M&A-Deals: Für die DBAG hat sich der Verkauf des Buszulieferers Spheros gelohnt.

Spheros

08.01.16
Deals

M&A-Deals: Spheros, Kuoni, Deutsche Bank

Die DBAG verdoppelt ihren Einsatz bei Spheros, Kuoni verhandelt über seinen Verkauf und die Deutsche Bank macht einen Milliardendeal in China. Diese und andere M&A-Deals der vergangenen zwei Wochen finden Sie in unserem FINANCE-Rückblick.

DBAG macht guten Deal mit Spheros-Verkauf

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat den Buszulieferer Spheros an den französischen Autozulieferer Valeo verkauft. Für die DBAG ist der Exit ein Erfolg: Wie das PE-Haus selbst mitteilte, bringt der Verkauf mehr als das Doppelte des ursprünglichen Investments von 15,3 Millionen Euro.

Die DBAG hatte Spheros Ende 2011 erworben. In der Folge ist der Umsatz des Herstellers von Klimaanlagen für Busse deutlich angestiegen. Als Berater für die DBAG war Shearman & Sterling unter Federführung von Thomas König mandatiert.

Kuoni sucht nach Investoren

Der Schweizer Reisekonzern Kuoni verhandelt derzeit mit Interessenten über einen möglichen Verkauf des Unternehmens. Die Gespräche seien von Seiten Dritter initiiert worden, wie Kuoni mitteilte. Allerdings stehe man noch am Anfang, daher sei noch nicht gewiss, dass es ein tatsächliches Übernahmeangebot geben werde.

Medienberichten zufolge sollen gleich vier PE-Investoren Interesse an Kuoni haben – dabei soll es sich um EQT, Cinven und Permira sowie ein Konsortium aus der HNA Group und Baring Private Equity Asia handeln. Von einem solchen M&A-Deal könnte auch Kuonis Konkurrent Tui profitieren, denn der Reisekonzern hat selbst M&A-Pläne.

Deutsche Bank macht Milliardendeal in China

Die Deutsche Bank trennt sich von ihrer Beteiligung an der chinesischen Bank Hua Xia. Käufer ist der chinesische Versicherungskonzern PICC. Der Verkauf des 20-Prozent-Anteils soll je nach Kursentwicklung zwischen 3,2 und 3,7 Milliarden Euro einbringen.

Damit kann CFO Marcus Schenck die Kapitaldecke der Deutschen Bank aufpolstern, um sich für weitere drohende Strafzahlungen aus Rechtsfällen zu wappnen. Die harte Kernkapitalquote könnte sich durch den M&A-Deal um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte verbessern, so eigene Berechnungen der Bank. Als Berater bei dem Verkauf agierte die Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer.

Aurelius: Übernahme von Arba Processing geplatzt

Die im August angekündigte Übernahme von Arba Processing durch Aurelius ist überraschend gescheitert. Den Grund gab der Münchener Investor jedoch nicht bekannt. Eigentlich sollte dies die erste Transaktion der neu gegründeten Tochter Aurelius Mittelstandskapital sein.

Die Eigentümerfamilie Barlian wollte die gesamte Unternehmensführung von Arba Processing an Aurelius übergeben, um so die Nachfolge im Unternehmen zu sichern. Das Unternehmen, das mit Fahrzeugaufbauten für Milchsammelwagen 50 Millionen Euro Umsatz erzielt, sollte mit Hilfe von Aurelius expandieren.

Dialog hat bessere Chancen bei Atmel-Übernahme

Der Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor kann sich laut Bloomberg wieder mehr Hoffnung auf die Übernahme des US-Konkurrenten Atmel machen. Dem Bericht zufolge überdenkt der Mitbieter Microchip sein Angebot von rund 3,8 Millionen US-Dollar. Grund sei das schwächelnde Geschäft von Atmel im letzten Quartal 2015, so Bloomberg unter Berufung auf eine informierte Person. Die Offerte von Dialog hat einen Wert von etwa 3,4 Milliarden US-Dollar.

