Der Energieversorger EWE stellt ein großes Anteilspaket ins Schaufenster und könnte Milliarden damit erlösen.

EWE

15.03.19
Deals

M&A-Deals: EWE, Rheinmetall, UPC

EWE könnte mit einem Anteilsverkauf Milliarden einnehmen, Rheinmetall will Krauss Maffei Wegmann schlucken und Sunrise-Großaktionär Freenet stemmt sich gegen die UPC-Übernahme. Die M&A-Deals im FINANCE-Wochenrückblick.

EWE veräußert Anteilspaket über 26 Prozent

Der Oldenburger Energiekonzern EWE hat den Verkauf eines Anteilspakets über 26 Prozent begonnen. Das geht aus einer Mitteilung des niedersächsischen Unternehmens hervor. Demnach können mögliche Bieter bis zum 21. März Gebote für das Aktienpaket abgeben. Einem Bericht des „Handelsblatt“ zufolge könnte der Verkauf bis zu 1,6 Milliarden Euro einbringen.

Dem Bericht nach sollen sich unter den Interessenten mehrere Finanzinvestoren sowie ein Konsortium bestehend aus dem Versicherer Allianz und dem australischen Infrastrukturfonds Macquarie befinden. Auch der kanadische Pensionsfonds Omers, der niederländische Pensionsfonds PGGM und der australische Fonds IFM sollen zu den möglichen Interessenten zählen. EWE hatte seine Verkaufspläne im August 2018 öffentlich gemacht.

Rheinmetall will Krauss Maffei Wegmann schlucken

In der deutschen Rüstungsindustrie bahnt sich ein Mega-Deal an: Der Düsseldorfer Konzern Rheinmetall will den Münchener Panzerbauer Krauss Maffei Wegmann (KMW) übernehmen. „Wir haben gesprochen und es gibt eine Bereitschaft, dass man Anteile bekommen kann“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger am Mittwoch in Düsseldorf.

Konkret geht es um den 50-Prozent-Anteil von KMW an der deutsch-französischen Rüstungsholding KNDS, in der KMW und das französische Staatsunternehmen Nexter seit 2015 gemeinsam an neuen Rüstungsprojekten arbeiten. Nexter ist ebenfalls mit 50 Prozent an der Holding beteiligt. KNDS steht für KMW + Nexter Defence System. Rheinmetall will nun die KMW-Beteiligung übernehmen und somit zum Eigentümer des Panzerbauers werden. Die Übernahmepläne bestehen bereits seit längerem und nahmen erneut im November 2018 Fahrt auf. Welches Volumen ein möglicher Deal haben könnte, ist nicht bekannt. 

Freenet lehnt UPC-Übernahme durch Sunrise ab

Der Telekommunikationskonzern Sunrise stößt mit seinen Übernahmeplänen der Liberty-Global-Tochter UPC auf Widerstand. Der Mobilfunkanbieter Freenet, der mit rund 25 Prozent an Sunrise beteiligt ist, lehnt den geplanten M&A-Deal ab. „Aus heutiger Sicht überzeugt uns die Transaktionsstruktur nicht, und wir streben grundsätzlich Änderungen an“, sagte Freenet-CFO Ingo Arnold dem Finanzportal „Börse Online“.

Vergangene Woche kündigte Sunrise die Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC an. Die Schweizer bezahlen für UPC 6,3 Milliarden Franken (rund 5,5 Milliarden Euro).

Deutsche Bank und Commerzbank führen Gespräche

Seit langem kursieren Gerüchte über einen Zusammenschluss der Deutschen Bank und der Commerzbank. Diese Gerüchte haben sich Anfang der Woche weiter erhärtet. Wie die „Welt am Sonntag“ berichtete, soll es bereits „inoffizielle Kontakte in sehr kleiner Runde gegeben“ haben. Zudem bestätigte auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), dass sich die Bankhäuser in Gesprächen befinden. Der Bund ist mit 15 Prozent der größte Commerzbank-Aktionär.

Zu den Befürwortern einer Fusion zählt auch der Finanzstaatssekretär Jörg Kukies. Der ehemalige Deutschlandchef von Goldman Sachs soll Medienberichten zufolge die beiden Institute zu den Gesprächen gedrängt haben.

Weitere Meldungen

Der Bauchemiekonzern Sika übernimmt Belineco, einen weißrussischen Hersteller von Polyurethan-Schaumsystemen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Nach Angaben des Schweizer Unternehmens ermöglicht der Zusammenschluss beiden Unternehmen einen besseren Zugang zu osteuropäischen Fachhandelsvertriebskanälen. Belineco mit Sitz in Brest erzielte einen Jahresumsatz von 23 Millionen Schweizer Franken (gut 20 Millionen Euro).

Die Deutsche Post verkauft ihren Messenger-Dienst Simsme an Brabbler. Das Münchner Unternehmen betreibt die voll verschlüsselte Kommunikationsplattform Ginlo. Die Parteien machten keine Angaben zum Kaufpreis. Im Zuge des Deals beteiligt sich die Deutsche Post zudem mit 10 Prozent an Brabbler. Simsme kam 2014 als selbsternannte Whatsapp-Konkurrenz auf den Markt. Die Wirtschaftskanzlei Oppenhoff & Partner hat die Deutsche Post bei der Transaktion beraten.

Der Immobilienkonzern Eyemaxx Real Estate baut seine Beteiligung an dem österreichischen Wettbewerber Vienna Estate aus. Wie das Unternehmen mitteilte, erhöht Eyemaxx seine Beteiligung von 6 auf 26 Prozent. Wie viel die Aschaffenburger für die Anteile bezahlen, ist nicht bekannt.
 
Die Private-Equity-Investoren CIC Capital und Pesca Equity Partners haben sich an der Brüning Gruppe, einem Produzenten von energieliefernden Schüttgutrohstoffen, beteiligt. Das teilten die Beteiligungsgesellschaften mit. Über die genaue Höhe der Beteiligung sowie zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Es handle sich jedoch um eine „signifikante Minderheitsbeteiligung“, heißt es. Brüning mit Sitz in Fischerhude bei Bremen beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 200 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz im hohen zweistelligen Millionenbereich. Die Private-Equity-Häuser wurden bei der Transaktion von der Kanzlei Pöllath + Partners (Federführung: Philipp von Braunschweig) beraten. Die M&A-Beratung Kloepfel Corporate Finance hat Brüning unterstützt.  

Der Bochumer Private-Equity-Investor Crosslantic Capital beteiligt sich mehrheitlich an der Hamburger Personalberatung Career Team Group. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Verkäufer, der Finanzinvestor Truventuro und der Career-Team-Gründer Ole Mensching, bleiben weiterhin beteiligt. Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ebner Stolz hat Crosslantic bei der Übernahme beraten.

Die Zur-Rose-Gruppe kauft die Onlineplattform Doctipharma von der Pariser Lagardère-Gruppe. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Laut eigenen Angaben vertreiben über 100 Partnerapotheken mehr als 15.000 Gesundheits- und Körperpflegeprodukte über die französische Plattform. In den kommenden Monaten solle Doctipharma in eine von der spanischen Promofarma entwickelte Marktplatzplattform integriert werden.

Der Private-Equity-Investor Emeram hat über sein Portfoliounternehmen Meona den Anbieter von klinischer Software Dr. Heni übernommen. Das teilte die Beteiligungsgesellschaft über eine Pressemitteilung mit. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Emeram wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Friedrich Graf von Westphalen (Federführung: Hendrik Thies und Frank Jungfleisch) beraten.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.