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KPMG will Singulus immer noch nicht testieren

Der Maschinenbauer Singulus ist unter anderem im Bereich Photovoltaik tätig. Foto: Björn Wylezich - stock.adobe.com
Der Maschinenbauer Singulus ist unter anderem im Bereich Photovoltaik tätig. Foto: Björn Wylezich - stock.adobe.com

Der Maschinenbauer Singulus Technologies hat seine Aktionäre mit Blick auf den testierten Jahresabschluss kurzfristig vertröstet: Am gestrigen Donnerstagabend teilte der Konzern in dünnen Worten mit, die eigentlich für den heutigen Freitag geplante Vorlage des Abschlusses für 2020 verschieben zu müssen. Erst kürzlich war die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts für das Geschäftsjahr 2020 von Mitte auf Ende Mai gerückt, inzwischen lautet das neue Zieldatum 30. Juni.

Für den testierten Jahresabschluss will der Prüfer offenbar weiter ins Detail gehen: Der von der Hauptversammlung gewählte Abschlussprüfer habe „kurzfristig zusätzliche Prüfungsunterlagen angefragt“, teilte das Unternehmen zur Begründung für die Verschiebung mit.

Singulus hat Kapitalspritze erhalten

Bereits im August 2021 war bekannt geworden, dass der Wirtschaftsprüfer KPMG eine Finanzspritze als Voraussetzung für ein Testat ansah. Hintergrund war die Sorge um eine nicht ausreichend gesicherte Fortführungsprognose („Going Concern“).

Bei der Finanzierung hatte Finanzchef Markus Ehret zuletzt eigentlich Fortschritte gemacht: Am 24. Mai gab Singulus bekannt, mit einer internationalen Großbank einen Darlehensvertrag über eine Betriebsmittellinie in Höhe von 10 Millionen Euro abgeschlossen zu haben. Die gesamte Kreditsumme wurde demnach abgerufen, die Mittel stünden „zur Finanzierung des operativen Geschäfts uneingeschränkt zur Verfügung“, teilte der Konzern mit. Singulus sah damit eine „weitere Voraussetzung für die Erteilung des Testats für den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2020 erfüllt“.

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Markus Ehret

Singulus Technologies AG

Doch beim Prüfer KPMG fiel das Urteil offenbar weniger eindeutig aus. Singulus Technologies erwartet nun den Abschluss der Prüfung und die Erteilung eines uneingeschränkten Bestätigungsvermerks „im Zuge des Monats Juni“.

Singulus muss Ordnungsgeld bezahlen

Wegen Verzögerungen in der Finanzberichterstattung hat das Bundesamt für Justiz bereits Ende März Ordnungsgelder gegen Singulus Technologies verhängt, wie aus zwei Ende Mai bei der BaFin publizierten Meldungen hervorgeht: In beiden Veröffentlichungen ist von einem Ordnungsgeld von jeweils 50.000 Euro die Rede, da Rechnungslegungsunterlagen beziehungsweise Konzernrechnungslegungsunterlagen für das Geschäftsjahr 2020 nicht beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch zur Offenlegung eingereicht worden seien. Singulus hat demnach gegen die Ordnungsgeldentscheidung keine Beschwerde eingelegt.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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