Noch knapp zwei Wochen läuft das Angebot von Bain und Cinven an die Stada-Aktionäre. Die PE-Investoren bleiben weiter ohne Gegenofferte.

Stada

26.05.17
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Kein erneuter Bieterwettstreit um Stada

Die laufende Offerte der Finanzinvestoren Bain und Cinven für den Arzneimittelkonzern Stada bleibt ohne Konkurrenz: Die chinesische Shanghai Pharmaceuticals sowie Advent und Permira haben ihre Gedankenspiele zu einem Gegenangebot verworfen.

Die Übernahme des Bad Vilbeler Pharmaunternehmens Stada läuft ohne erneute Bieterwettstreits weiter: Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, habe sich der chinesische Wettbewerber Shanghai Pharmaceuticals nach längerem Abwägen gegen ein Angebot für Stada entschieden.

Shanghai Pharmaceuticals soll gemeinsam mit den beiden Finanzinvestoren Advent und Permiraeine Stada-Offerte geprüft haben. Bloomberg zufolge konnten sich die drei Häuser aber nicht auf ein neues Gebot einigen. Advent und Permira hatten bereits im März eine gemeinsame Offerte für Stada erwogen. Letztlich hatten sie aber gegenüber Bain und Cinven das Nachsehen

Stada-Aktie verliert nach Rückzug von Shanghai Pharmaceuticals leicht

Shanghai Pharmaceuticals hatte in der vergangenen Woche bestätigt, mit PE-Investoren über ein mögliches Gegenangebot im Gespräch zu sein, nannte aber keine Namen. Bloomberg zufolge stand eine Offerte über 70 Euro je Aktie im Raum.

Die Stada-Aktie verlor nach Bekanntwerden des Rückzugs von Shanghai Pharmaceuticals leicht: Am Mittwochabend war das Papier bei Werten um 65,50 Euro aus dem Handel gegangen, am Freitagvormittag notierte die Stada-Aktie knapp unter 65 Euro.

Angebot von Bain und Cinven für Stada läuft bis 8. Juni

Bain und Cinven bieten den Stada-Aktionären eine Barzahlung von 65,28 Euro je Aktie und zusätzlich noch  die Dividende für das Geschäftsjahr 2016 in Höhe von 72 Cent. Stada hat den Aktionären empfohlen, das insgesamt 5,3 Milliarden Euro schwere Angebot anzunehmen. Bain und Cinven haben die Finanzierung der Offerte über einen Milliardenkredit abgesichert.  

Die Hürden für die Übernahme sind jedoch hoch: Die Offerte der Finanzinvestoren ist mit einer Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent verknüpft. Die Stada-Aktien befinden sich zu 100 Prozent im Streubesitz, die Aktionärsstruktur ist breit gestreut. Ende März machten Privatanleger rund 29 Prozent der Investoren aus, 71 Prozent der Aktien lagen bei institutionellen Investoren. Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot endet am 8. Juni.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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