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Voith ernennt Stephanie Holdt zur neuen CFO

Ab dem kommenden Frühjahr übernimmt Stephanie Holdt das CFO-Amt von Egon Krätschmer. Foto: Voith
Ab dem kommenden Frühjahr übernimmt Stephanie Holdt das CFO-Amt von Egon Krätschmer. Foto: Voith

Der Maschinenbauer Voith bekommt einen neuen CFO: Nach über 40 Jahren beim Unternehmen, davon seit März 2019 als Finanzchef, geht Egon Krätschmer in den Ruhestand. Seit 1980 war er bei verschiedenen Voith-Gesellschaften in Führungsfunktionen des Finanz- und Rechnungswesens tätig und ist somit ein echtes Urgestein im Unternehmen.

Krätschmer übergibt den CFO-Job im zweiten Quartal 2022 an Nachfolgerin Stephanie Holdt. Ebenso wie es Krätschmer jetzt noch ist, wird sie dann auch Teil der Konzerngeschäftsführung. Der scheidende CFO hat das Unternehmen vor allem in der Corona-Zeit solide durch die Turbulenzen geführt. Doch auch mit Holdt dürfte Firmenlenker Toralf Haag ein personeller Coup geglückt sein.

Stephanie Holdt punktet mit internationaler Erfahrung

So ist die Managerin nicht nur ausgewiesene Finanzexpertin, sondern kennt die Kundschaft des Maschinenbauers bestens. Zuletzt war Holdt Finanzchefin und Senior Vice President des US-Baustoffherstellers USG-Corporation, verantwortete dort die Corporate Finance-, Accounting- und Treasury-Aktivitäten sowie die IT-Organisation. Die Bauindustrie ist ein wichtiger Abnehmer der Anlagen aus dem Hause Voith und die USA ohnehin ein Schlüsselmarkt für den exportorientierten Maschinenbau.

Doch auch der deutsche Heimatmarkt ist der künftigen CFO nicht fremd, hatte sie in der Vergangenheit doch auch Controlling- und Finanzpositionen bei deutschen Industriegrößen wie Knorr Bremse, BMW und der Knauf Gruppe inne.

CFO Krätschmer übergibt eine solide Bilanz

Krätschmer übergibt seiner Nachfolgerin ein robustes Geschäft. Zusammen mit CEO Haag, der selbst zuvor CFO bei Voith war, hat Krätschmer den „Hidden Champion“ aus Baden-Württemberg gut durch die Turbulenzen der vergangenen zwei Jahre manövriert. Trotz der nach wie vor spürbaren Corona-Effekte wie globale Lieferengpässe und stark gestiegene Rohstoffkosten kann Voith für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2020/21 ein Ebit-Plus von 18 Prozent auf 165 Millionen Euro ausweisen.

Auch das Orderbuch ist mit 24 Prozent mehr Aufträgen im Volumen von 5,02 Milliarden Euro prall gefüllt, was auch mittelfristig für Stabilität sorgt. Daher rechnet Voith auch im laufenden Geschäftsjahr wieder mit einem deutlichen Gewinnsprung.

Egon Krätschmer transformierte das Sorgenkind

Und auch vor Corona hatte Voith mit einigen Herausforderungen zu kämpfen: Wegen der Digitalisierung war das Papiergeschäft unter Druck geraten. Krätschmer, der zuvor als Finanzchef der Papiersparte tätig war, hatte das Segment vor einigen Jahren erfolgreich restrukturiert und profitabler gemacht. Im vergangenen Geschäftsjahr entwickelte sich der Umsatz im Bereich Papier trotz Corona stabil, während das operative Ergebnis anstieg. Der Auftragseingang erreichte einen Rekordwert von 2,28 Milliarden Euro, berichtete der Konzern.

Siegfried Russwurm, Vorsitzender des Aufsichtsrates und Gesellschafterausschusses, bedankte sich bei Krätschmer für seinen Einsatz und seine Leistung. „Er hat maßgeblich dazu beigetragen, uns auf dem Kurs profitablen Wachstums zu halten und Voith sicher auch durch herausfordernde Zeiten zu navigieren“, würdigt Russwurm den langjährigen Mitarbeiter.

melanie.ehmann[at]finance-magazin.de

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Melanie Ehmann ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen am M&A- und Private-Equity-Markt. Sie hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Melanie Ehmann sechs Jahre in der Redaktion des Platow Verlags, zunächst als Volontärin, später als Wirtschaftsjournalistin im Platow Brief und den Sonderpublikationen.

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