalten hat, muss sie nun bestimmte regulatorische Anforderungen erfüllen. Dazu gehört unter anderem die Schaffung eines CFO-Postens. Bislang hatte die Bankengruppe lediglich eine Niederlassung am Main.

Alexander Engel kommt von der Solaris Bank

Finanzchef Alexander Engel kommt von dem Fintech Solaris Bank, bei dem er seit April 2017 als Finanzchef tätig war. Bis ein Nachfolger für ihn gefunden ist, übernimmt CEO Roland Folz die Position des CFOs, erklärt ein Solaris-Sprecher auf Anfrage. Bei Solaris war der 42-Jährige neben seiner Tätigkeit als Finanzvorstand für die Ressorts Risikomanagement, Treasury und Business Intelligence zuständig und außerdem Generalbevollmächtigter.

Zuvor arbeitete der Betriebswirt mehr als zehn Jahre lang bei der Deutschen Bank, zuletzt als Managing Director Gobal Purchasing and Cost Management und Head of Strategic Cost Management & Analytics von London aus. Davor war Alexander Engel bis 2012 Head of Analytics im Bereich Finance der EMEA-Region und begleitete im Zuge des Geschäftsausbaus unter anderem die Akquisitionen von Postbank und Berliner Bank. Seine Karriere startete er 2003 als Assistant Manager im Bereich Audit Financial Services bei KPMG.

Standard Chartered wappnet sich für Brexit

Seit der Entscheidung im Mai 2017, die EU-Zentrale von London nach Frankfurt zu verlegen, hat die Bank ihr Team in der Main-Metropole zunehmend vergrößert. So holte das Geldhaus beispielsweise im April vergangenen Jahres den Deutsche-Bank-Manager Stephan Schrameier als Head of Financial Markets für die Region Kontinentaleuropa nach Frankfurt.

Zudem muss die Bank im Rahmen der regulatorischen Anforderungen in Frankfurt ein Risikomanagement aufbauen. Dazu holte sie vor sechs Monaten Michael Hellbeck von Singapur nach Frankfurt, der mit seinem multinationalen Team das Risikomanagement verantwortet. Wie aus einer Mitteilung von Standard Chartered hervorgeht, sollen demnächst auch die Niederlassungen in Frankreich und Schweden in die deutsche AG integriert werden.

Für die Banken sind die Unabwägbarkeiten des Brexits ein großes Risiko. Wenn sie nicht rechtzeitig reagieren, drohen sie CFOs als Kunden zu verlieren, die nicht mehr den vollen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben werden. Obwohl aktuell unklarer denn je ist, ob und wie der Brexit ablaufen wird, haben sich viele Banken schon jetzt neue Zentralen außerhalb Londons gesucht. Mehr als 20 Banken hat es nach Frankfurt gezogen, ergab eine Analyse der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance. Dazu gehören neben der Standard Chartered unter anderem auch die UBS.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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