M&A-Deals: Bayer und der Saatgutproduzent Monsanto könnten vor einem milliardenschweren M&A-Deal stehen. Das erste Angebot hat Monsanto allerdings abgelehnt.

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27.05.16
Deals

M&A-Deals: Bayer, Aixtron, WMF

Monsanto lehnt das Bayer-Angebot ab, Aixtron könnte an Chinesen gehen und KKR gelingt der Exit bei WMF. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Monsanto lehnt Bayer-Angebot ab

Monsanto hat Bayer eine Abfuhr gegeben und das Übernahmeangebot als deutlich zu niedrig ablehnt. Der Verwaltungsrat zeigte sich aber offen für weitere Verhandlungen. Eine „integrierte Strategie“ könne erhebliche Vorteile haben, sagte Monsanto-Chef Hugh Grant und signalisierte damit grundsätzlich Interesse.

Am Montag hatte Bayer hat ein Milliardenangebot für Monsanto abgegeben. Der Konzern bietet 122 US-Dollar je Aktie, also insgesamt 62 Milliarden US-Dollar (rund 55 Milliarden Euro). Die Offerte entspricht einem Aufschlag von 36 Prozent auf den gewichteten Durchschnittskurs der Aktie in den letzten drei Monaten. Damit will Bayer das 15,8-Fache des Ebitda zahlen. Finanzieren will Bayer den M&A-Deal mit den Banken BofA Merrill Lynch und Credit Suisse sowie über eine Kapitalerhöhung, die etwa 25 Prozent des zugrundeliegenden Unternehmenswerts abdecken soll. Als weitere beratende Bank ist Rothschild tätig. Rechtsberater sind Sullivan & Cromwell und Allen & Overy.

Aixtron: Übernahmeangebot aus China

Der chinesische Investor Fujian Grand Chip hat Interesse an dem Maschinenbauer Aixtron. Der Deal soll über das deutsche Tochterunternehmen Grand Chip Investment (GCI) abgewickelt werden. GCI bietet 6 Euro je Aixtron-Aktie, womit sich der Kaufpreis auf insgesamt 670 Millionen Euro beläuft. Das endgültige Kaufangebot soll im Juli stehen. Allerdings müssen mindestens 60 Prozent der Aktien angedient werden, damit der M&A-Deal zustande kommt. Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Für Aixtron sind J.P. Morgan als Finanzberater und White & Case (Federführung: Markus Hauptmann und Tobias Heinrich) als Rechtsberater tätig. Für GCI sind Buttonwood Finance, die Deutsche Bank, Paul Hastings und Glade Michel Wirtz beratend tätig.

KKR verkauft WMF an SEB

Der PE-Investor KKR hat den Exit beim Besteckhersteller WMF geschafft: KKR hat sich mit dem französischen Haushaltswarenkonzern SEB geeinigt. Dabei war die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller für KKR beratend tätig. Die Kanzlei Gleiss Lutz hat SEB bei dem Erwerb beraten, federführend tätig waren Gerhard Wegen, Jochen Tyrolt und Christian Cascante.

KKR hat den Verkauf von WMF bereits länger geplant. Der nun veröffentlichte Kaufpreis liegt bei 1,02 Milliarden. Zudem übernimmt SEB 565 Millionen Euro Schulden sowie Pensionsverpflichtungen über 125 Millionen Euro von WMF. Der M&A-Deal muss noch von den Kartellbehörden abgesegnet werden.

Steilmann veräußert erstes Tochterunternehmen

Das Modeunternehmen Steilmann hat im Rahmen seiner Insolvenz den ersten M&A-Deal abgeschlossen. Insolvenzverwalter Frank Kebekus hat die Geschäftsaktivitäten des ebenfalls insolventen Tochterunternehmens Nienhaus & Loth (N&L) Global Player Business im Zuge eines Asset Deals an HKG Garment Solution verkauft. Details des Deals wurden nicht bekanntgegeben.

Nach Angaben von Steilmann laufen „aussichtsreiche Verhandlungen“ für weitere Aktivitäten des Unternehmens. Dies umfasst sowohl den Bereich Mode als auch das Discountergeschäft. Das Interesse der Investoren übertreffe zudem die ersten Erwartungen.

