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Finanzierungen: Air Berlin, Hapag Lloyd, Eterna

Air Berlin will Investoren mit einem Umtauschangebot überzeugen.
Air Berlin

Air Berlin will eine neue Wandelanleihe von bis zu 125 Millionen Euro am Markt platzieren. Damit will sich die angeschlagene Airline Zeit kaufen. Denn am 6. März können Investoren eine 140 Millionen Euro schwere Wandelanleihe, die eigentlich bis 2019 läuft, vorzeitig kündigen, wie FINANCE im November berichtet hatte. Laut Anleihebedingungen steht den Anlegern eine Rückzahlung zu 100 Prozent des Nennwertes plus ausstehende Zinsen zu. Die Anleihe trägt einen Kupon von 6 Prozent, der vierteljährlich gezahlt wird.

Mit dem neuen Papier möchte Air Berlin die Investoren von einem Umtausch überzeugen und bietet dafür attraktive Konditionen: Die neue Wandelanleihe wird mit 8,5 Prozent deutlich höher verzinst, Anleger können am 29. Dezember die Rückzahlung verlangen. Großaktionär Etihad, der mit 29 Prozent an Air Berlin beteiligt sind, hat bereits mitgeteilt, seinen Anteil von 40 Millionen Euro an der bestehenden Wandelanleihe umzutauschen. Je nachdem, wie viele weitere Altinvestoren das Umtauschangebot annehmen, will Air Berlin mit der neuen Wandelanleihe bis zu 85 Millionen Euro frisches Kapital einwerben.

Die Investoren, die das vorzeitige Kündigungsrecht des bestehenden Bonds nutzen wollten, mussten dies laut Anleihebedingungen bis spätestens 30 Tage vor dem Kündigungsdatum – also bis zum 4. Februar – beim Conversion Agent melden. In diesem Fall war es die Deutsche Bank. Das bedeutet, dass Air Berlin bereits wissen müsste, wie viele Investoren die Wandelanleihe vorzeitig gegen Cash tauschen wollen.

Hapag Lloyd begibt erneut Anleihe

Die Reederei Hapag-Lloyd begibt eine Unternehmensanleihe im Volumen von 200 Millionen Euro begeben. Mit dem Erlös der Euro-Anleihe soll ein Teil der im kommenden Jahr fälligen nominal 400 Millionen Euro schweren Anleihe refinanziert und gleichzeitig Zinskosten gespart werden. Das neue Papier ist mit 6,75 Prozent verzinst und läge damit einen ganzen Prozentpunkt niedriger als die 2018er-Anleihe.

Erst im Januar platzierte CFO Nicolás Burr insgesamt 250 Millionen Euro bei Investoren und konnte damit die im Oktober dieses Jahres fällige Anleihe über 250 Millionen US-Dollar bereits vollständig refinanzieren.

Eterna refinanziert Anleihe mit Schuldschein

Das Modeunternehmen Eterna will seine 55 Millionen Euro schwere Mittelstandsanleihe zum Teil über einen Schuldschein refinanzieren. Das Passauer Unternehmen will dafür ein Schuldscheindarlehen im Wert von 33 Millionen Euro aufnehmen. Das Darlehen soll bis 2021 laufen. Den Geldgeber nennt Eterna nicht, das Darlehen soll einer Mitteilung zufolge aber von einem „führenden deutschen Kreditinstitut“ kommen. Der Schuldschein ist mit 4,75 Prozent über dem 3-Monats-Euribor verzinst und damit relativ hoch.

Der Deal hängt an einer weiteren Finanzierung: Damit das Schuldscheindarlehen gewährt wird, muss Eterna eine weitere Mittelstandsanleihe im Volumen von 25 Millionen Euro platzieren. Die Vermarktung des Papiers läuft bereits. Alt-Investoren erhalten eine Prämie von 25 Euro je Teilschuldverschreibung in Höhe von nominal 1.000 Euro. Die Anleihe soll bis 2022 laufen und mit 7,75 Prozent jährlich verzinst werden.

Blackstone legt beim Finanzierungs-Poker um Jack Wolfskin vor

Jack-Wolfskin-Eigentümer Blackstone hat sich laut der Nachrichtenagentur Reuters mit einer ersten Offerte an die Gläubiger des Outdoor-Ausrüsters vorgewagt. Dem Bericht zufolge schlägt der Private-Equity-Investor vor, 25 Millionen Euro neues Eigenkapital in Jack Wolfskin zu stecken. Als Gegenleistung will Blackstone in der Mehrheit bleiben.

Die Fremdkapitalgeber – dazu gehören mittlerweile Hedgefonds wie HIG Capital, CQS und Sankaty, denen die Banken im Laufe der Zeit ihre Forderungen verkauft haben – sollen dafür auf rund die Hälfte der Schulden verzichten, die insgesamt bei rund 300 Millionen Euro liegen, und ebenfalls 25 Millionen Euro Eigenkapital in die Firma geben. Sollten die Berichte tatsächlich stimmen, dürfte es sich aufgrund der schlechten Bedingungen für die Gläubiger um ein Anfangsangebot von Blackstone handeln.

