Neues aus dem Hause Metro: Die Großaktionäre Beisheim und Meridian haben ihre Anteile aufgestockt.

Metro

21.01.20
Deals

Metro-Großaktionäre sichern sich Vetorecht

Die beiden Metro-Großaktionäre Beisheim und Meridian haben weiter zugekauft und besitzen jetzt eine strategisch wichtige Sperrminorität. Was genau bringt ihnen das im Ringen mit dem zweiten Großaktionär Daniel Kretinsky?

Beisheim und Meridian haben ihre Ankündigung aus dem vergangenen Sommer wahr gemacht: Wie die beiden Stiftungen heute bekanntgaben, haben sie ihre Anteile an Metro weiter ausgebaut. Gemeinsam halten sie nun 23,06 Prozent an dem Düsseldorfer Handelskonzern. 15,87 Prozent der Anteile entfallen auf die Meridian Stiftung, 7,19 Prozent hält die Stiftung des Metro-Mitgründers Otto Beisheim.

Beisheim und Meridian stützen den Vorstand

Beide Gruppen haben ihre Anteile im vergangenen Jahr, als der tschechische Investor Daniel Kretinsky nach Metro griff, in einem Poolvertrag zusammengeführt. Damals kontrollierten sie gemeinsam 20,56 Prozent. Wie Beisheim und Meridian heute ankündigten, wollen sie ihre Anteile noch weiter aufstocken.

Schon mit ihren jetzt verkündeten Zukäufen haben Beisheim und Meridian eine faktische Sperrminorität erreicht. Diese sichert ihnen ein Vetorecht auf künftigen Hauptversammlungen. Dem Management um CEO Olaf Koch und CFO Christian Baier kommt das zupass, denn Beisheim und Meridian unterstützen ihrer Strategie, sich auf das Großhandelsgeschäft zu konzentrieren.

Für Kretinsky wird es eng

Für den zweiten Großaktionär Kretinsky, aktuell mit 29,99 Prozent an Metro beteiligt, bedeutet das, dass er eine Komplettübernahme von Metro inklusive Rückzug von der Börse abschreiben muss. Der von ihm offenbar erwogene Leveraged Buy-out ist vom Tisch.

Trotzdem könnte Kretinsky weiter aufstocken. Der Tscheche besitzt immer noch die Option, weitere Metro-Anteile von Haniel zu erwerben. Zieht er die Option, spränge sein Anteil auf 32,7 Prozent, was ein Pflichtangebot auslösen würde. So könnte er sich vermutlich recht günstig den Weg bis zu einer Aufstockung auf 50 Prozent freimachen. Doch ein solcher Schritt droht nun teuer zu werden, denn wenn Beisheim/Meridian und Kretinsky gleichzeitig als Aufkäufer am Markt aktiv würden, dürfte starker Aufwärtsdruck auf die Metro-Aktie entstehen. Angesichts eines Streubesitzes von nur noch 45 Prozent ist der Markt für die Metro-Aktie schon jetzt vergleichsweise eng.

Heikel für Kretinsky: Wollte er, weil keine Aussicht mehr auf eine Komplettübernahme besteht, nun sein 30-Prozent-Paket verkaufen, stünden Beisheim und Meridian aller Voraussicht nach mangels Finanzkraft als Käufer nicht zur Verfügung. Für andere strategische Käufer hingegen ist durch die Sperrminorität von Beisheim/Meridian ein Einstieg bei Metro unattraktiver geworden.

Die Fragezeichen bei Metro lösen sich auf

Im vergangenen Sommer bot Kretinsky im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebots 16 Euro je Metro-Aktie. Aktuell ist das Papier nur noch etwas mehr als 13 Euro wert, obwohl Metro im Oktober mit 1,9 Milliarden Euro einen hohen Preis beim Verkauf des China-Geschäfts erzielte.

Belastend wirkt jedoch, dass der Verkauf der Supermarktkette Real immer noch nicht unter Dach und Fach ist. Das Management hat versprochen, dass nun innerhalb der nächsten Wochen mit einer Vertragsunterzeichnung zu rechnen ist. Wahrscheinlicher Käufer ist das Konsortium X+bricks. Aber zu welchen Bedingungen der Deal abgeschlossen werden kann, ist unklar.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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