HeidelbergCement will ihre US-Tochter an die Börse bringen.

HeidelbergCement

15.09.14
CFO

HeidelbergCement will US-Tochter an die Börse bringen

Die US-Tochter Hanson Building des Zementherstellers HeidelbergCement soll an die Börse. Damit verfolgt HeidelbergCement-CFO Lorenz Näger weiter sein Ziel, vom Megadeal zwischen Lafarge und Holcim zu profitieren.

HeidelbergCement plant den Börsengang für seine amerikanische Tochtergesellschaft Hanson Building Products. Das Unternehmen hat eine Registrierungserklärung für einen potentiellen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Die Registrierungserklärung ist jedoch noch nicht in Kraft getreten. Als Konsortialbanken fungieren die Bank of America Merrill Lynch, die BNP Paribas und die Deutsche Bank Securities.

Über die Zahl der Aktien, den Preis oder das geplante Emissionsvolumen ist bisher nichts bekannt. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters erzielte Hanson Building in den ersten sechs Monaten 2014 Umsätze in Höhe von knapp 600 Millionen US-Dollar bei einem Ergebnis von rund 15 Millionen Dollar. Im Vorjahr lag der Umsatz um 47 Prozent höher, der Konzern fuhr indes hohe Verluste ein.

Neue M&A-Möglichkeiten für HeidelbergCement in Europa

Auch der bisher geplante Verkauf an einen Investor scheint nicht ausgeschlossen zu sein. HeidelbergCement hatte den Baustoffkonzern Hanson 2007 für 8 Milliarden Pfund übernommen, um neben Zement auch Sand und Kies als Geschäftsfeld zu gewinnen und sich dabei hoch verschuldet. Heidelberg Cement will sich jetzt von einem Teil des Bauproduktgeschäfts, den Produktionsanlagen für Beton- und Lehmbauprodukte und deren Vertrieb in den USA, Kanada und Großbritannien, trennen, da sie nicht mehr zum Kerngeschäft gehören.

Ein anderer Grund dafür, das Geschäft in den USA zu verschlanken, ist der Zusammenschluss von Holcim und Lafarge. Aus kartellrechtlichen Gründen werden die Unternehmen vor dem Zusammenschluss Teile ihres Geschäfts verkaufen müssen – dem aktuellen Stand nach umfasst die Verkaufsliste Assets im Wert von rund 3,5 Milliarden Euro. Dies umfassen unter anderem die deutschen Lafarge-Aktivitäten sowie Geschäft in weiteren sieben europäischen Ländern.

HeidelbergCement-CFO Lorenz Näger erschließen sich durch die Mega-Transaktion neue M&A Möglichkeiten – der Börsengang der US-Tochter kann insofern als präventiver Verkauf in der Vorbereitung auf neue Zukäufe interpretiert werden.
 
antonia.koegle[at]finance-magazin.de