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M&A-Deals: Henkel, Bertelsmann, Kabel Deutschland

Henkel will sein Sortiment in Polen erweitern.
Henkel

Henkel übernimmt polnische Marken von PZ Cussons

Der Konsumgüterhersteller Henkel will die polnischen Wasch- und Reinigungsmittelmarken des englischen Wettbewerbers PZ Cussons übernehmen. Eine Vereinbarung darüber haben die Konzerne in dieser Woche unterzeichnet. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen, das Closing soll im dritten Quartal 2013 erfolgen. Das Geschäft erstreckt sich einer Henkel-Mitteilung zufolge im Wesentlichen auf Polen, schließt aber auch Geschäftsaktivitäten in Russland und weiteren osteuropäischen Ländern mit ein. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Die zum Verkauf stehenden Marken erzielten 2012 einen Umsatz von rund 60 Mio. Euro. Henkel will mit dem M&A-Deal eine Wachstumsregion für den Unternehmensbereich Laundry & Home Care stärker erschließen.

Interfer steigt größer bei Klöckner & Co ein

Der Essener Stahlhändler Interfer hat sich mit knapp 8 Prozent beim Wettbewerber Klöckner & Co eingekauft. Die von Albrecht Knauf kontrollierte Interfer Holding ist mit 7,82 Prozent seit dieser Woche größter Einzelaktionär von Klöckner. Die Beteiligung sei eine strategische Investition, teilte Interfer mit. Die strategische Neuausrichtung von Knauf Interfer begründe eine Ausweitung der Aktivitäten im Stahlhandel.

Kabel Deutschland scheitert bei Tele Columbus an Kartellamt

Das Bundeskartellamt hat in dieser Woche Kabel Deutschland die Übernahme von Tele Columbus verhagelt. Um wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kartellbehörden zu zerstreuen, hatte Kabel Deutschland kürzlich ein Zusagenpaket vorgelegt und angeboten, Tele-Columbus-Netze samt den dazugehörigen Verträgen mit mehr als 430.000 angeschlossenen Haushalten zu verkaufen. Kabel Deutschland teilte mit, man sei mit den Zusagen „an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen“. Das Unternehmen geht nun davon aus, dass die Kartellbehörden den M&A-Deal untersagen. Tele Columbus beeilte sich zu versichern, man sei auch für eine eigenständige Fortführung der Geschäftsaktivitäten gerüstet. Kabel Deutschland ist derweil nach wie vor als Target präsent – noch immer brodeln die Gerüche um eine mögliche Übernahme des Kabelnetzbetreibers durch den Kommunikationskonzern Vodafone.

FINANCE Research: PE-Investoren setzen auf Trendwende

Für den deutschen Private-Equity-Markt könnte 2013 zu einem richtungsweisenden Jahr werden. Nachdem sich die Vielzahl an PE-Investoren, die es in Deutschland inzwischen gibt, in den vergangenen Jahren um zu wenige M&A-Deals gestritten hat, setzen die Finanzinvestoren jetzt auf eine Trendwende. Für das laufende Jahr erwarten die PE-Investoren sowohl aus den eigenen Reihen als auch von Konzernen mehr Unternehmensverkäufe als im Vorjahr. Gleichzeitig sind zahlreiche PE-Häuser nach anonymer Auskunft ihrer Geschäftsführer in den vergangenen Wochen ins Käuferlager gewechselt, wie die aktuellen Ergebnisse des FINANCE Private Equity Panelszeigen, für die FINANCE regelmäßig mit CMS Hasche Sigle die Chefs von rund 40 PE-Häusern befragt.

Constantia Flexibles kauft zu

Der Wiener Verpackungshersteller Constantia Flexibles hat einen Vertrag zur Übernahme des US-Getränkeetikettenherstellers Spear (Umsatz ca. 195 Mio. US-Dollar) unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Für Constantia Flexibles ist es der zweite M&A-Deal in diesem Jahr, bereits im Januar hatte das Unternehmen die Firma Globalpack, einen mexikanischen Hersteller von flexiblen Verpackungen und Faltkarton mit 180 Mio. Euro Umsatz, vollständig übernommen.

Bertelsmann-Musikverlag kauft Label Sanctuary

Der Musikverlag BMG, ein Gemeinschaftsunternehmen des Medienkonzerns Bertelsmann und des PE-Investors KKR, hat das frühere EMI-Label Sanctuary mit Bands wie Black Sabbath, Iron Maiden oder Motörhead für einen nicht genannten Preis von Universal Music gekauft. Die EU-Kommission muss dem M&A-Deal noch zustimmen. Das EMI-Label Parlaphone konnte BMG sich nicht sichern, es geht für rund 571 Mio. Euro an den US-Konzern Warner Music.
Bertelsmann ist unterdessen auch der Fusion des Buchverlags Random House mit der Penguin Group von Pearson einen Schritt näher gekommen. Das US-Justizministerium hat die Fusion ohne Auflagen genehmigt. Bertelsmann und Pearson hatten im Oktober 2012 die Fusion der Buchverlage bekanntgegeben. Weitere Genehmigungen wollen die Konzerne in der zweiten Jahreshälfte einholen, unter anderem prüfen die Behörden in Kanada und die Europäische Kommission die Fusion.

