Der Hamburger Kaufmann Erck Rickmers hat zentrale Assets an das Bremer Familienunternehmen Zeaborn verkauft, hinter dem Kurt Zech steht.

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06.02.18
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Auch Erck Rickmers verkauft Schiffsmanagement an Zeaborn

Die Unternehmerfamilie Zech hat über ihre Shipping-Tochter Zeaborn nun auch zentrale Assets von Erck Rickmers übernommen. Die Bremer hatten bereits bei seinem Bruder Bertram Rickmers zugeschlagen.

Das Schifffahrtsunternehmen Zeaborn übernimmt die Schiffsmanagementsparte sowie die Schiffsmaklerfirma des Hamburger Kaufmanns Erck Rickmers. Das gaben die Unternehmen in einer Mitteilung bekannt.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Management der Unternehmen soll nicht ausgetauscht werden und der Hauptsitz in Hamburg bleiben. Auch die insgesamt 3.000 Mitarbeiter von der „E.R. Schiffahrt“ sowie des Schiffsmaklers Harper Petersen & Co. will Zeaborn übernehmen. Der Kaufpreis beläuft sich nach Informationen der FAZ auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Zeaborn wird zur Mutter vieler Rickmers-Geschäfte

Hinter Zeaborn steckt der Bremer Kaufmann Kurt Zech. Er hatte Zeaborn mit seinen Partnern vor fünf Jahren gegründet, um inmitten der Talfahrt der Containerreedereien einen gewichtigen Player in diesem hart umkämpften Markt aufzubauen. Die Bremer wollen zu einem weltweit agierenden Schifffahrtsunternehmen werden – insbesondere in der Linien- und Trampschifffahrt. Durch die neueste Übernahme wächst Zeaborns Unternehmensgröße  auf mehr als 165 Schiffe und über 5.000 Mitarbeiter.

Bislang größter Schritt beim Aufbau von Zeaborn war die Übernahme der insolventen Reederei Rickmers im vergangenen Jahr. Diese gehörte Ercks Bruder Bertram Rickmers.

Zwischen den Unternehmen der Brüder besteht keine Verbindung. Allerdings hatten die Brüder im Vorfeld der Rickmers-Pleite miteinander über eine Zusammenlegung ihrer jeweiligen Aktivitäten im Bereich Schiffsmanagement verhandelt. Am Ende konnten sie sich aber nicht einigen. Unter dem Dach von Zeaborn finden die beiden Firmen nun doch noch zusammen.

Rickmers konnte Mini-Bond nicht restrukturieren

Rickmers hatte im Juni des vergangenen Jahres Insolvenz anmelden müssen, nachdem das Unternehmen unter der Last einer 275 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe zusammengebrochen war.

Erck Rickmers will sich mit dem Verkauf allerdings nicht aus der Schifffahrt zurückziehen. Mit 34 eigenen und gemeinsam mit Investoren finanzierten Schiffen bleibe die Gruppe in erheblichem Umfang in der maritimen Wirtschaft aktiv, ließ der Unternehmer verlauten. Das technische Management der verbliebenen Schiffe wird aber ebenfalls Zeaborn übernehmen.

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Rickmers war eine der spektakulärsten im umstrittenen Segment der Mini-Bonds. Lesen Sie die ausführliche Geschichte auf den FINANCE-Themenseiten Rickmers und Mittelstandsanleihen