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United Internet steigt bei Drillisch ein

United steigt bei Drillisch ein: Der Wachstumskurs des Mobilfunkproviders lockt.
United Internet AG

United Internet wird größter Aktionär des Mobilfunkproviders Drillisch. Die Internetholding mit den Kernmarken 1&1, Gmx und Web.de hat sich über seine Tochtergesellschaft United Internet Ventures weitere 9,1 Prozent an Drillisch gesichert und erreicht damit eine Beteiligung von 20,7 Prozent. United Internet habe sich die in Schritten aufgebaute Beteiligung nach Informationen von dpa-afx insgesamt rund 420 Millionen Euro kosten lassen. Der aktuelle Marktwert des Pakets liegt leicht darüber. Weiter will United-Internet-Chef Ralph Dommermuth aber  nicht gehen. Das Unternehmen teilte mit, dass weder eine komplette Übernahme noch das Überspringen der 30-Prozent-Schwelle  geplant sei, ab der ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre fällig wäre.

United Internet will als „strategischer Aktionär“ von den Wachstumschancen von Drillisch profitieren. Das Potential des Unternehmens zeigt sich im starken Wachstum des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit): 2010 lag er noch bei 40,4 Millionen Euro, 2014 schon bei 75,3 Millionen Euro.

Diese Steigerung ist auch auf anorganisches Wachstum zurückzuführen. Der Mobilfunkprovider war in den vergangenen Monaten sehr aktiv und hat erst kürzlich den britischen Anbieter von IT-Zubehör und Mobilfunkverträgen The Phone House übernommen. Es ist für Drillisch der größte Zukauf der Firmengeschichte und die erste große Prüfung für den neuen CFO André Driesen, der erst seit Anfang April im Amt ist. Im vergangenen Jahr hatte Drillisch außerdem von Telefonica Deutschland die E-Plus-Tochter Yourfone übernommen.

United Internet: Keine neue Finanzierung für Zukauf nötig

Die Finanzierung des Drillisch-Pakets ist für United Internet kein Problem, das Unternehmen hat einen starken Cashflow. Der Free Cashflow stieg im vergangenen Jahr von 211,6 Millionen Euro (2013) auf 386,6 Millionen Euro.

Die Kassenlage ist komfortabel, obwohl sich United Internet mit Investitionen nicht zurückgehalten hat. Allein im vergangenen Jahr tätigten die Westerwälder zwei große M&A-Deals: Für die Übernahme des Netzbetreibers Versatel sowie den Einstieg bei Rocket Internet legte United rund 1 Milliarde Euro in bar auf den Tisch. Zur Refinanzierung hat der scheidende CFO Norbert Lang eine Kreditfazilität über 1,35 Milliarden Euro abgeschlossen. Darüber hinaus gab es im vergangenen Jahr eine kleine Kapitalerhöhung, und Lang platzierte zudem einen Schuldschein über 600 Millionen Euro.

Ab Juli bekommt United Internet – passend zum aktuellen M&A-Deal – mit Frank Krause einen neuen Finanzchef mit Expertise im Mobilfunkbereich. Der Manager kommt von Vodafone.   

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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