Newsletter

Abonnements

Dax-Unternehmen stärken Pensionen massiv

Dax-Unternehmen stehen bei Pensionen gut da. Foto: skywalker_ll - stock.adobe.com
Dax-Unternehmen stehen bei Pensionen gut da. Foto: skywalker_ll - stock.adobe.com

Der Ausfinanzierungsgrad der Pensionen lag 2021 in den 40 Dax-Unternehmen so hoch wie nie zuvor: 72 Prozent der Gesamtverpflichtungen waren durch reserviertes Vermögen gedeckt. Das letzte Mal, dass die Ausfinanzierung ähnlich hoch lag, war 2007, noch vor der Finanzkrise. 2020 hatte der Ausfinanzierungsgrad noch bei 65 Prozent gelegen. Das Pensionsvermögen stieg in den vierzig Konzernen insgesamt um 12 Prozent auf 298 Milliarden Euro (2020: 266 Milliarden Euro).

Rechnungszins hilft bei Pensionsverpflichtungen

Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung sind zwei Faktoren: Zum einen hat sich der Kapitalmarkt infolge der Impfkampagne positiv entwickelt. Und auch der Anstieg des Rechnungszinses hat den Unternehmen geholfen: Der Rechnungszins ist nach mehrjähriger Talfahrt um 40 Basispunkte auf 1,2 Prozent gestiegen. Dies hat Einfluss auf den Umfang der Verpflichtungen: Steigt der Rechnungszins um 100 Basispunkte, sinken die Pensionsverpflichtungen um rund 16 Prozent, rechnet die Unternehmensberatung WTW vor, die jedes Jahr die Zahlen zu den Pensionswerken der Dax-Unternehmen analysiert.

„Die Talsohle des Rechnungszinses sollte jetzt durchschritten sein“, meint Hanne Borst, Leiterin der versicherungsmathematischen bAV-Beratung bei WTW. „Das Zurückfahren der Anleihekaufprogramme durch die EZB und der Fed gab dem Rechnungszins Aufwind.“ Diese für Unternehmen erfreuliche Entwicklung des Rechnungszinses sei zu Beginn des Jahres 2021 noch nicht absehbar gewesen.

Auch die veränderte Zusammensetzung des Dax hatte nur wenig Einfluss auf das Pensionsvermögen. Statt 30 Unternehmen sind nun 40 Unternehmen in dem Index. Durch den höheren Rechnungszins wurde der Effekt aus der Indexveränderung jedoch weitgehend kompensiert.

Einige Konzerne haben im vergangenen Jahr auch große Summen in die Pensionsvermögen eingelegt: Insgesamt führten die Dax-Unternehmen ihren Pensionsvermögen 2021 rund 9 Milliarden Euro zu.

Dax-Pensionen: Wie geht es 2022 weiter?

Eine entscheidende Frage ist nun, wie sich die Pensionsverpflichtungen im Jahr 2022 entwickeln werden. Die derzeit stark steigende Inflation habe keinen allzu großen Einfluss auf die Verpflichtungen der Dax-Unternehmen, erklärt Borst. Die Unternehmen planten langfristig. „Heutige Pensionspläne sind überwiegend ‚inflationsrobust‘ gestaltet“, bestätigt auch Johannes Heiniz, Leiter General Consulting Retirement bei WTW. Ein Anstieg der Inflationserwartung um 25 Basispunkte würde die Dax-Pensionsverpflichtungen um rund 2 Prozent vergrößern.

Deutlich größer ist der Effekt des Rechnungszinses. Dieser stieg in Folge der Ankündigungen großer Notenbanken, die Leitzinsen zu erhöhen, im Januar und Februar 2022 weiter an – bis zur Invasion Russland in die Ukraine. Doch selbst der Ukraine-Krieg bremste den Zinsanstieg nur vorübergehend. WTW rechnet für März mit einem Anstieg des Rechnungszinses um 20 Basispunkte gegenüber Februar.

eva.brendel[at]finance-magazin.de

+ posts

Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.

FINANCE Daily Newsletter
Das Wichtigste aus der FINANCE-Welt – täglich direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren »
Jetzt abonnieren »
FINANCE Daily Newsletter