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Nächster Schachzug im Kampf um Aareal Bank

Das Tauziehen um die Aareal Bank geht weiter, die Bieter verschaffen sich mehr Zeit. Foto: Aareal Bank
Das Tauziehen um die Aareal Bank geht weiter, die Bieter verschaffen sich mehr Zeit. Foto: Aareal Bank

Der Showdown um die Aareal Bank geht weiter: Nachdem Hedgefonds sich öffentlich gegen das Übernahmeangebot des Konsortiums um Advent und Centerbridge ausgesprochen haben, haben die Bieter nun ihre Strategie angepasst. Die Mindestannahmeschwelle der Offerte wird von 70 auf 60 Prozent gesenkt. Dadurch verlängert sich automatisch die Annahmefrist des Angebots bis zum 2. Februar.

Auf die Forderungen der Hedgefonds nach einem höheren Angebotspreis sind die Bieter nicht eingegangen. Nachdem Petrus Advisers sich bereits vergangene Woche gegen das Angebot gestellt hatte, schloss sich am gestrigen Dienstag auch der Hedgefonds Teleios Capital der Kritik an. Die Offerte der Private-Equity-Häuser liegt weit unter den Vorstellungen der Investoren. Sie bieten derzeit 29 Euro je Aktie. Teleios-Gründer Adam Epstein hatte gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt, eine faire Gegenleistung könnte „40 Euro je Aktie“ übersteigen.

Passen Advent und Centerbridge den Preis noch an?

Die Kritik der Hedgefonds fällt beim Tauziehen um die Aareal Bank stark ins Gewicht, weil die Fonds gemeinsam über 20 Prozent an dem Wiesbadener Immobilienfinanzierer halten. Hinzu kommen 8 Prozent, die von dem tschechischen Investor Daniel Kretinsky gehalten werden. Bei ihm ist unklar, wie er sich verhalten wird.

Offen ist deshalb die Frage, ob die Senkung der Mindestannahmeschwelle ausreichen wird, um die Übernahme durchzuziehen. Derzeit sieht es nicht danach aus. Bis vergangenen Montag hatten Aktionäre den Bietern erst rund 5 Prozent der Stimmrechte angedient. Um den Zuschlag zu bekommen, könnten die Bieter daher noch einmal nachlegen müssen.

PE-Investoren betonen Qualität der Offerte

In der gestrigen Mitteilung betonen die Bieter erneut die Attraktivität des eigenen Angebots. Es sei die höchste Angebotsprämie für eine deutsche Bank in den vergangenen 20 Jahren. Bezüglich der IT-Tochter Aareon, deren Bewertung ein besonderer Streitpunkt ist, betonen die Investoren, dass eine Abspaltung nicht geplant sei.

Der Aktienkurs reagiert nicht mit großen Sprüngen auf die Verlängerung des Übernahmeangebots. Er pendelt bei um die 27,40 Euro und damit unterhalb des Übernahmeangebots von 29 Euro.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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