Vonovia umwirbt Deutsche-Wohnen-Aktionäre

Der Wohnungskonzern Vonovia wendet sich im Übernahmestreit um die Deutsche Wohnen direkt an deren Aktionäre. In einem offenen Brief versucht CEO Rolf Buch, die Deutsche-Wohnen-Aktionäre zu überzeugen, das Übernahmeangebot, das noch bis zum 26. Januar läuft, anzunehmen. Er hebt hervor, dass diese von dem geplanten Zusammenschluss „deutlich profitieren“ würden.

Unter anderem führt Buch bessere Dividendenaussichten und weniger Abhängigkeit vom Berliner Wohnungsmarkt als Vorteile an. Vonovia will so den Widerstand des Vorstands der Deutschen Wohnen umgehen. Dieser stemmte sich bisher gegen die Übernahme. Dazu müsste Vonovia mindestens 50 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien angedient bekommen – bislang sind es erst 7,4 Prozent.

Metro zieht sich aus Vietnam zurück

Der Handelskonzern Metro hat den seit 2014 geplanten Verkauf seiner 19 Großmärkte in Vietnam abgeschlossen. Käufer ist die thailändische TCC Land International. Der M&A-Deal ist 655 Millionen Euro schwer. Metro sind aus dem Verkauf bereits rund 400 Millionen Euro zugeflossen.

Der Verkauf umfasst das vietnamesische Cash & Carry-Geschäft und die zugehörigen Immobilien. Allerdings will Metro sich nicht komplett aus Asien zurückziehen, sondern will in der Wachstumsregion auch weiterhin investieren. Beraten wurde Metro bei dem M&A-Deal durch die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer.

CRIF übernimmt Bürgel Wirtschaftsinformationen

Das auf Kreditauskunfteien und Unternehmensinformationssysteme spezialisierte Unternehmen CRIF hat Bürgel Wirtschaftsinformationen übernommen. Verkäufer sind Euler Hermes und die EOS Holding. Der M&A-Deal soll im Februar abgeschlossen werden.

2014 erwirtschaftete CRIF einen Gesamtertrag von 340 Millionen Euro. CRIF wurde bei der Übernahme durch ein Team von Baker & McKenzie unter Federführung von Alberto Fornari und Jon-Marcus Meese beraten.

M&A-Personalien

Fabian von Samson-Himmelstjerna wechselt von Ashurst in die Münchener Niederlassung der US-Kanzlei Orrick Herrington & Sutcliffe. Der 40-Jährige war 2006 bei Ashurst eingestiegen und zuletzt als Counsel tätig. Er ist auf M&A- und Private-Equity-Transaktionen spezialisiert.

Daniel Wied ist als Salary-Partner bei Arqis eingestiegen. Der 37-Jährige kommt von DLA Piper, wo er zwei Jahre als Senior Associate arbeitete. Davor war er bei Ashurst tätig. Seine Karriere begann er 2009 bei Kirkland & Ellis.

Thomas Dünchheim leitet künftig das Düsseldorfer Büro von Hogan Lovells. Sein Vorgänger Erhard Keller soll sich wieder der Mandantenbetreuung widmen. Der 46-jährige Dünchheim ist seit 2009 für die Wirtschaftskanzlei tätig. Er leitet als Partner die Praxisgruppe Öffentliches Recht.

Alexander Gehrt, der zuletzt das M&A-Geschäft der Schweizer Bank UBS für Deutschland und Österreich leitete, wechselt zum Schweizer Chemiekonzern Clariant. Dort ist er der neue Head of M&A, Group Treasury and Risk Management. Gehrt war 1997 bei der UBS eingestiegen und hatte 2007 die Position des Head of M&A für die Transaktionsberatung in Deutschland und Österreich übernommen, die er bis vergangenen Sommer innehatte. Um seinem neuen Arbeitgeber Clariant drehten sich zuletzt M&A-Spekulationen.