Freigabe für Verkauf der E.on Thüringer Energie

Der Mehrheitsverkauf der E.on Thüringer Energie an den eigens gegründeten Kommunalen Energiezweckverband Thüringen (KET) hat in dieser Woche mit der Zustimmung des Landesverwaltungsamts die letzte Hürde genommen. E.on hatte Anfang des Jahres angekündigt, einen 43-prozentigen Anteil an der Tochter verkaufen zu wollen. Der Kaufpreis der Anteile soll bei 546 Millionen Euro liegen, zudem müssen Kredite in Höhe von 400 Millionen Euro übernommen werden. Die Kommunen halten künftig gemeinsam 84,8 Prozent der Anteile, die übrigen 15,2 Prozent soll der Stadtwerkeverbund Thüga (München) übernehmen.
Unterdessen hat E.on auch einen Käufer für seine 34-prozentige Beteiligung am finnischen Reaktor-Baukonsortium Fennovoima gefunden. Das finnische Unternehmen Voimaosakeyhtiö übernimmt die Anteile zu einem nicht genannten Preis. E.on will sich komplett aus Finnland zurückziehen. Mit dem M&A-Deal hat der Konzern die letzte Beteiligung an einem Projekt zum Bau von Atomkraftwerken im Ausland abgegeben.

Dümmen fusioniert mit Agribio

Die im Bereich Züchtung und Jungpflanzenproduktion tätigen Unternehmen Dümmen und Agribio Group (Niederlande) wollen fusionieren. Das neu gegründete Unternehmen wird rund 6.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigen und einen jährlichen Umsatz von rund 175 Mio. Euro erzielen, erwarten die Beteiligten. Anteilseigner des neuen Unternehmens werden die Dümmen-Familie, ihr Management sowie H2 Equity Partners sein. Über finanzielle Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Ein Team von Angermann M&A International um Michael Thiele hat das Unternehmen Dümmen und die Gesellschafter gemeinsam mit Kollegen von Holland Corporate Finance beraten.

Aryzta: M&A-Deal verteuert Effizienzprogramm

Der Schweizer Backwarenkonzern Aryzta hat die deutsche Großbäckerei Klemme (Umsatz 2012 ca. 229 Mio. Euro) für einen Kaufpreis von 280 Mio. Euro übernommen. Der Zukauf soll die Marktpräsenz des Unternehmens stärken, teilte Aryzta mit. Der M&A-Deal wird allerdings Auswirkungen auf das Effizienzsteigerungsprogramm Aryzta Transformation Initiative haben: Klemme soll in Aryztas SAP-Plattform integriert werden, wodurch der Konzern zusätzlichen Zeitaufwand und höhere Kosten erwartet. Die deutschen Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen.

Körber übernimmt LTi-Gruppe

Der Hamburger Maschinenbaukonzern Körber hat den Kauf der LTi-Gruppe angekündigt. LTi ist spezialisiert auf die Geschäftsfelder Automations und Sensorik. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen, finanzielle Details wurden nicht genannt. LTi erzielte einer Mitteilung zufolge 2012 einen Umsatz von mehr als 150 Mio. Euro. Nicht im M&A-Deal enthalten sind die Unternehmen Lust Hybrid-Technik und Adaturb, die im Eigentum der bisherigen Gesellschafter verbleiben.

Kienle + Spiess findet japanische Käufer

Der PE-Investor Bavaria Industriekapital hat seine größte Beteiligung, das Stanz- und Druckgießwerk Kienle + Spiess, an die japanische Sumitomo Gruppe verkauft. Die Kartellbehörden müssen dem M&A-Deal noch zustimmen. Bavaria hatte Kienle + Spiess im Juni 2006 übernommen. Das Unternehmen erzielte 2011 einen Umsatz von 231 Mio. Euro, über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Bavaria wurde bei dem M&A-Deal in finanziellen Fragen von William Blair & Company beraten, rechtlich hat CMS Hasche Sigle den PE-Investor beraten.

Konecranes kooperiert mit Kion

Konecranes hat in dieser Woche eine Zusammenarbeit mit der Kion Group bekannt gegeben. Dazu übernimmt Konecranes bestimmte Assets und Produktrechte der Container-Handler-Sparte der 100-prozentigen Kion-Tochter Linde Material Handling. Über den Wert der verkauften Assets haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal erwartet. Die Produktion für beide Unternehmen soll nach einer gewissen Zeit vollständig in Werken von Konecranes erfolgen. Zudem erhält Konecranes Zugang zum Vertriebsnetz von Linde Material Handling. Die Kooperation soll die Wirtschaftlichkeit in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Produktion verbessern.

