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Finanzierungen: Braas Monier, Bayer, Deutsche Bank

Der Dachpfannenhersteller Braas Monier beschafft sich über bei seinen Börsengang 541 Millionen Euro.
Braas Monier

Braas Monier geht an die Börse

Der Baukonzern Braas Monier hat seinen Börsengang durchgeführt. Es ist der bislang größte Börsengang des Jahres. Der Dachpfannen- und Schornsteinhersteller und seine Eigentümer nehmen mit der Emission bis zu 541 Millionen Euro ein.

Gemeinsam mit den Konsortialbanken unter der Führung der Joint Global Coordinators BNP Paribas, J.P. Morgan und UBS Investment Bank wurde der Emissionspreis für die Aktien von Braas Monier auf 24,00 Euro je Aktie festgelegt. Damit liegt die Marktkapitalisierung von Braas Monier bei rund 940 Millionen Euro.

Im Rahmen des Angebots wurden rund 4,2 Millionen neue Aktien ausgegeben sowie etwa 15,4 Millionen Aktien aus dem Bestand des Altaktionärs platziert. Das Platzierungsvolumen beträgt damit rund 470 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der Mehrzuteilung erhöht sich die Anzahl der angebotenen Aktien auf 22,5 Millionen, wodurch das Platzierungsvolumen entsprechend auf 541 Millionen Euro steigt.

Die bisherigen Haupteigner, allen voran die Investoren Apollo, TowerBrook und York Capital sowie die Bank BNP Paribas, reduzieren ihren Anteil an Braas Monier mit dem Börsengang auf 42,5 Prozent. Zum Ausgabepreis erhalten sie bis zu 440 Millionen Euro, einschließlich der Platzierungsreserve, Braas Monier selbst bekommt 100 Millionen Euro. Damit sollen die bereits auf gut 400 Millionen Euro geschrumpften Schulden weiter abgebaut werden.

Bayer emittiert Hybridanleihe zur Akquisitionsfinanzierung

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Bayer hat sich wie angekündigt für seinen jüngsten Milliarden-M&A-Deal – den Zukauf des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co – Geld am Kapitalmarkt beschafft. Die Leverkusener haben dazu zwei Hybridanleihen im Volumen von insgesamt 3,25 Milliarden Euro emittiert. Bayer zufolge handelt es sich dabei um die größte Transaktion dieser Art weltweit.

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern hatte Anfang Mai für 14,2 Milliarden US-Dollar das Geschäft mit frei verkäuflichen Medikamenten des US-Pharmakonzerns Merck & Co übernommen. Der Kaufpreis wurde zunächst von einem Bankenkonsortium zwischenfinanziert. Die Emission der beiden Hybridanleihen ist Bayer zufolge nun ein erster Schritt, um die Brückenfinanzierung abzulösen.

Der Hybrid war stark nachgefragt. Das Orderbuch war Unternehmensangaben zufolge um mehr als das Dreifache überzeichnet. Die erste Tranche über 1,75 Milliarden Euro hat eine Laufzeit von 61 Jahren und einen Kupon von 3,0 Prozent. Bayer hat erstmals im Jahr 2020 eine vorzeitige Kündigungsoption. Die zweite Tranche über 1,5 Milliarden Euro läuft 60 Jahre und ist mit einem Kupon von 3,75 Prozent ausgestattet. Diese Tranche kann Bayer erst ab dem Jahr 2024 vorzeitig kündigen. Die Kupons werden ab 2020 bzw. 2024 in regelmäßigen Abständen neu festgesetzt.

„Die Anleihen sind allen anderen Finanzverbindlichkeiten von Bayer nachgeordnet und haben den gleichen Rang wie die seit 2005 bestehende Hybridanleihe über 1,3 Milliarden Euro“, teilte Bayer mit. Die Anleihebedingungen sind so strukturiert, dass die Ratingagenturen ihnen 50 Prozent Eigenkapitalcharakter beimessen. Damit will Bayer sicherstellen, dass trotz der Akquisitionsfinanzierung das A-Rating des Konzerns bestehen bleibt. Moody’s bewertet den neuen Hybrid von Bayer mit Baa2.

„Diese Hybridanleihen sind ein wichtiger Schritt zur Finanzierung der Akquisition des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co., Inc. – und sie sind ein Beleg dafür, dass wir uns einer konservativen Finanzpolitik verpflichtet fühlen“, sagte Bayer-CFO Werner Baumann. Die Transaktion wurde von Barclays, BNP Paribas, Citigroup und HSBC im Rahmen eines aktiven Bookrunner-Mandats begleitet.

Deutsche Bank schließt Kapitalerhöhung

Die Deutsche Bank hat ihre Kapitalerhöhung abgeschlossen. Wie Deutschlands größtes Geldhaus kürzlich mitteilte, konnte das Kreditinstitut einen Erlös von 8,5 Milliarden Euro erzielen. Ihre Kapitalquote (Common Equity Tier 1 – CET1) steigt dadurch von 9,5 Prozent auf 12,0 Prozent; die Verschuldungsquote klettert von 2,5 Prozent auf 3,4 Prozent.

Bei der Kapitalerhöhung haben 99,1 Prozent der Investoren ihre Bezugsrechte ausgeübt. Die nicht bezogenen neuen Aktien verkauft die Bank am Markt. Die Anzahl der ausgegebenen Stammaktien der Bank hat sich um 359,8 Millionen Aktien auf 1,4 Milliarden Aktien erhöht.

