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Finanzierungen: Brenntag, Porr, Douglas

Für Brenntag ist der Konsortialkredit das wichtigste Finanzierungsinstrument. Jetzt hat der Konzern die Vereinbarung über 1,7 Milliarden Euro vorzeitig refinanziert.
richterfoto/iStock/Thinkstock/Getty Images

Brenntag refinanziert Konsortialkredit

Der Chemiehändler Brenntag hat vorzeitig einen Konsortialkredit mit einem Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro refinanziert. Der neu ausgehandelte Kredit läuft frühestens im Januar 2022 aus. Der bisherige Kredit wäre im März 2019 ausgelaufen. Nach Angaben des Unternehmens hat Brenntag bei dem neuen Kredit bessere Konditionen erzielt. Die Zinskosten seien gesunken und die Kreditdokumentation verbessert worden.

Für Brenntag ist der syndizierte Kredit das wichtigste Finanzierungsinstrument. An der Kreditvereinbarung sind 19 Institute aus dem bestehenden Bankenkreis von Brenntag beteiligt. Laut CFO Georg Müller war die Transaktion überzeichnet.

Porr platziert Hybridanleihe

Das österreichische Bauunternehmen Porr hat wie geplant eine ungeratete Hybridanleihe platziert. Das Volumen des Papiers liegt bei 125 Millionen Euro. Mit der überzeichneten Transaktion hat es das Familienunternehmen nach eigenen Angaben geschafft, den eigenen Investorenkreis deutlich zu verbreitern.

Der Kupon des Papiers wurde bei 5,5 Prozent am unteren Ende des angestrebten Preisrahmens festgelegt. Die Laufzeit des Bonds ist unendlich, die erste Rückzahlungsoption hat Porr nach fünf Jahren. Mit dem Erlös wollen die Österreicher vor allem ihre Akquisitionsstrategie finanzieren.

Bessere Konditionen für Douglas

Der Finanzinvestor CVC hat bei der Parfümeriekette Douglas ein verbessertes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) genutzt, um die Finanzierung zu verbilligen. So bezahlt Douglas für einen nach FINANCE-Informationen knapp 1,4 Milliarden Euro schweren Kredit (Term Loan B) jetzt 3,75 Prozent Zinsen. Vorher waren es 4,75 Prozent.

Douglas hat sein bereinigtes Ebitda im Geschäftsjahr 2015/2016, das am 30. September endete, auf 337 Millionen Euro gesteigert. Zuvor lag es bei 300 Millionen Euro. Auf diese Weise ist der Verschuldungsgrad von Douglas gesunken, was die günstigere Finanzierung möglich macht. Die Deutsche Bank war bei der Transaktion federführend. Außerdem waren Goldman Sachs, JP Morgan und Unicredit mandatiert.

SKW Stahl nähert sich der Finanzierungsrestrukturierung

Der ins Straucheln geratene Stahlzulieferer SKW Stahl hat die langen Verhandlungen mit den drei finanzierenden Banken des Konsortialkredits nun abgeschlossen und neue Vereinbarungen getroffen. Der Kredit wird nun bis zum 31. Januar 2018 weiterlaufen, in dieser Zeit werden Financial Covenants und Mindesttilgungen ausgesetzt. Die Einigung hatte sich schon im Dezember abgezeichnet.

Weitere Finanzierungen

Der österreichische Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana hat eine institutionelle Vorabplatzierung einer Kapitalerhöhung durchgeführt und dabei einen Bruttoemissionserlös von etwa 132 Millionen Euro erzielt. Agrana platzierte insgesamt gut 1,3 Millionen neue Aktien. Zudem wurden 500.000 Aktien platziert, die bislang von Südzucker gehalten wurden. Südzucker reduziert dadurch seinen Anteil an den Österreichern und sammelt 50 Millionen Euro ein. In einer zweiten Tranche sollen in einem öffentlichen Angebot noch weitere 103.484 Aktien angeboten werden. Das Angebot liegt auch hier bei 100 Euro pro Aktie.

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung hat für das Modeunternehmen Laurèl Anfang Februar begonnen. Der Emittent einer Mittelstandsanleihe hatte im November das Insolvenzverfahren beantragen müssen, nachdem ein Investor kurzfristig abgesprungen war. Der bereits eingeschlagene Sanierungskurs soll weiter fortgesetzt werden. Für den anstehenden Verkaufsprozess haben mehrere Investoren Angebote abgegeben, teilt Laurèl mit. Zudem steht ein zusätzliches Insolvenzplanangebot aus dem Kreis der bestehenden Investoren vor. Eine Entscheidung zwischen dem Insolvenzplan und den M&A-Angeboten soll vom Gläubigerausschuss in den nächsten Tagen getroffen werden.

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat die Akquisition des Medizintechnikunternehmen Polytech Health & Aesthetics aus dem vergangenen Jahr refinanziert. Mit der DZ BANK, der Kreissparkasse Ludwigsburg, der NIBC und der SEB konnte der PE-Investor die Transaktion refinanzieren, als Konsortialführer trat die NIBC auf. Bei der Finanzierung wurde die DBAG von Taylor Wessing unter der Federführung von Ulf Gosejacob beraten.

3W Power, die Holding der AEG Power Solutions Gruppe, kommt mit der Restrukturierung voran. Für die deutsche Tochtergesellschaft AEG Power Solutions GmbH wurde ein Verfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Die Eröffnung dieses Verfahrens bezeichnet 3W Power als wichtigen Meilenstein in der Restrukturierung der Tochter, die im Rahmen einer Reorganisation der gesamten AEG Power Solutions Gruppe erfolgen soll. Im April soll den Gläubigern dann ein finaler Plan für das weitere Vorgehen bei der Restrukturierung zur Abstimmung vorgelegt werden. 3W Power hat im Rahmen der Sanierung bereits die Bedingungen seiner Anleihe und Wandelanleihe angepasst.