Julian Schulze De la Cruz ist seit 1. Januar in der Praxisgruppe Aktien- und Kapitalmarktrecht der Wirtschaftskanzlei Noerr tätig. Der 38-Jährige hat die Position eines Associated Partner inne. Zu seinen früheren Karrierestationen zählen Freshfields Bruckhaus Deringer und Weil, Gotshal & Manges.

Ingo Scholz steigt bei der Kanzlei Weil, Gotshal & Manges ein. Der 45-Jährige arbeitet künftig in der Restrukturierungspraxis in Frankfurt. Bislang war er seit 2006 als Partner bei Ashurst tätig und ist auf Restrukturierung und M&A spezialisiert.

Weitere M&A-Deals

Die Deutsche Bank wird den Exit bei der Postbank doch nicht so schnell vollziehen können wie erhofft. Dies berichtete die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Informationen aus Aufsichtsrat und Management der Bank. Demnach soll statt einer Mehrheit in diesem Jahr allenfalls ein kleiner Teil der Postbank an die Börse kommen. Der Buchwert der Postbank beläuft sich auf rund 4 Milliarden Euro. Wegen des schwierigen Zinsumfeldes sei es der Deutschen Bank zufolge schwierig, diesen Preis von Finanzinvestoren zu erzielen. Daher hofft die Bank auf Interesse von Konkurrenten wie der HypoVereinsbank, Commerzbank oder Santander.

Holtzbrinck Ventures und Rocket Internet haben das Berliner Start-up Classmarkets an die Scout24-Gruppe verkauft. Details des Deals wurden nicht bekanntgegeben. Beraten wurden die Verkäufer durch die Wirtschaftskanzlei Noerr.

RWE und E.On haben ihre Minderheitsbeteiligungen an dem Luxemburger Energieversorger Enovos veräußert. RWE hielt bislang 18,4 Prozent, E.On 10 Prozent an dem Unternehmen. Käufer ist ein Bieterkonsortium unter der Leitung des Großherzogtums Luxemburg und des PE-Investors Ardian. Der M&A-Deal soll im ersten Quartal abgeschlossen werden. Die Verkäuferseite hatte Baker & McKenzie als Berater mandatiert. Das Team leiteten Ingo Strauss und Gerald Schumann.

Der PE-Investor Ardian hat seine Mehrheitsbeteiligung an dem italienischen Medizintechnikunternehmen Lima Corporate Gruppe an EQT verkauft. Als Berater für EQT war die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer tätig.

Der PE-Fonds Emeram hält sämtliche Anteile an dem e-Commerce-Unternehmen Diva-e Digital Value Enterprise. Das Unternehmen wurde 2015 durch den Zusammenschluss der sechs Unternehmen Ageto, First Colo, Kom, Netpioneer, Textprovider und Zeros+Ones gegründet. Diva-e erzielt mit etwa 380 Mitarbeitern rund 45 Millionen Euro Umsatz. Emeram wurde bei der Transaktion durch P+P Pöllath + Partners unter Federführung von Otto Haberstock beraten. Die Gesellschafter der sechs Unternehmen wurden bei dem Zusammenschluss durch die Kanzlei Gütt Olk Feldhaus unter Federführung von Sebastian Olk und Attila Oldag begleitet.

Der schwedische Versorger Vattenfall will sich beim geplanten Verkauf seines deutschen Braunkohlegeschäfts noch nicht festlegen, wie Reuters berichtete. Stattdessen sollen mehrere Interessenten bis März ihre verbindlichen Angebote einreichen, so Reuters unter Berufung auf das Handelsblatt. Zu den Interessenten zählen unter anderem Steag und Greenpeace.

Net Mobile, ein Anbieter von Bezahllösungen, hat sein in der Frankfurter First Telecom gebündeltes operatives Geschäft im Bereich Voice Solutions veräußert. Im Rahmen eines Management Buy-Outs übernimmt Geschäftsführer Björn M. Reiter das Unternehmen.

Das Softwareunternehmen Nemetschek hat das finnische Unternehmen Solibri übernommen. Außerdem hat Nemetschek seine 70-prozentige Beteiligung an Glaser –isb cad- Programmsysteme für rund 2 Millionen Euro veräußert.