Mitte Mai hatte die Deutsche Bank angekündigt, mit der zweitgrößten Kapitalerhöhung in ihrer Geschichte das Eigenkapital um 8 Milliarden Euro erhöhen zu wollen. Mit dem frischen Geld bereitet sich die Bank auf die strengere Bankenregulierung vor und will gleichzeitig neue Wachstumsziele erreichen. 

Pfleiderer platziert Anleihe und schließt revolvierende Kreditlinie ab

Der Holzwerkstoffhersteller Pfleiderer hat eine Anleihe über 321,7 Millionen Euro bei institutionellen Investoren platziert. Die besicherte erstrangige Schuldverschreibung läuft fünf Jahre und wird mit 7,875 Prozent p.a. verzinst.

„Mit der Platzierung unserer Anleihe kehrt Pfleiderer nach strategischer Neuausrichtung abseits der Börse erfolgreich an den Kapitalmarkt zurück“, sagte Michael Wolff, Sprecher der Geschäftsführung von Pfleiderer. „Dank der umfassenden Anstrengungen, die wir in den vergangenen Jahren unternommen haben, arbeiten wir heute auf wettbewerbsfähigem Kostenniveau und sind profitabel.“

Mit den Erlösen aus der Bondplatzierung will Pfleiderer bestehende Verbindlichkeiten zu verbesserten Konditionen ablösen. Moody’s hatte dem geplanten Bond von Pfleiderer in Höhe von 320 Millionen Euro vor einigen Tagen ein vorläufiges Rating von Caa1 gegeben.

Neben der Anleiheemission hat Pfleiderer noch eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 60 Millionen Euro vereinbart. Sie wird für einen Zeitraum von knapp fünf Jahren bereitgestellt.

Der Holzwerkstoffhersteller hatte sich im Jahr 2012 im Zuge einer umfassenden Restrukturierung von unprofitablen Geschäftsbereichen getrennt und seine Kostenbasis verbessert. Die frühere Pfleiderer AG als Holdinggesellschaft der Gruppe wurde von der Börse genommen und in eine GmbH umgewandelt.

Weitere Finanzierungen

Der Immobilienkonzern TAG hat im Rahmen einer Privatplatzierung eine Anleihe über 125 Millionen Euro begeben. Das Wertpapier läuft sechs Jahres und wird mit 3,75 Prozent p.a. verzinst. Die Close Brothers Seydler Bank hat die Emission als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner begleitet.

Der Vorstand des Erotikunternehmens Beate Uhse will in Abstimmung mit dem Lead Manager und Sole Bookrunner Youmex das Orderbuch für seine Mittelstandsanleihe vorzeitig schließen. Grund dafür sei die schon zum jetzigen Zeitpunkt große Nachfrage nach der Mittelstandsanleihe im Volumen von 30 Millionen Euro, teilte Beate Uhse am Montag mit. Bei seiner Mittelstandsanleihe will das Erotikunternehmen Beate Uhse „neue Maßstäbe“ setzen. Offenbar hat der neue Best Practice Guide der Deutschen Börse eine wichtige Rolle beim Design der Mittelstandsanleihe gespielt.

Der österreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat seine Aktien im Zuge des Börsengangs bei 9,50 Euro platziert. Damit liegt der Emissionspreis genau in der Mitte der Preisspanne von 8 bis 11 Euro. FACC hat damit 213 Millionen Euro eingesammelt. Es ist der größte Börsengang in Wien seit über drei Jahren.

Die Aachener Paion hat die Bedingungen für die geplante Kapitalerhöhung bekanntgegeben. Insgesamt will das biopharmazeutisches Unternehmen 46 Millionen Euro einsammeln.

Der Telefonhersteller Gigaset hat beschlossen, sein Grundkapital im Wege einer Bezugsrechtskapitalerhöhung zu erhöhen und eine weitere Wandelschuldverschreibung zu begeben, die im Jahr 2016 fällig wird.

Der Puppenhersteller Zapf Creation will einen Segmentwechsel der Zapf Creation AG-Aktien durchführen: vom qualifizierten Freiverkehr im Entry Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse in den einfachen Freiverkehr an der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse (Stuttgart).

Softship beschließt den Wechsel des Börsensegments vom Regulierten Markt aus dem Teilbereich des General Standard in den Teilbereich des Entry Standard im Open Market (Freiverkehr).

Der Insolvenzverwalter von Vivacon, Christoph Niering, hat den Antrag auf Widerruf der Zulassung der Aktien der Gesellschaft zum börslichen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse gestellt.

IMW Immobilien beabsichtigt den Wechsel vom General Standard in den Entry Standard.

Die größte Möbelkette Südafrikas Steinhoff strebt eine Zweitnotierung an der Börse Frankfurt an.

Fitch bestätigt das langfristige Ausfallrating von BASF bei A+, Ratingausblick stabil.

Die Ratingagentur Scope bestätigt das Anleihe-Rating von Stern Immobilien mit A-, der Ausblick ist stabil.

Das Hamburger Start-up Kreditech hat frisches Geld eingesammelt. Die Investmentgesellschaft Värde Partners, Blumberg Capital und weitere Venture-Capital-Investoren wie Point Nine Capital investieren 40 Millionen US-Dollar in Kreditech.

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

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Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.