Der Asset Manager Patrimonium hat zwei neue Midcap-Fonds aufgelegt. Mit den eingenommen 300 Millionen Euro wollen die Schweizer vor allem in den deutschen Mittelstand investieren.

kadmy/iStock/Thinkstock/Getty Images

08.06.18
Deals

Patrimonium legt neue Private-Debt-Fonds auf

Patrimonium hat mit zwei Debt-Fonds insgesamt 300 Millionen Euro eingesammelt. Das Ziel des Asset-Managers: deutsche Mittelständler – und zweistellige Renditen.

Der Asset-Manager Patrimonium hat das erste von zwei Closings für seine neuen Fonds im Bereich Private Debt abgeschlossen. Die Schweizer haben für ihre „Patrimonium Middle Market Debt Funds I+II“ insgesamt 300 Millionen Euro eingeworben. „Der Betrag teilt sich zwischen den beiden Fonds in etwa gleich auf“, erklärt Daniel Heine, Managing Director Private Debt bei Patrimonium. Geldgeber sind institutionelle Investoren aus Deutschland und aus der Nordics-Region.

Mit dem Geldtopf konzentriert sich der Asset-Manager vor allem auf deutsche Mittelständler, die nur schwer an Bankkredite herankommen. Der eine Teil des Geldes soll in „Special Situations“ fließen, die Patrimonium-Manager Heine aber nicht als „Distressed Assets“ verstanden wissen will: „Hier bieten wir vor allem Refinanzierungen und Bridge Loans an ebenso wie Darlehen für Unternehmen in Übergangsphasen.“ Die angestrebte Nettozielrendite liegt bei 11 bis 12 Prozent.

Patrimonium-Fonds: Ticketgröße bis zu 50 Millionen Euro

Der zweite Teil des Geldes soll in Unternehmen fließen, die zu hoch verschuldet sind für ein klassisches Darlehen. Hier strebt Patrimonium eine Rendite zwischen 7 und 8 Prozent an. Speziell in dieser Anlageklasse des neuen Debt-Fonds war der Asset-Manager bislang weniger präsent.

90 Prozent der Mittel der beiden neuen Fonds plant Patrimonium in deutsche Mittelständler zu investieren. Frühere Investitionen waren etwa der Werkzeugbauer Joh. Friedrich Behrens (Refinanzierung) oder die Dienstleistungsgruppe Amevida (finanzielle Restrukturierung).

Weiteres Geld aus den neuesten Fonds könne in Unternehmen in Österreich, der Schweiz und in weitere Nachbarländer Deutschlands fließen. Die Ticketgröße einzelner Investments soll zwischen 5 bis 50 Millionen Euro liegen. Seine Stärke sieht Patrimonium im Bereich von 15 bis 20 Millionen Euro. Die Darlehen sind besichert, weshalb die Schweizer es auf Unternehmen in Asset-intensiveren Branchen abgesehen haben.

Credit Suisse kooperiert mit Midcap-Investor Patrimonium

Das jetzige Closing ist nur der erste Teil des neuen Midcap-Fonds: Der Zielbetrag liegt bei 650 Millionen. In den kommenden zwölf Monaten wollen die Schweizer bei Investoren deshalb zusätzliche 350 Millionen Euro einspielen. Bis dahin sollen die nun eingenommenen 300 Millionen Euro investiert sein, so Patrimonium-Manager Heine.

Parallel zu der Auflage der Private-Debt-Fonds arbeitet Patrimonium seit kurzem mit der Credit Suisse zusammen. Mit der Bank hat der Asset-Manager einen Co-Investment-Fonds aufgelegt, wodurch Patrimonium auch Zugriff auf Unternehmen erhält, die für einen klassischen Bankkredit in Frage kommen. Hier wird das Closing in den kommenden Monaten erwartet. Solche Zusammenarbeiten zwischen Debt-Fonds und Banken lassen sich schon seit einigen Monaten vermehrt beobachten.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Alles Wissenswerte zu dem Thema Private Debt finden Sie auf unserer FINANCE-Themenseite.