M&A-Deals: Das Modulgeschäft für Regeltechnik gehört für AEG Power Solutions nicht mehr zum Kerngeschäft.

AEG Power Solutions

31.01.14
Deals

M&A-Deals: AEG Power, Heberer, Rhön

Der Solarzulieferer AEG Power Solutions trennt sich von seinem Modulgeschäft für Regeltechnik, die Wiener Feinbäckerei Heberer sucht nach Investoren und Rhön Klinikum muss auf Wunsch der Kartellbehörden kleinere Teile aus dem Übernahmepaket für Fresenius nehmen. Die M&A-Deals, M&A-News und Personalien der Woche finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

AEG Power Solutions treibt Neuorganisation voran

Die AEG Power Solutions verkauft ihr Geschäft mit Power Control Modulen an die Deutschlandtochter von Advanced Energy Industries. Das Geschäft mit Modulen für Regeltechnik erwirtschaftet jährliche Umsätze von 14 Mio. Euro. Chief Restructuring Officer Jeffrey Casper sagte, die Vereinbarung sei ein wichtiger Schritt bei der voranschreitenden Reorganisation des Konzerns. Im Rahmen der Vereinbarung hat Advanced Energy Industries die Thyro-Family Produktlinie für 22 Mio. Euro erworben zuzüglich einer einjährigen Earn-out Komponente von bis zu 1 Mio. Euro in bar, falls das EBITDA-Ziel für die Produktlinie innerhalb der ersten zwölf Monate nach Abschluss erreicht wird. Berater AEG Power Solutions wurde bei dem M&A-Deal von einem Team der Wirtschaftskanzlei FPS unter Federführung von Georg-Peter Kränzlin begleitet.

EU-Kommission prüft E-Plus-Übernahme durch Telefónica selbst

Die EU-Kommission wird die geplante Übernahme des Mobilfunkanbieters E-Plus durch Telefónica selbst prüfen. Einen Antrag Deutschlands, die Prüfung nach deutschem Wettbewerbsrecht an das Bundeskartellamt zu verweisen, lehnte die Behörde ab. Die EU-Kommission sei aufgrund ihrer Erfahrung besser für die Untersuchung geeignet, hieß es zur Begründung. Der M&A-Deal hat ein Volumen von mehr als 8 Milliarden Euro.

Heberer sucht nach wie vor Investoren

Die Wiener Feinbäckerei Heberer ist nach wie vor auf der Suche nach Investoren. Wie die Nachrichtenagentur dpa meldete, würde das Familienunternehmen eine Minderheitsbeteiligung abgeben. Das Unternehmen führe nach eigenen Angaben „intensiv Gespräche mit Interessenten“, hieß es. Die Kontrolle über die Firma solle jedoch im Familienbesitz bleiben. Erste Investorengespräche hatte das Unternehmen allerdings schon im Herbst gemeldet. „Die wirtschaftliche Basis des Unternehmens soll langfristig über den Einstieg eines strategischen Investors gestärkt werden“, hieß es im Oktober 2013 in einer Mitteilung. Schon damals verkündete das Unternehmen, man befinde sich „in fortgeschrittenen Gesprächen mit Investoren“.

Rhön und Fresenius nehmen Standorte aus Paket

Rhön Klinikum wird die Kliniken in Cuxhaven, Waltershausen-Friedrichroda und Boizenburg aus dem Paket nehmen, das an Wettbewerber Fresenius verkauft werden soll. Aufgrund „einer aktualisierten kartellrechtlichen Bewertung“ wurden die Häuser aus der Transaktion herausgenommen, teilte der Klinikbetreiber mit. Rhön geht nach eigenen Angaben davon aus, dass das Bundeskartellamt den Verkauf von insgesamt 40 Kliniken innerhalb der Verfahrensfrist genehmigen wird. Die Fresenius-Kliniktochter Helios muss zwei kleinere Standorte aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen. Die aus der Übernahme herausgefallenen Häuser machten aber weit weniger als 10 Prozent der Übernahme aus, teilte Fresenius mit. Der Asset Deal war von den Rhön-Aktionären Asklepios und B.Braun angegriffen worden, erst kurz vor Weihnachten hatten sich die Parteien geeinigt. 

Siltronic übernimmt Mehrheit an Joint Venture mit Samsung

Der Waferhersteller Siltronic, eine hundertprozentige Tochter der Wacker Chemie, übernimmt die Mehrheit am Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Samsung Wafer. Bislang hielten beide Unternehmen jeweils 50 Prozent. Siltronic zeichnet nun im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Anteile und hält künftig 78 Prozent am Joint Venture. Der Anteil von Samsung geht dadurch auf 22 Prozent zurück. Gleichzeitig tilgt das Gemeinschaftsunternehmen die verbleibende Projektfinanzierung in Höhe von rund 210 Mio. Euro. Siltronic wendet hierfür insgesamt rund 150 Mio. Euro auf. Dadurch steigen die Nettofinanzschulden des Wacker-Konzerns um den gleichen Betrag. In Zukunft firmiert das Gemeinschaftsunternehmen unter dem Namen Siltronic Silicon Wafer.