Contour Global mit neuen Kreditvereinbarungen

Contour Global Hydro Cascade CJSC, eine Tochtergesellschaft von Contour Global, die ihre Europazentrale in Wien haben, hat sich mit zwei Kreditvereinbarungen fast 200 Millionen Dollar für sein Armenien-Geschäft gesichert. 140 Millionen Dollar erhält das Energieunternehmen von der International Finance Corporation, der niederländischen Entwicklungsbank FMO und der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft.

Das Geld soll für die Refinanzierung von Überbrückungskrediten und Aktionärsdarlehen verwendet werden. Außerdem erhält Contour Global einen Kredit in Höhe von 51 Millionen Euro, den die armenische Regierung von der Entwicklungsbank KfW erhält und für ein Projekt zur elektromechanischen Sanierung und der Modernisierung eines Kraftwerks an Contour Global weiterleitet.

Weitere Finanzierungen

Siemens erwägt seine Medizintechnik-Sparte in den USA an die Börse zu bringen. Dort könnte Siemens einen höheren Preis erzielen als in Europa, sagte Vorstandschef Joe Kaeser der „Euro am Sonntag“. Verantwortlicher Vorstand der Medizientechnik wird Anfang April Michael Sen, der vom Energieriesen E.on, wo er derzeit noch CFO ist, zurück zum Münchener Dax-Konzern wechselt.

Volkswagen Financial Services
(VWFS) hat ihre sechste japanische Auto-Asset Backed Securities (ABS) Transaktion erfolgreich platziert. Die Verbriefungstransaktion Driver Japan Six, die mit Forderungen der Tochter Volkswagen Financial Services Japan besichert ist, besitzt ein Volumen von rund 60 Milliarden Japanischen Yen. Das entspricht etwa 500 Millionen Euro. Die Senior Tranche wurde zu einem Preis von acht Basispunkten über dem Referenzzins platziert. Das Orderbuch war zum Platzierungspreis in der Senior Tranche 3,3-fach überzeichnet. Die Vermarktung erfolgte durch die Joint Lead Manager BNP Paribas Securities (Japan) und Shinsei Securities.

Das Schweizer Handelsunternehmen MDM zieht den eigentlich erst für Ende des Jahres geplanten Börsengang vor. Nun soll der MDM-IPO bereits zum zweiten Quartal erfolgen. MDM erhofft sich durch den Börsengang frisches Kapital für weitere Investitionen in den Warenhandel.

Das Spezialchemie-Unternehmen Alzchem hat den geplanten IPO abgesagt. DPA zufolge begründete Alzchem den Schritt mit dem von politischen Themen dominierten Marktumfeld, das trotz hoher Indexstände für eine anhaltende Unsicherheit bei Neuinvestitionen sorge. Demnach sollen stattdessen nun alternative Finanzierungsmöglichkeiten genutzt werden.

Die BMP Holding, die Produkte zum Thema Schlafen verkauft, plant eine Kapitalherabsetzung durch Zusammenlegung von Aktien im Verhältnis 3:1. Im Anschluss daran soll eine Kapitalerhöhung in Höhe von etwa 10 Prozent des nach Herabsetzung bestehenden Grundkapitals durch ausgewählte Investoren erfolgen. Dies soll die Eigenkapitalbasis und die Liquidität stärken. Aus dem Anlass der Kapitalherabsetzung wird am 21. März eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden.

Das biopharmazeutische Unternehmen Wilex hat von seiner Hauptaktionärin Dievini Hopp Biotech eine Finanzierungszusage erhalten. Wilex soll bis zu 10 Millionen Euro an liquiden Mitteln erhalten.

Das Insolvenzgericht entscheidet über den Insolvenzplan beim Energieunternehmen KTG Energie. Dies ist notwendig, da in einer Abstimmung bei der Gläubigerversammlung die Mehrheit für den Insolvenzplan verpasst wurde.

Der Private-Equity-Investor EQT finanziert die Übernahme einer Mehrheit am IT-Dienstleister Ultimaco mit Hilfe der NIBC Bank und der SEB. Die beiden Banken wurden dabei von Ashurst unter der Federführung von Anne Grewlich beraten.

Nanogate, ein Spezialist für designorientierte Hightech-Oberflächen und -Komponenten, und Deutsche Grundstücksauktionen haben angekündigt, dass sie in das neue Segment für kleine und mittelständische Unternehmen der Frankfurter Wertpapierbörse wechseln. Das neue Segment, das die Deutsche Börse im November 2016 angekündigt hatte, ersetzt den bisherigen Entry Standard und startet Anfang März.

Das Münchner Biotech Unternehmen Immunic hat bislang insgesamt 21,7 Millionen Euro in einer Serie-A-Finanzierung eingesammelt und will mit den 4 Millionen Euro aus dem Second Closing seine Projekte für die Therapie von Autoimmunerkrankungen beschleunigen. Die Wirtschaftskanzlei Dentons hat das Immunic beim Second Closing der Serie-A-Finanzierungsrunde beraten.

