Biotest

10.11.17
Deals

M&A-Deals: Biotest, Uniper, Osram

CFIUS bringt die Biotest-Übernahme durch Creat ins Stocken, Fortum gibt weitere Details zur geplanten Uniper-Akquisition bekannt und Osram will gemeinsam mit Continental ein Joint Venture gründen. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

CFIUS stoppt Biotest-Kauf durch Creat

Die geplante Übernahme des Arzneimittelherstellers Biotest durch den chinesischen Investor Creat droht zu scheitern. Nachdem zuletzt bekannt geworden war, dass der US-Ausschuss den Deal überprüfen werde, hat das CFIUS nun mitgeteilt, dass gegen das Übernahmeangebot Bedenken bezüglich der nationalen Sicherheit der USA bestünden. Dabei stehe vor allem die Creat-Tochter Tiancheng im Vordergrund. Die US-Behörde kann bei M&A-Transaktionen auch einschreiten, wenn sie beispielsweise Bedenken gegen die Hintermänner der neuen Eigentümer hat.

Eine finale Freigabeentscheidung hat das CFIUS jedoch noch nicht getroffen, allerdings geht das Komitee laut Mitteilung davon aus, dass die Sicherheitsbedenken innerhalb der jetzigen Deal-Struktur nicht ausgeräumt werden können. Als Konsequenz haben sich Biotest und Creat dazu entschlossen, ihre Deal-Anmeldung zurückzunehmen. Ein neuer Antrag soll zu einem späteren Zeitpunkt eingereicht werden. Mit diesem soll auch ein beschleunigtes Prüfungsverfahren erreicht werden.

Fortum konkretisiert Uniper-Übernahme

Der finnische Energiekonzern Fortum hat weitere Details seines Übernahmeplans für den Kraftwerksbetreiber Uniper offengelegt. Wie bereits bekannt, beabsichtigt Fortum den Uniper-Aktionären 22 Euro je Aktie zu zahlen. Die Uniper-Aktionäre können nun bis zum 16. Januar 2018 ihre Anteile andienen. Eine Mindestannahmeschwelle gibt es nicht. Fortum rechnet damit, die Transaktion Mitte 2018 abschließen zu können.

Ende September hatten sich Fortum und E.on darüber geeinigt, dass die Essener ihre Restbeteiligung an Uniper im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebots den Finnen andienen werden. Insgesamt könnten E.on dadurch 3,76 Milliarden Euro zufließen. Wenn der Energieversorger seine Anteile nicht andienen sollte, sieht die beschlossene Vereinbarung vor, dass Fortum alle angedienten Aktien an E.on weiterreichen kann. Darüber hinaus müsste E.on eine Ausgleichszahlung leisten.

Osram und Continental planen Joint Venture

Der Leuchtenhersteller Osram und der Automobilzulieferer Continental wollen ein Joint-Venture gründen. Dieses soll Lichttechnologien mit Elektronik und Software kombinieren und auf diese Weise intelligente Lichtlösungen für die Automobilindustrie produzieren. Das unter dem Namen Osram Continal firmierende Joint Venture soll seinen Sitz im Münchener Raum haben. Osram und Continental werden je die Hälfte an dem Gemeinschaftsunternehmen halten.

Die Unternehmen planen, mit 1.500 Mitarbeitern an 17 Standorten einen Jahresumsatz im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich zu erreichen. Der Start des Joint Ventures ist für 2018 vorgesehen. CEO des Joint Ventures soll Dirk Linzmeier von Osram werden. Harald Renner von Continental soll den Posten des CFOs übernehmen.

M&A-Personalien

Felix Ebbinghaus wechselt von der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer zu Loschelder. Dort wird er als Partner die M&A-Praxis verstärken. Ebbinghaus begleitet schwerpunktmäßig Transaktionen mit Beteiligung börsennotierter Unternehmen und berät zu Corporate-Governance-Fragen. Bei Freshfields Bruckhaus Deringer war der 38-Jährige als Principal Associate im Bereich Gesellschaftsrecht/M&A tätig.

Weitere M&A-Deals

Der Flugzeughersteller Airbus hat offenbar seine Helikopter-Wartungstochter Vector an die Standardaero Aviation Holdings, eine Tochtergesellschaft des New Yorker Finanzinvestors Veritas Capital, veräußert, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtet. Über den Verkaufspreis sei nichts bekannt. Dem Bericht zufolge erwirtschaftete Vector im vergangenen Jahr mit 2.200 Mitarbeitern einen Umsatz von 704,8 Millionen US-Dollar.

Der Schweizer Agrarkonzern Syngenta übernimmt Nidera Seeds. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, heißt es in einer Mitteilung. Eigentümer des Saatgutgeschäfts Nidera Seeds ist das Agrar- und Handelsunternehmen Nidera, das wiederum ist ein Tochterunternehmen des chinesischen Staatsunternehmens Cofco ist. Einen Kaufpreis nannten die Unternehmen nicht. Die Rechtsanwaltskanzlei DLA Piper (Federführung: Benjamin Parameswaran, Isaschar Nicolaysen, Sebastian Decker) stand Syngenta bei der Transaktion beratend zur Seite.

Das Geldinstitut Oddo BHF führt seine beiden Vermögensgesellschaften Frankfurt-Trust und Oddo BHF Asset Management zusammen. Das kündigte die Bank in einer Pressemitteilung an. Unter der neu geschaffenen Marke Oddo BHF Asset Management werden demnach künftig 61 Milliarden Euro in Frankreich und Deutschland verwaltet. Die Bank geht davon aus, dass der Zusammenschluss in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 erfolgen wird.