Valensina nennt Details zu neuem Partner

Valensina verhandelt Berichten zufolge mit einer Unternehmerfamilie aus dem süddeutschen Raum über einen Einstieg. Den Mehrheitsverkauf lehnt Valensina weiterhin ab, der neue Partner soll zwischen 20 und 40 Prozent halten. Bereits seit Wochen gibt es Gerüchte über eine Investorensuche. Die genaue Höhe der Beteiligung hänge vom Ausgang der Due Diligence ab, hieß es. Den Namen des potentiellen Investors nannte das Unternehmen bislang nicht.

ThyssenKrupp darf US-Werk verkaufen

ThyssenKrupp kann endlich einen Schlussstrich unter den Verkauf des US-Werks ziehen. Die amerikanische Kartellbehörde hat einem Verkauf für 1,55 Mrd. US-Dollar an ArcelorMittal und Nippon Steel zugestimmt. Nach langen Verhandlungen hatten sich die Parteien Ende November auf einen Verkauf geeinigt. Das ebenfalls zum Verkauf stehende Werk in Brasilien musste ThyssenKrupp allerdings behalten. 

Global PVQ verkauft Beteiligung in Italien

Das Unternehmen Global PVQ (ehemals Q-Cells) hat sich von der Beteiligung QCII Basilicata in Italien getrennt. Insolvenzverwalter Henning Schorisch (Kanzlei hww wienberg wilhelm) hat die Beteiligung, in der 40 Betriebsgesellschaften von Solarparks gebündelt sind, an IKAV Global Energy verkauft. Der Kaufpreis in zweistelliger Millionenhöhe fließt den Gläubigern der insolventen Global PVQ zu. Das Unternehmen hatte zuletzt mehrere Solarprojekte in Kanada verkauft. Die Kanzlei Noerr hat den Insolvenzverwalter bei insolvenzrechtlichen Fragen beraten, die internationale Federführung lag bei McDermott Will & Emery.

Conergy kauft in UK zu

Das Solarunternehmen Conergy hat den britischen Projektentwickler Wirsol Solar UK erworben. Die Transaktion beinhaltet eine Projekt-Pipeline von rund 100 Megawatt (MW) an Solarkraftwerken in Großbritannien sowie sämtliche Mitarbeiter der Gesellschaft. Mit der Übernahme hat Conergy sein Projekt-Portfolio in Großbritannien nach eigenen Angaben mehr als verdoppelt.

M&A-News

Der PE-Investor Montagu Private Equity hat sein Deutschlandbüro von Düsseldorf nach Frankfurt am Main verlegt. Der Umzug nach Frankfurt sei Teil einer stärkeren Fokussierung auf den deutschen Mittelstand und folge einer Phase, in der das siebenköpfige Team durch die Einstellung mehrerer Führungskräfte auf Director-Ebene ausgebaut wurde, teilte der Investor mit. Der für das deutsche Büro verantwortliche Montagu-Director Sylvain Berger-Duquene sagte, der Umzug nach Frankfurt solle einen besseren Zugang zu Partnern und Kontakten im Markt bieten und es ermöglichen, einen größeren Deal Flow zu generieren.

Die VR Unternehmerberatung tritt ab sofort unter ihrem neuen Namen VR Corporate Finance auf. Die Beratungsgesellschaft berät vor allem Kunden aus dem Mittelstand bei M&A-Deals und Nachfolgereglungen. Die Umbenennung soll den Fokus auf die ganzheitliche Beratung in eigenkapitalrelevanten Fragestellungen unterstreichen, sagte Geschäftsführer Oliver Rogge.

Personalien

Arndt Rautenberg, ehemaliger Chief Strategy Officer der Deutschen Telekom, hat das Beratungsunternehmen Rautenberg & Company mit Büros in Düsseldorf und London gegründet. Die Beratung begleitet PE-Investoren und ihre Portfoliounternehmen in verschiedenen Phasen eines M&A-Deals von der Anbahnung über die Umsetzung bis zum Portfolio-Management. Rautenberg & Company will sich selbst an zu beratenden Portfoliounternehmen beteiligen. Rautenberg begleitete zuletzt die Übernahme der vormaligen Telekom-Tochter Scout24-Gruppe durch den Finanzinvestor Hellman & Friedman. Das Beratungshaus arbeitet nach eigener Aussage zurzeit an Mandaten aus den Branchen produzierende Industrie, Dienstleistungen und Technologie.

Der bisherige Direktor Jan P. Hatje ist neuer Geschäftsführer bei Angermann M&A International. Nach seinem Karrierestart bei Boston Corporate Finance in den USA wechselte Hatje 2003 zum M&A-Beratungshaus. Sein Schwerpunkt liegt auf den Bereichen IT/Technologie und Business Services. Hatje ist Leiter der deutschen Technology-Group von Angermann sowie der Gruppe Business Services der weltweiten Organisation M&A International.