Rockwood übernimmt Kemira-Anteil an Sachtleben

Die Rockwood Holding hat den 39-prozentigen Anteil von Kemira am Gemeinschaftsunternehmen Sachtleben für einen Barkaufpreis von 97,5 Mio. Euro übernommen. Sachtleben, ein Hersteller Hersteller von Titandioxid für Spezialanwendungen, wurde im September 2008 durch den Zusammenschluss der Titandioxidsparten von Rockwood und Kemira gegründet. Im Sommer 2012 hatte Sachtleben den deutschen Wettbewerber Crenox vom Insolvenzverwalter übernommen und dadurch die Produktionskapazität auf 340.000 Tonnen erweitert. Ein Team von Willkie Farr & Gallagher unter der Leitung von Georg Linde hat Rockwood beraten.

M&A-News: Personalie

Der frühere Candover-Chef Jens Tonn wird Deutschlandchef des Mezzanine-Investors ICG, wie FINANCEexklusiv erfahren hat. Zuletzt war Tonn Deutschlandchef des US-amerikanischen PE-Fonds Vestar Capital Partners, dem er nach dem Verkauf des letzten großen Portfoliounternehmens in Europa, dem Verkauf von Sunrise Medical an Equistone, zum Jahreswechsel den Rücken gekehrt hatte.

Weitere M&A-Deals

Die Otto-Group hat die Mehrheit am Spin-off-Unternehmen Nubon, einer Ausgründung des Handels-IT-Dienstleisters Ethalon, zu einem nicht genannten Preis übernommen. Nubon bietet Dienstleistungen zu Kundenbindungsprogrammen und im mobilen Zahlungsverkehr. Das Unternehmen soll künftig mit der Otto-Tochter Yapital, einem Anbieter von mobilen Zahlungsverkehrslösungen, kooperieren. Otto arbeitet seit gut anderthalb Jahren an einer mobilen Zahlungsverkehrslösung, in diesem Jahr soll Yapital starten.

Der Unternehmer Thomas Lorünser hat die Anteile an der Ledon Lamp GmbH, einem 2009 gegründeten Start-up der Zumtobel Gruppe, rückwirkend zum 1. November 2012 übernommen. Das Unternehmen produziert LED-Lampen für Endverbraucher. Über finanzielle Details wurde nichts bekannt.

Diehl Controls, ein Teilkonzern der Diehl-Gruppe, will den Geschäftsbereich Photovoltaik zum 1. April dieses Jahres an die Mutares-Tochter Mutares Solar verkaufen. Die Produktion der Photovoltaikprodukte verbleibt bei Diehl Controls, die Bereiche Appliance und Smart Home sind von dem M&A-Deal unberührt. Diehl Controls will sich künftig stärker auf das OEM-Geschäft konzentrieren.

Der Hersteller von Konstruktionssoftware Mensch und Maschine Software hat über seine französische Niederlassung Man and Maschine den Geschäftsbetrieb des Pariser CAD-Systemhauses Visiograph-GDS übernommen. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.

Freenet übernimmt über die Tochter Mobilcom-Debitel 51 Prozent an der Motion TM Vertriebs GmbH. Nach der Freigabe durch die Kartellbehörden soll der M&A-Deal noch im ersten Quartal vollzogen werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Fusion der IT-Unternehmen Qurius und Prodware Group ist abgeschlossen. Die Qurius-Tochtergesellschaften in Spanien, Belgien, England, den Niederlanden und Deutschland sowie das Entwicklungszentrum in der Tschechischen Republik sind seit November 2011 sukzessive in die Prodware Group eingegliedert worden. Qurius Deutschland heißt ab sofort Prodware Deutschland, bleibt als Teil der Gruppe aber eine eigenständig geführte Einheit.

Der Schweizer Verlag Orell Füssli übernimmt den Luzerner Verlag Fuchs rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres zu einem nicht genannten Preis. Orell Füssli will mit dem M&A-Deal den Lehrmittelbereich stärken. Der Gründer und bisherige Inhaber des Verlags Fuchs, Jakob Fuchs, wird den Orell Füssli Verlag in den nächsten Jahren weiter beraten.

Die Strategieberatung Booz & Co. hat die Unternehmensberatungsgruppe Management Engineers übernommen. Die Marke soll unter dem Dach von Booz erhalten bleiben. Das Kartellamt und die Partner von Booz müssen noch zustimmen, der M&A-Deal soll bis zum 2. April abgeschlossen sein. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Ein Team der Kanzlei Luther unter Federführung von Partner Markus Schackmann hat Management Engineers bei der Transaktion begleitet.

Die Deutsche Börse beendet das Joint Venture Scoach mit der Schweizer Börse Six zum 30. Juni. Six hatte den Kooperationsvertrag gekündigt.

Die Investmentgesellschaft HBM Partners hat sich an dem US-Gesundheitsunternehmen Gynesonics beteiligt. Ein Team von Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom unter Federführung von Johannes Frey hat HBM Partners im Zusammenhang mit der Strukturierung des Investments beraten.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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