Das Immobilienunternehmen TLG Immobilien hat für eine Kapitalerhöhung 6,7 Millionen neue Aktien zu einem Ausgabepreis von 17,20 Euro je Aktie platziert. Der Bruttoemissionserlös des beschleunigten Platzierungsverfahrens beläuft sich auf etwa 116 Millionen Euro. Das Geld soll für Zukäufe von Büro- und Einzelhandelsimmobilien und allgemeine Gesellschaftszwecke verwendet werden.

Der Technologiekonzern Siemens wartet weiter mit der Herausgabe neuer Informationen zu Zeitpunkt und Umfang des geplanten Börsengangs der Medizintechnik-Sparte, berichtet die Nachrichtenagentur dpa von der Hauptversammlung des Konzerns. Konzernchef Joe Kaeser kündigte allerdings ein anderes Vorgehen als beim Lichtkonzern Osram an, bei dem damals Aktionäre für je 10 Siemens-Aktien ein Wertpapier von Osram bekamen.

Das Medienunternehmen Pantaleon plant für eine Kapitalerhöhung die Ausgabe von bis zu 110.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien. Sie sollen institutionellen Investoren in Deutschland und im europäischen Ausland angeboten werden. Das Bankhaus Metzler begleitet die Transaktion.

Das Biotech-Unternehmen Immunic hat eine kürzlich abgeschlossene erste Finanzierungsrunde mithilfe des neuen Investors BG Risikokapitalfonds II auf nun insgesamt 21,7 Millionen Euro erhöht. Das internationale Investorenkonsortium wird von LSP als Lead-Investor und dem Co-Lead-Investor LifeCarePartners angeführt. Das Geld soll für die Weiterentwicklung der Immunic-Produkte verwendet werden. Immunic wurde bei der Finanzierung von der Wirtschaftskanzlei Dentons beraten.

Die Abbaugesellschaft Immigon Portfolioabbau plant, für alle von ihr ausgegebenen und ausstehenden nicht-nachrangigen und nachrangigen Verbindlichkeiten Rückkaufkurse zu veröffentlichen. Dies soll für alle Papiere mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2017 passieren.

Das Start-up Green City Solutions hat seine erste institutionelle Finanzierungsrunde abgeschlossen. Als Investoren traten die Beteiligungsgesellschaft Littlerock, der Venture Capital Investor Coparion, die Beteiligungsgesellschaft DON Ventures II und ein namentlich nicht genannter Investor auf. Das Geld soll für die weitere Entwicklung genutzt werden.

Beim Technologieunternehmen Ecoduna läuft eine Kapitalerhöhung. Die Kapitalerhöhung soll dem Ausbau der Produktionsstätten dienen. Bislang wurden etwa 50 Prozent des Emissionsvolumens in Höhe von 1,9 Millionen Euro platziert. Die Transaktion begann am 16. Januar, neue Aktien werden für 5 Euro pro Stück verkauft.

Der Autozulieferer Hella hat rund 2,2 Millionen Aktien aus dem Bestand der Gesellschafterfamilie in einer Privatplatzierung an institutionelle Investoren platziert. Wie hoch der Erlös der Transaktion war, ist nicht bekannt. Die Deutsche Bank fungierte als Bookrunner. Bei der Transaktion trat Hengeler Mueller als Berater der Familiengesellschafter auf.

Weitere Meldungen

Der Finanzinvestor Blue Bay, ein Anbieter von Private Debt und einer der europäischen Marktführer bei der Vergabe so genannter Unitranches, hat in München ein eigenes Deutschlandbüro eröffnet. Senior Manager für das Deutschlandgeschäft ist Mark Jochims, er sitzt derzeit noch in London. Blue Bay verwaltet nach eigenen Angaben derzeit rund 50 Milliarden US-Dollar in verschiedenen Fixed-Income-Produkten. Der Private-Debt-Markt in Deutschland ist stark umkämpft – rund 40 Finanzinvestoren konkurrieren um Deals, deren Anzahl in Deutschland gerade einmal knapp zweistellig ist. Im Herbst erst hatte der französische Finanzinvestor Ardian angekündigt, ein eigenes Deutschlandbüro eröffnen zu wollen.  

Dem Schweizer Leitindex SMI stehen möglicherweise große Veränderungen bevor. Durch die bevorstehenden Übernahmen von Syngenta und Actelion durch ausländische Käufer scheiden wohl mindestens zwei Unternehmen aus dem Index aus, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Im SMI sind die 20 höchstkapitalisierten und liquidesten Papiere der Schweiz notiert. Nachrücken dürfte deshalb nach aktuellem Stand der Pharmazulieferer Lonza, heißt es weiter. Auch der Bau- und Spezialchemie-Spezialist Sika und der Hörgeräte-Hersteller Sonova können auf eine Aufnahme in die Top-Riege der Schweizer Börse hoffen.

Ratingmeldungen

Moody´s hat sein Rating für den Technikkonzern Voith bei Ba1 bestätigt. Der Ausblick ist stabil. Eine schwächer als erwartete Verbesserung der operationellen Performance konnte Voith durch den Verkauf seines 25-prozentinge Anteils am Roboterhersteller Kuka ausgleichen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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