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CFOs und Treasurer diskutieren über Green Finance

Der designierte RWE-CFO Michael Müller sprach auf der Green FINANCE über die Herausforderungen bei der Transformation des Energieriesen.
RWE

Der Green-Finance-Markt läuft weiter auf Hochtouren, allenthalben kommen neue Finanzierungsinstrumente hinzu – wie Sustainability-linked Bonds, die gerade von Hapag-Lloyd und Verbund erstmals platziert wurden. Für viele Finanzchefs ist der Markt spannend, auch von Bankenseite wächst der Druck, das Thema Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung zu etablieren. Doch die wenigsten können bislang auf echte eigene Erfahrungen zurückgreifen, sie stehen in Sachen Sustainable Finance noch ganz am Anfang.

Das Interesse am Austausch mit den Kollegen war deshalb auf der „Green FINANCE“-Digitalkonferenz, die am vergangenen Dienstag zum ersten Mal stattfand, deutlich zu spüren. Über 350 Teilnehmer diskutierten einen Tag lang über die Wahl des richtigen Instruments, die beste Umsetzung und die größten Herausforderungen. 

Lenzing-CFO Obendrauf sieht ESG-Ratings als Hürde

Welche Hürden es auf dem Weg an den Green-Finance-Markt noch zu überwinden gilt, war auch Gegenstand der Auftaktdiskussionsrunde an diesem Tag, in der die Ergebnisse der aktuellen Studie „Nachhaltigkeit und Green Finance“ diskutiert wurden, die FINANCE gemeinsam mit der LBBW durchgeführt hat. Für Thomas Obendrauf, den Finanzchef des österreichischen Faserherstellers Lenzing ist klar, dass die unübersichtliche Lage am Markt für ESG-Ratings eine große Hürde ist. „Viele Unternehmen verfügen nicht über ein solches Rating, was den Einstieg in diesen Markt erschwert“, so der CFO.

Dass gerade dieses Thema vielen Finanzverantwortlichen Kopfzerbrechen bereitet, zeigte sich auch in zahlreichen Roundtables im Verlauf der Konferenz: ESG-Ratings waren das Top-Thema bei den Zuschauerfragen. Wie wählt man die richtige Agentur? Worauf muss man beim Einsatz von ESG-Ratings besonders achten?

Green FINANCE: Transformation im Fokus

Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Konferenz zog, war zudem das Thema Transformation. Green Finance ist schließlich kein Selbstzweck, die grünen Instrumente solle bestmöglich in die eigene Geschäfts- und Nachhaltigkeitsstrategie eingebettet werden.

Ein Unternehmen, das wie kaum ein anderes mit der Herausforderung einer tiefgreifenden Transformation konfrontiert ist, ist der Energiekonzern RWE. Der designierte CFO Michael Müller, der das Amt am 1. Mai von Markus Krebber übernimmt, gab in einer Keynote einen Einblick in den aktuellen Stand bei dieser Aufgabe – und kündigte an, wie der Energieriese künftig Green Finance nutzen will: Ein Green Finance Framework existiert schon, eine grüne Anleihe ist in Planung.

Sieben Roundtables rund um grüne Finanzierungen

In insgesamt sieben Roundtables wurde zudem ein Querschnitt durch den Green-Finance-Markt abgebildet. Daimler sprach darüber, wie der Konzern beim Erstellen eines Green Finance Frameworks vorgegangen ist. Traton und Indus sprachen über ihre Erfahrungen mit ESG-linked Transaktionen, und Vertreter von Puma und Siemens Energy diskutierten, wie diese Instrumente die eigene Transformation fördern können.

Das Immobilienunternehmen DIC Asset und der Stahlhersteller Sülzle führten das Publikum außerdem durch ihre eigenen Überlegungen auf ihrer Nachhaltigkeits-Journey, und der Lebensmittelkonzern Nestlé gab einen Einblick in die Nutzung von Sustainable Supply Chain Finance. Viele der spannenden Roundtables stehen inzwischen hier bei FINANCE für Sie zum Ansehen bereit.

Deutschland als führender Sustainable-Finance-Standort?

Am Ende der Konferenz ging es zudem noch einmal um die Zukunft – und die Frage, was Deutschland auf dem Weg zu einem führenden Standort für nachhaltige Finanzierung noch leisten muss. Der Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung hat dafür konkrete Vorschläge gemacht. Was genau sich der Beirat dabei gedacht hat, erläuterten zum Abschluss die zwei Vertreter des Gremiums, Karsten Löffler, der Vorsitzende des Beirats, und Beiratsmitglied Klaus Wirbel (Rewe Group).

Die Vorschläge sind durchaus ambitioniert – und enthalten unter anderem eine deutliche Ausweitung der Berichtspflichten für Unternehmen. Sollte auch nur ein Teil dieser Empfehlungen umgesetzt werden, so ist jetzt schon klar: CFOs werden sich in den kommenden Jahren noch intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen müssen. 2022, wenn die zweite Auflage der Green FINANCE stattfinden soll, ist der Markt bestimmt schon deutlich reifer.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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