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Hellman & Friedman will Zooplus unbedingt

Hellman & Friedman hat das Übernahmeangebot für Zooplus deutlich nachgebessert, um die Konkurrenz um EQT und KKR auszustechen. Foto: unikyluckk - stock.adobe.com
Hellman & Friedman hat das Übernahmeangebot für Zooplus deutlich nachgebessert, um die Konkurrenz um EQT und KKR auszustechen. Foto: unikyluckk - stock.adobe.com

Neues Höchstgebot im Wettbieten um Zooplus: Hellman & Friedman hat die Übernahmeofferte für den Online-Tierbedarfshändler noch einmal deutlich verbessert. Wie der Finanzinvestor am gestrigen Sonntagabend mitteilte, will er nun 460 Euro für jede Aktie der Münchener zahlen.

Das entspricht einem Aufschlag von 70 Euro je Papier auf das ursprünglich von Hellman & Friedman vorgelegte Angebot von 390 Euro und einer Übernahmeprämie von nunmehr 77 Prozent auf den Dreimonatsdurchschnittskurs vor Bekanntwerden des Übernahmeinteresses des Private-Equity-Investors. Gemessen am Schlusskurs vom 12. August, einen Tag vor der Bekanntmachung der Übernahmepläne, liegt die Prämie bei 65 Prozent.

Durch das aufgestockte Angebot verlängert sich auch die Frist für die Anleger, während der sie sich für die Offerte entscheiden können. Für einen erfolgreichen Deal muss der PE-Investor 50 Prozent plus einer Aktie einsammeln.

Auch EQT und KKR in M&A-Schlacht um Zooplus

Hellman & Friedman war durch den hohen Konkurrenzdruck gezwungen, das Angebot für Zooplus nachzubessern: Nach der ersten Offerte haben mit EQT und KKR gleich zwei weitere Wettbewerber mehr oder weniger konkretes Interesse an einer Übernahme des Münchener Unternehmens signalisiert. Der Dreh an der Preisschraube soll die Konkurrenz im M&A-Bietergefecht ausstechen. EQT hat sein Interesse bislang nicht mit Zahlen hinterlegt, auch der als dritter Bieter eingestiegene Investor KKR blieb bislang vage.

Hellman & Friedman hat offenbar die Nase vorn: Wie Zooplus mitteilte, ist das neue Angebot von Hellman & Friedman „alternativen Angeboten, die die Gesellschaft erhalten hat, überlegen“. Der Vorstand um CFO Andreas Maueröder und der Aufsichtsrat begrüßen daher die Erhöhung der Offerte und empfehlen den Zooplus-Aktionären, das Angebot von Hellman & Friedman anzunehmen.  

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Für die bestehenden Zooplus-Aktionäre – inklusive der 17 Prozent der Anteilseigner, die bereits verbindlich zugesagt haben, ihre Anteile anzudienen – entwickelt sich das Investment zur regelrechten Goldgrube. Der Markt hatte die Angebotserhöhung zuletzt bereits vorweggenommen – bereits nach Bekanntwerden des Einstiegs von EQT und KKR war der Aktienkurs schrittweise über die Schwellen von 420 und 430 Euro geklettert, deutlich über das Ursprungsangebot von Hellman & Friedman. In diese Börsenwoche startete das Papier nun mit einem erneuten Kurssprung auf 470 Euro je Aktie. Damit liegt der aktuelle Kurs höher als der Preis, den Hellman & Friedman derzeit bietet.

Unter den aktuellen Aktionären befindet sich auch die Beteiligungsgesellschaft Maxburg, die mit dem aufgebesserten Angebot ihr eingesetztes Kapital mehr als verzehnfachen könnte, wenn das Angebot durchgeht. Maxburg war 2014 bei einem Aktienkurs von gerade einmal 45 Euro bei dem Online-Tierbedarfshändler eingestiegen.

Zooplus: Gibt es noch eine weitere Bieterrunde?

Offen ist nun, ob die Nachbesserung von Hellman & Friedman ausreicht, um den geplanten M&A-Deal über die Ziellinie zu bringen. Noch weitere rund 33 Prozent der Aktionäre muss der Finanzinvestor auf seine Seite ziehen, damit die Transaktion durchgeht.  Doch die Aktionäre könnten zunächst weiterhin auf ein noch höheres Angebot spekulieren. Auch Hedgefonds kaufen sich in solchen Situationen gerne ein, um den Preis weiter zu steigern.  

Die Bewertung von Zooplus ist mit dem jüngsten Übernahmeangebot auf mittlerweile fast 3,3 Milliarden Euro geklettert.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.

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