Der französische Konzern Valeo hat den Hightech-Autozulieferer Peiker übernommen. Peiker erzielte im vergangenen Jahr mit über 1.000 Mitarbeitern Umsätze von rund 310 Millionen Euro. Die beiden Unternehmen haben 2015 bereits eine Kooperation vereinbart. Die jetzige Übernahme muss noch von den Kartellbehörden freigegeben werden. Valeo wurde bei dem Deal durch die Kanzlei Gleiss Lutz unter Federführung von Cornelia Topf und Urszula Nartowska beraten.

Cedar Holdings hat seine Beteiligung in Höhe von etwa 25 Prozent an dem auf Gesundheitsvorsorge spezialisierten Unternehmen Medisana veräußert. Käufer ist Comfort Enterprise (Germany), ein Tochterunternehmen der Xiamen Comfort Science & Technology Group, die im Wege mehrerer M&A-Deals insgesamt 75,31 Prozent der Medisana-Anteile zu einem Preis von insgesamt knapp 20 Millionen Euro erworben hat. An dem Mutterunternehmen hat sich die Cedar Holdings im Zuge der Transaktion rückbeteiligt. Beraten wurde Cedar Holdings durch Arqis. Für Xiamen war Baker & McKenzie unter Federführung von Christoph Wolf beratend tätig.

Die IKB Leasing-Gruppe hat die Unternehmen Albis Mobil Lease und UTA Leasing übernommen. Zu dem Deal gehören die Geschäftsbetriebe und die Neugeschäftsaktivitäten. Damit erweitert die Gruppe ihr Angebot zur Leasing- und Mietkauffinanzierung von Nutzfahrzeugen. Als Berater war die Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells unter Federführung von Jens Uhlendorf tätig.

Der Werbevermarkter Ströer kauft das polnische Onlinegeschäft der Goldbach Group. Mit dem M&A-Deal will Ströer seine Marktposition in Polen stärken. Goldbach hingegen will sich auf das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz konzentrieren. Der Verkauf soll im ersten Quartal abgeschlossen werden.

Der Baukonzern Strabag will sein Wasserbaugeschäft an das niederländische Dienstleistungsunternehmen Royal Boskalis Westminster verkaufen. Im Rahmen eines Asset Deals will Royal Boskalis für 70 Millionen Euro Maschinen, Personal und Wartungsverträge von der Hamburger Strabag Wasserbau erwerben.

Die Gesellschafter des Unternehmens Inforoad, dem die Marke Clever-Tanken.de gehört, haben ihre Mehrheit an dem Axel Springer Auto Verlag veräußert. Seit 1. Januar hält der Axel Springer Auto Verlag die Mehrheit an Inforoad. Die Verkäufer wurden durch Taylor Wessing unter Federführung von Mark Hoenike sowie durch die M&A-Beratung CatCap beraten.

Saint-Gobain Building Distribution Deutschland hat den Baustoffhändler Gallhöfer Dach an Palero Invest verkauft. Details sind nicht bekannt. Für die Verkäuferseite war Lincoln International beratend tätig.

Das IT-Unternehmen Allgeier veräußert seine Tochterunternehmen Terna und Terna Switzerland im Rahmen eines Management-Buy-Outs. Die langjährige Geschäftsführung und Finanzierungspartner übernehmen Terna über die AE BG Rho Holding. Der Kaufpreis beläuft sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag, dazu wird ein kleinerer Betrag als Vendor Loan gewährt.
 
Das Hightech-Maschinenbauunternehmen M.A.X. Automation hat das operative Geschäft des Unternehmens AltmayerBTD verkauft. Dazu wurden zwei Management Buy-Outs als Asset Deals abgeschlossen. Der Kaufpreis liegt im unteren einstelligen Millionenbereich. Der Abschluss wird für Ende Januar erwartet. Bei dem Verkauf wurde M.A.X. Automation durch Mayland beraten.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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