Weitere M&A-Deals

Das deutsche Landtechnikunternehmen Claas hat die mehrheitliche Übernahme des chinesischen Landtechnikproduzenten Shandong Jinyee Machinery Manufacture abgeschlossen. Nach der Vertragsunterzeichnung im vergangenen Juli liegt nun die Zustimmung der staatlichen Stellen vor. Für 2013 erwartet Jinyee den Käufern zufolge einen Umsatz von mehr als 90 Mio. Euro. Die Kanzlei Latham & Watkins hat Claas mit einem Team unter Leitung des Partners Kenneth Chan (Hongkong) bei dem M&A-Deal beraten.

Der Softwarelösungsanbieter Incadea hat den Geschäftsbereich Dealer Management Systems (DMS) der RC Mid-market Solutions übernommen. Der Geschäftsbereich wurde dafür zunächst vom Verkäufer Danbury auf eine Zweckgesellschaft abgespalten. Über finanzielle Details wurde nichts bekannt.  Das Geld für den Erwerb wurde teilweise durch eine Aktienplatzierung und teilweise durch eine Finanzierung der Citibank aufgebracht. Heuking Kühn Lüer Wojtek hat Incadea bei dem M&A-Deal mit einem Team um Günther M. Bredow beraten. Die Platzierung von Aktien der Incadea und die Finanzierung begleitete die Kanzlei gemeinsam mit der britischen Sozietät Stephenson Harwood.

Der britische Reiseanbieter Secret Escapes hat die Berliner Hotelbuchungsplattform JustBook zu einem nicht genannten Preis übernommen. Orrick hat die verkaufenden Gründer und Investoren mit einem Team unter Federführung von Albrecht von Breitenbuch beraten. 

Die Mediengruppe Bauer Digital hat mit Wirkung zum 1. Januar das Autoportal Gebrauchtwagen.de vom Internetdienstleister Sparkassen-Finanzportal übernommen. Mit dem M&A-Deal will die Gruppe ihr Angebot an digitalen Produkten ausweiten. Gebrauchtwagen.de wird als eigenständiges Portal mit Finanzierungsangeboten der Sparkassen-Finanzgruppe weiter betrieben. Für den weiteren Ausbau ist ein siebenstelliges Marketingbudget geplant. Über den Kaufpreis haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart, die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Die Kanzlei White & Case hat Bauer Digital bei der Übernahme mit einem Team unter Federführung des Partners Volker Land (M&A / Corporate) beraten.

Das IT-Unternehmen Allgeier hat über die Tochtergesellschaft Xiopia mit Wirkung zum Jahresanfang den Softwarelösungsanbieter WK EDV in Ingolstadt übernommen. Finanzielle Details wurden nicht bekannt.

Der Spielzeug-Einkaufsverbund Vedes erwartet durch die zum Jahresanfang erfolgte Übernahme des Spielzeuggroßhändlers Hoffmann einen Wachstumsschub. Vorstandschef Thomas Märtz sprach davon, die Weichen „für einen erheblichen Umsatzsprung im Großhandelsbereich“ gelegt zu haben.

Der japanischej Lebensversicherer Daido Life Insurance übernimmt 5 Prozent am Grundkapital der Nürnberger Beteiligungs-AG. Die Beteiligung soll die Grundlage einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen den beiden Häusern bilden. Daido, eine hundertprozentige Tochter der T&D Holding, machte im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von 6,6 Mrd. Euro. Der Käufer wurde bei der Minderheitsbeteiligung von Metzler Corporate Finance als M&A-Berater begleitet.

Die Dr. Dieter Murmann Beteiligungsgesellschaft mbh hat die Erichsen Gruppe inklusive aller Standorte in Deutschland und Frankreich übernommen. Die BPE Unternehmensbeteiligungen, die seit 2007 an der Unternehmensgruppe beteiligt waren, haben ihre Anteile verkauft. Die Dr. Dieter Murmann Beteiligungs wurde von Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung Stefan Duhnkrack) und BDO beraten.

Das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot von Avic an die Aktionäre der KHD Humboldt Wedag ist erfolgreich abgeschlossen worden. Avic hatte im Oktober ein Gebot von 6,45 Euro pro Aktie angekündigt. Avic hält nun rund 89,4 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals. Die equinet Bank hat die Bieter bei der Strukturierung und Umsetzung des Übernahmeangebots beraten.

Das Unternehmen Strautmann Fahrzeugbau hat den Fahrzeugbauhersteller Langendorf im Rahmen eines Asset Deals aus der Insolvenz heraus übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Langendorf hatte Ende November 2012 einen Insolvenzantrag verbunden mit einem Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Sachwalter war Ulrich Zerrath. Das Sanierungskonzept hatte das Unternehmen mit der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung entwickelt.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de