Das Biotech-Unternehmen Brain wurde darüber informiert, dass Altaktionär MIG nach Ablauf der einjährigen Lock-up Frist nach dem Börsengang des Unternehmens ihren gesamten Aktienbestand in Höhe von 2.528.389 Aktien an mehr als 20 institutionelle Investoren veräußert hat. Die Umplatzierung erfolgte außerbörslich im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens. Begleitet wurde die mehrfach überzeichnete Transaktion von der Oddo Seydler Bank und der Baader Bank. Durch die Umplatzierung erhöht sich der Free Float der Brain-Aktie von zuvor 22 auf nun 37 Prozent.

Das Immobilienunternehmen Deutsche Konsum Reit hat eine Kapitalerhöhung beschlossen. Dafür sollen etwa 4,6 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Der Bezugspreis liegt bei 8,50 Euro pro neuer Aktie. Bezugsrecht haben Inhaber der bestehenden Aktien der Gesellschaft und der Wandelschuldverschreibungen 2015/2020, die mit 1 und 5 Prozent verzinst sind. Die Transaktion wird von Oddo Seydler begleitet.

Das Elektronikunternehmen Kontron hat seine Finanzierung neu strukturiert. Dem Unternehmen zufolge konnte die Finanzierung überwiegend durch neue Finanzierungspartner sowie durch eine Finanzierungszusage von S&T, die im Herbst bei Kontron eingestiegen sind, gesichert werden. Auf dieser Basis soll die operative Restrukturierung vorangetrieben werden. Bei dem Finanzierungsprozess wurde Kontron durch Benten Capital beraten.

Der Spezialchemiekonzern Evonik investiert in den chinesischen Hosen Capital Fund III, der in führende Technologieunternehmen mit Fokus auf Landwirtschaft und Ernährung investiert. Die Höhe der Investitionssumme ist nicht bekannt.

Das Speciality-Pharma-Unternehmen Paion aus Aachen platziert rund 2,4 Millionen neue Aktien für eine Kapitalerhöhung zu einem Bezugspreis von 1 Euro. Paion zufolge hat sich ein institutioneller US-Investor dazu verpflichtet, alle neue Aktien zu übernehmen, die nicht von den Altaktionären bezogen werden. Die Transaktion wird von Oddo Seydler begleitet. Der Erlös soll für eine Marktzulassung von einem Medikament in Japan genutzt werden.

Das Insurtech-Start-up Finance Fox konnte sich mit einer Finanzierungsrunde insgesamt 28 Millionen Euro sichern. Als Lead Investor traten gemeinsam das Venture-Capital-Unternehmen Target Global und der Private-Equity-Investor Horizons Capital auf. Target Global wurde bei der Finanzierung von Rödl & Partner beraten.

Das Biotechnologieunternehmen Mologen sichert sich knapp 5 Millionen Euro durch die Emission einer Wandelschuldverschreibung. Das Geld soll für die weitere Umsetzung des Strategieprogramms „Next Level" verwendet werden. Mologen wurde bei der Transaktion von Freshfields Bruckhaus Deringer beraten.

Die Arsago Wohnen Holding hat eine Anleihe mit einem Volumen von 45 Millionen Euro für institutionelle Investoren platziert, das Papier läuft bis Dezember 2023. Der Erlös soll für den Erwerb eines Wohnimmobilienportfolios genutzt werden. Die Transaktion wurde von der Equinet Bank begleitet.

Eine Objektgesellschaft der GBI Gruppe erhält von der pbb Deutsche Pfandbriefbank ein Darlehen über 28 Millionen Euro, mit dem ein Hotelprojekt in Hamburg unterstützt wird. Das Projekt sieht den Neubau eines Budget-Hotels unter der Marke „Moxy“ des Mariott-Konzerns vor. Die Finanzierung wurde im vergangenen Dezember abgeschlossen.

Die Investmentgesellschaft Clayton, Dubilier & Rice (CD&R) verkauft den Verpackungsmittelhersteller Mauser an BWAY, ein Hersteller von Metall- und Kunststoffbehältern aus den USA. Damit entscheidet sich das Private-Equity-Haus gegen den Börsengang in den USA und für einen Verkauf an die Industrieholding Stone Canyon Industries.

Ratingmeldungen

Moody‘s stuft das Rating des Autobauers Daimler auf die Bonitätsnote A2 hoch, nachdem diese zuvor bei A3 lag. Der Ausblick wird als stabil eingeschätzt.

Die europäische Ratingagentur Scope bewertet künftig die Bonität der Commerzbank und damit erstmals eine börsennotierte, international tätige deutsche Großbank. Auch die französische Bank Crédit Foncier gehört künftig zum Scope-Kundenportfolio.

Der Tourismusdienstleister Falkensteiner Michaeler Tourism hat von der Berliner Ratingagentur Scope eine Bewertung von B erhalten. Der Ausblick ist stabil.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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