Henkel könnte Shampoohersteller Vogue kaufen

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat offenbar ein Gebot für den Kosmetikhersteller Vogue International abgegeben, wie Reuters unter Berufung auf Insider berichtete. Auch die Konzerne Unilever und L’Oreal sollen erste Angebote abgegeben haben. Der Meldung zufolge könne ein möglicher M&A-Deal einen Wert von 2,5 bis 3 Milliarden US-Dollar haben. Vogue erzielt einen Jahresumsatz von rund 150 Millionen US-Dollar. Henkel hatte im vergangenen Jahr im Bieterkampf um den Shampoohersteller Wella den Kürzeren gezogen.

Vattenfall hat weiteren Interessenten für Braunkohlegeschäft

Eigentlich ist der Verkauf von Vattenfalls Braunkohlegeschäft an den tschechischen Energiekonzern EPH und den Finanzinvestor PPF bereits in trockenen Tüchern.  Dabei hat Vattenfall allerdings nicht mit dem hartnäckigen Interesse der Lausitz Mongolia Mining Generation (LMMG), einer Gruppe mongolischer Investoren, gerechnet.

Wie das Handelsblatt berichtete, habe sich die LMMG bei der EU-Kommission über das Bieterverfahren beschwert. Die LMMG bemängele einen Verstoß gegen das Beihilferecht. Sie wurde bereits vor Abgabe konkreter Angebote ausgeschlossen. Nun wolle die Kommission von Vattenfall eine Stellungnahme zu den Vorwürfen einholen.

M&A-Personalien

Die Wirtschaftskanzlei Bryan Cave holt Hubertus Schröder und Tonio Sadoni in seine Corporate- und M&A-Praxis. Schröder kommt von Gibson Dunn und steigt als Counsel bei Bryan Cave ein. Zuvor arbeitete er für die Kanzlei Ashurst. Sadoni wechselt von Latham & Watkins und wird als Associate tätig sein.

Weitere M&A-Deals

SGL Carbon, ein Hersteller von Kohlenstoffprodukten, führt mit mehreren Interessenten Gesrpäche über einen möglichen Verkauf des Grafitelektrodengeschäfts, wie das Handelsblatt berichtete. Auch der chinesische Staatskonzern ChemChina soll mit SGL Carboon verhandeln, hieß es unter Berufung auf Branchenkreise. Zudem gehören dem Bericht zufolge Finanzinvestoren wie Triton und Apollo, sowie Branchenkollegen von SGL Carbon zu den potenziellen Bietern. SGL Carbon hat die Deutsche Bank und HSBC als Berater mandatiert.

Volkswagen
hat 300 Millionen US-Dollar (rund 267 Millionen Euro) in die Taxi-App Gett investiert. Die Transaktion muss jedoch noch durch die Kartellbehörden freigegeben werden. Mit der „signifikanten Beteiligung“ an dem Uber-Konkurrenten wolle Volkswagen nach eigenen Angaben den Weg für neue Mobilitätskonzepte ebnen. Der Autobauer will sich zu einem Mobilitätsanbieter entwickeln und zu diesem Zweck Partnerschaften und strategische Beteiligungen abschließen.

Der Medienkonzern Axel Springer wiff für rund 61,8  Millionen Euro das dänische Unternehmen Land & Leisure übernehmen, das Online-Vermittlungsportale für Ferienunterkünfte betreibt. Dazu hat der Konzern über sein Tochterunternehmen Leisure Group ein Angebot von 6,05 Dänischen Kronen (rund 0,81 Euro) je Aktie abgegeben. Zwei Hauptaktionäre sowie andere Anteilseigner haben bereits zugesagt, Anteile in Höhe von insgesamt 63,76 Prozent an Springer zu verkaufen. Mit dem M&A-Deal will die Leisure Group ihre Marktposition in Skandinavien stärken.

Der Zementhersteller LafargeHolcim hat offenbar mehrere Interessenten für sein Indiengeschäft. Dies berichtete dpa unter Berufung auf den Fernsehsender CNBC. Dazu zählen der indische Konzern Nirma, der mexikanische Baustoffkonzern Cemex und der chinesische Wettbewerber Conch. Die Bieter wollen ihre Gebote im Juli einreichen.

Koenig & Bauer will den Stanzmaschinenhersteller Iberica übernehmen. Eine entsprechende Absichtserklärung hat das Maschinenbauunternehmen mit der Eigentümerin Officine Meccaniche G. Cerutti abgeschlossen. Details des geplanten M&A-Deals haben die Unternehmen noch nicht bekanntgegeben.

