dpa

31.01.14
Deals

PE-Investor KKR steigt bei Hertha BSC ein

Der PE-Investor KKR beteiligt sich mit zunächst knapp 10 Prozent am Bundesligaverein Hertha BSC Berlin und und vergibt darüber hinaus kreditähnliche Instrumente im Gesamtvolumen von 61,7 Millionen Euro. Der M&A-Deal ist ungewöhnlich strukturiert.

Paukenschlag im Mid Market für Private Equity: Der US-amerikanische PE-Investor KKR steigt mit einer Minderheitsbeteiligung beim Fußball-Bundesligaverein Hertha BSC Berlin ein. KKR finanziert den Deal aus dem KKR Asset Management (KAM) Special Situations Fund. Die Finanzierungsstruktur des M&A-Deals ist komplex und enthält Eigen- und Fremdkapitalanteile. Die Unternehmensbewertung von Hertha liegt dabei bei rund 220 Milllionen Euro.

Der PE-Investor erhält das Recht, seine Beteiligung zu einem nicht näher genannten späteren Zeitpunkt auf 33 Prozent aufzustocken. Zudem erhält das Private Equity-Haus eine Umsatz- und Gewinnbeteiligung. Mit den von KKR bereitgestellten Mitteln soll der finanziell bislang nicht auf Rosen gebettete Bundesligaaufsteiger seine Bankschulden von über 37 Millionen Euro weitgehend ablösen. Darüber hinaus will Hertha seine Vermarktungs- und Cateringrechte zurückkaufen. Die Kosten-, Ertrags- und Bilanzstruktur des Vereins verbessere sich nachhaltig,hieß es.

PE-Investor KKR kann bei Hertha auf bis zu 33 Prozent aufstocken

Die Partnerschaft sei auf mindestens sieben Jahre angelegt, wie eine Sprecherin des PE-Investors gegenüber FINANCE betonte, und solle die Professionalisierung der Unternehmensfinanzierung im Fußballbereich befeuern. KKR glaube an positive Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten des Berliner Proficlubs sowohl national als auch international, sobald Herthas Finanzlage sich gebessert habe. Bei einer guten Entwicklung des Clubs sei eine Aufstockung des Investments möglich, allerdings nicht kurzfristig. Vermittelt worden sei der M&A-Deal über einen Sportinvestor, heißt es seitens KKR.

Der Deal ist ein Novum, sowohl für KKR als auch für die Fußball-Bundesliga. Die Deutsche Fußballliga DFL pflegt strenge Richtlinien für Investoren, die maximal 49 Prozent der Anteile an einem Club halten dürfen. Allerdings lockt die solide wirtschaftliche Verfassung der Bundesliga nun offenbar auch Profi-Investoren aus dem Ausland an.  Die Umsätze der Bundesliga sind in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gewachsen, zuletzt um 4,4 Prozent. Die Umsatzzuwächse der kommenden Jahre sind dank des neuen TV-Vertrags mit dem Pay-TV-Sender Sky bereits gesichert.

Der PE-Investor KKR, der traditionell eher auf Megadeals spezialisiert ist, geht mit dem Hertha-Deal nach der 35 Prozent-Beteiligung beim Zuger Aromenhersteller Wild Flavors nun erneut eine Minderheitsbeteiligung in Deutschland ein.

Auch beim Joint Venture BMG mit Bertelsmann war KKR eine ungewöhnliche Partnerschaft eingegangen und hielt dort bis 2013 die Mehrheit. Inzwischen hat Bertelsmann die KKR-Anteile zurückgekauft. Weniger glücklich lief für den KKR zuletzt hingegen das Engagement beim Werkstattbetreiber A.T.U, wo er die Mehrheit via Debt-to-Equity-Swap an Centerbridge verloren hatte.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de

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