Der Hersteller von Faserzementverkleidungen James Hardie Industries kauft die Xella-International-Tochter Fermacell. Der Kaufpreis für den Produzenten von Gipsfaserplatten beläuft sich auf 473 Millionen Euro. Das gab das Unternehmen diese Woche bekannt. Der Zukauf soll voraussichtlich im ersten Quartal 2018 vollzogen werden. Beraten wurde James Hardie von der Anwaltskanzlei DLA Piper (Federführung: Benjamin Parameswaran).

Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB plant offenbar ein Joint Venture mit dem saudischen Unternehmen Arkad, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. In dieses soll dem Bericht zufolge das Dienstleistungsgeschäft von ABB im Öl- und Gasbereich ausgelagert werden. Laut Reuters-Informationen ist vorgesehen, dass Arkad die Mehrheit an dem Gemeinschaftsunternehmen halten werde.

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius erwirbt das Schweizer Futtermittelgeschäft des Futtermittelanbieters Cargill. Nach Angaben von Aurelius erwirtschaftete Cargill im Geschäftsjahr 2017 mit rund 250 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 130 Millionen Euro.

Die Mittelstandsholding Endurance Capital hat Ende Oktober Elsold, einen Hersteller von Lotprodukten für die Automobil- und Elektronikindustrie, an Tamura Deutschland verkauft. Tamura ist eine deutsche Holdinggesellschaft der Tamura-Gruppe, ein japanischer Hersteller elektronischer Komponenten und Chemikalien für industrielle Anwendungen. Elsold wurde 2012 als Teil der JL Goslar Gruppe von Endurance erworben und konnte im vergangenen Jahr nach Angaben von Endurance ein zweistelliges Umsatz- und Ergebniswachstum verzeichnen.

Die luxemburgische Beteiligungsgesellschaft Active Ownership Capital (AOC) plant die Übernahme des luxemburgischen Technologiekonzerns Exceet. Die Gruppe ist auf intelligente Elektronik und Sicherheitstechnik spezialisiert. Die Rechtsanwaltskanzlei DLA Piper (Federführung: Andreas Füchsel) hat Active Ownership Capital bei der Transaktion beraten.

Die Frankfurter Beteiligungsgesellschaft VR Equitypartner hat eine Minderheitsbeteiligung an der Groneweg-Gruppe, einem Spezialisten für gefrier- und luftgetrocknete Kräuter, Gemüse und Früchte, erworben. Sowohl die Familie als auch das Management bleiben weiterhin mehrheitlich an dem Grevener Unternehmen beteiligt. Im vergangenen Jahr erzielte Groneweg mit rund 600 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 60 Millionen Euro. VR Equitypartner wurde bei der Transaktion von AFC Management Consulting, Warth & Klein Grant Thornton, Taylor Wessing Deutschland (Federführung: Jens Wolf) und Reed Smith beraten.

Der Anbieter für Einzelhandelstechnologie Aptos hat den Geschäftsbereich TXT Retail vom italienischen Anbieter von Software-Lösungen für den Textilhandel TXT E-solutions gekauft. Das gaben beide Unternehme in einer Pressemitteilung bekannt. Der Kaufpreis betrug demnach 85 Millionen Euro. Raschke von Knobelsdorff Heiser hat TXT bei der Veräußerung beraten.

Das US-amerikanische Unternehmen Mesa Laboratories hat Simicon, einen Produzenten von Reinigungs- und Bioindikatoren, erworben. Mesa Laboratories bietet Lösungen für die Qualitätskontrolle und Analyse unter anderem für die Pharmaindustrie an und will sich mit der Übernahme Zugang zum deutschen und europäischen Markt schaffen. Die Kanzlei Orrick (Federführung: Jörg Ritter) hat Simicon bei der Transaktion beraten.

Der Schweizer Wealth- und Asset-Manager Kieger und CIC Capital erwerben die W.AG Beteiligungs GmbH und deren Tochtergesellschaften. Die W.AG-Gruppe stellt Koffer für verschiedene Branchen wie die Mess- und Medizintechnik her. Zu den Verkäufern gehörte der PE-Investor Aheim. Die Wirtschaftskanzlei Ebner Stolz (Federführung: Christoph Eppinger) begleitete Kieger und CIC Capital bei der Transaktion.

Der österreichische Holzwerkstoffhersteller Egger hat den Industriebetrieb des chilenischen Konkurrenten Masisa im argentinischen Concordia erworben. Dieser umfasst Industrieanlagen zur Herstellung und Beschichtung unter anderem von Spanplatten. Der Umsatz des Industriebetriebs lag zuletzt bei 131 Millionen US-Dollar. Nach eigenen Angaben hat die Transaktion eine Größenordnung von 155 Millionen US-Dollar. Die M&A-Beratung IMAP hat Masisa bei dem Verkauf beraten.

Der Lebensmittelhersteller Hak hat sich eine Mehrheitsbeteiligung an dem Lebensmittelvertrieb Foodeko gesichert. Über die Details der Beteiligung ist nichts bekannt. Das Unternehmen, an dem die Private-Equity-Gesellschaft NPM beteiligt ist, wurde bei der Transaktion von der Anwaltskanzlei Hengeler Mueller (Federführung: Thomas Meurer und Martin Ulbrich) beraten.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.