Die französische SEB-Gruppe hat sämtliche Anteile an Emsa, einem Hersteller von Haushalts- und Gartenprodukten, erworben. SEB vertreibt unter anderem die Haushaltsmarken Krups, Moulinex, Rowenta und Tefal. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Beraten wurde Emsa bei dem Verkauf durch die Kanzlei Bird & Bird unter Federführung von Alexander Schröder-Frerkes.

Der mexikanische Automobilzulieferer Metalsa hat sein deutsches Scharnierkomponentengeschäft MAHB an das chinesische Unternehmen Sumec Machinery verkauft, das zur Sinomach Gruppe gehört. Beraten wurde Metalsa bei dem Verkauf durch Lincoln International.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat über seine Beteiligungstochter 7Commerce das Online-Modeunternehmen Stylight komplett erworben. Verkauft haben unter anderem die Gründer sowie Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures. ProSiebenSat.1 hatte sich Ende 2012 an Stylight beteiligt. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen. Als Berater war die Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells für Stylight tätig.    

Der Vermögensverwalter Amundi kauft Kleinwort Benson Investors von der Bank Oddo & Cie. Der Deal umfasst 87,5 Prozent der KBI-Anteile. Die übrigen Anteile an dem Asset-Manager will das KBI-Management übernehmen. KBI verwaltete zum 31. März ein Vermögen von 7,6 Milliarden Euro.

Der PE-Investor VR Equitypartner hat sich mit einer Minderheit an dem Medizin- und Industrietechnikunternehmen Schwa-Medico beteiligt. Das Unternehmen erzielt mit rund 750 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 45,1 Millionen Euro. Die kartellrechtliche Freigabe der Transaktion steht noch aus.

Der Automobilzulieferer Bohnenkamp hat von Starco das Ersatzteilgeschäft in Skandinavien, den Beneluxländern und Deutschland erworben. Starco wurde bei dem Verkauf von Clearwater International unter Federführung von Søren Nørbjerg beraten.

Der PE-Investor Keensight Capital hat aap Biomaterials, ein Tochterunternehmen von aap Implantate, übernommen. Das Unternehmen entwickelt Knochenzemente und Zementierungstechniken. Zudem hat Keensight Capital mit dem italienischen Medizintechnikunternehmen Tecres fusioniert. Bei beiden Transaktionen wurde das Private-Equity-Haus durch ein Team von Paul Hastings beraten. Für aap Implantate war die Kanzlei Taylor Wessing tätig.

Der Spülmittelhersteller Fit erwirbt die Körperpflegemarke Fenjal von dem Schweizer Unternehmen Doetsch Grether. Details des Deals sind nicht bekannt. Im vergangenen Jahr hatte Fit bereits die Haarpflegemarke Gard übernommen.

Die Palfinger Gruppe will die norwegische Herkules Harding Holding, die Rettungsausrüstung herstellt, komplett von dem PE-Investor Herkules übernehmen. Der Kaufvertrag soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. Allerdings stehen noch behördliche Genehmigungen für den Deal aus. Harding erzielte im vergangenen Geschäftsjahr Umsätze von rund 140 Millionen Euro. Mit dem Zukauf würde Palfinger sein Geschäftsvolumen nahezu verdoppeln.

Das Beteiligungsunternehmen Mutares kauft den französischen Hülsenkartonhersteller Sonoco Paper France. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 31 Millionen Euro. Verkäufer ist Sonoco Products Company.

Der Hotelvermittler HRS hat im Zuge einer strategischen Partnerschaft eine Beteiligung an dem australischen Geschäftsreisespezialisten Lido erworben. Damit erweitert HRS sein Hotelportfolio. Details der Transaktion wurden allerdings nicht bekanntgegeben.

Das Unternehmen m-u-t, das unter anderem in den Bereichen Laborautomation sowie Luftfahrttechnik tätig ist, hat die verbliebenen 5 Prozent der Anteile an seiner Tochter Tec5 übernommen. Verkäufer ist die Hellma Holding. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Dexcom, ein Hersteller von Blutdruckmessgeräten, hat die Nintamed Gruppe erworben, die bereits seit sechs Jahren als Vertriebspartner von Dexcom agiert. Details der Transaktion sind nicht bekannt. Beraten wurde Dexcom durch Paul Hastings unter Federführung von Regina Engelstädter.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.