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Finanzierungen: Fresenius, HelloFresh, Glencore

Der Konzern Fresenius mit Sitz in Bad Homburg hat über einen US-Bond 300 Millionen Dollar eingesammelt.
Fresenius

Fresenius platziert US-Anleihe

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat eine Anleihe mit einem Volumen von 300 Millionen US-Dollar, was etwa 262 Millionen Euro entspricht, im Rahmen einer Privatplatzierung begeben. Der vorrangige, unbesicherte Bond hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 4,5 Prozent verzinst. Nach Angaben des Unternehmens war die Emission deutlich überzeichnet.

Die Anleihe wurde zum Nennwert ausgegeben. Als Emittentin fungierte Fresenius US Finance II, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Fresenius SE. Mit den neuen Mitteln will der Konzern kurzfristige Finanzverbindlichkeiten refinanzieren und das Fälligkeitsprofil erweitern.

HelloFresh schließt neue Finanzierungsrunde ab

Das Berliner Online-Startup HelloFresh hat in einer neuen Finanzierungsrunde von dem schottischen Asset-Manager Baillie Gifford 75 Millionen Euro erhalten. Die Berliner setzten mit dem Versand von frischen Kochzutaten im abgelaufenen Geschäftsjahr 70 Millionen Euro um. Die neuen Gelder sollen in erster Linie dazu dienen, die Marktposition weiter auszubauen.

Nach der neuen Finanzierungsrunde wird das Lebensmittel-Startup jetzt mit 2,6 Milliarden Euro bewertet. Außerdem wird HelloFresh nachgesagt, noch in diesem Jahr einen IPO-Versuch starten zu wollen. Erst vor wenigen Tagen holte sich der Lieferdienst mit Christian Gärtner einen etablierten Banker als CFO. Baillie Gifford wurde bei der aktuellen Finanzierung durch die Kanzlei Hengeler Mueller begleitet.

Glencore sammelt 1,6 Milliarden Britische Pfund ein

Der Schweizer Rohstoffhändler Glencore hat im Rahmen des geplanten Schuldenabbaus 1,31 Milliarden neue Aktien platziert, was etwa 9,99 Prozent des vorherigen Aktienkapitals entspricht. Der Platzierungspreis betrug 125 Pence je Aktie. Der Bruttoemissionserlös liegt bei etwa 1,6 Milliarden Britischen Pfund (rund 2,2 Millionen Euro). 22 Prozent der neuen Anteile wurden von Glencores Management gezeichnet. Mit dem Bookbuilding waren die Citigroup und Morgan Stanley beauftragt, Barclays war als Co-Bookrunner engagiert. Die Kanzlei Linklaters beriet Glencore zusätzlich.

Scout24 legt Preisspanne fest

Für den geplanten IPO hat Scout24 jetzt die Preisspanne bekanntgegeben. Sie liegt bei 26,50 bis 33 Euro je Aktie. Das Angebot endet voraussichtlich am 30. September. Insgesamt strebt das Online-Unternehmen einen Bruttoerlös von etwa 225 Millionen Euro durch die Ausgabe neuer Aktien an. Mit dem Erlös sollen vor allem Finanzverbindlichkeiten zurückgezahlt werden.

Neben den 8,5 Millionen neuen Aktien werden außerdem 21 Millionen Sekundäraktien aus dem Bestand der PE-Eigentümer Hellman & Friedman und Blackstone sowie der Deutschen Telekom angeboten. Die PE-Investoren wollen sich von 13 Prozent ihres 70-prozentigen Anteils am Unternehmen trennen. Die Deutsche Telekom bietet 42 Prozent der von ihr gehaltenen 30 Prozent an. Darüber hinaus gibt es eine Mehrzuteilungsoption. Bei vollständiger Platzierung der Aktien am unteren Ende der Preisspanne, inklusive Ausübung der Greenshoe-Option, beliefe sich das Angebot auf 899 Millionen Euro.

Auch Schaeffler will an die Börse

Der Automobilzulieferer Schaeffler strebt ebenfalls an die Börse.  Bis zu 166 Millionen neue und bestehende Aktien sollen dafür ausgegeben werden, teilt das Unternehmen mit. Bis zu 100 Millionen Aktien davon werden aus dem Bestand einer Holdinggesellschaft der Familie Schaeffler bestehen. Die restlichen 66 Millionen Aktien werden im Rahmen einer Kapitalerhöhung begeben. Nach dem IPO soll sich der Streubesitz bei rund 25 Prozent liegen.

Mit dem Erlös will CEO Klaus Rosenfeld vor allem die Verschuldung der Gesellschaft und auch der Schaeffler Holding reduzieren. Als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners werden die Deutsche Bank und Citigroup die Transaktion begleiten. Bank of America Merrill Lynch und HSBC Trinkaus & Burkhardt sind als Joint Bookrunners mandatiert.

Hapag-Lloyd bereitet offenbar IPO vor

Die Containerreederei Hapag-Lloyd könnte noch in diesem Jahr den Schritt aufs Börsenparkett wagen. Derartige Vermutungen gibt es schon länger. Wie das Hamburger Abendblatt berichtete, soll bis Ende November zunächst eine Minderheitsbeteiligung in Höhe von 20 Prozent ausgegeben werden. Der Börsenwert der Reederei könne dabei bei 5 Milliarden Euro liegen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Marktkreise. Der Reisekonzern Tui habe das Vorrecht, seinen knapp 14-prozentigen Anteil zuerst abzugeben. Ein weiterer Kandidat für den Anteilsverkauf sei die HSH Nordbank, die 1,8 Prozent an Hapag-Lloyd hält.

KTG Agrar zahlt Unternehmensanleihe zurück

Das Landwirtschaftsunternehmen KTG Agrar hat seine fünfjährige Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 50 Millionen Euro planmäßig zurückgezahlt. Erst im Sommer ist mit Fosun ein chinesischer Großaktionär bei KTG Agrar eingestiegen, der auch bei der Refinanzierung helfen will. Die Mittel aus der Unternehmensanleihe hatte KTG Agrar unter anderem für Ackerland und Biogasanlagen verwendet. Jetzt sei die Investitionsphase aber abgeschlossen, wie das Unternehmen verlauten ließ.

Weitere Finanzierungen

Die schwedische TF Bank verschiebt ihren bereits gestarteten Börsengang. Grund sei das volatile Marktumfeld an deutschen und internationalen Kapitalmärkten. Derzeit „sieht das Management keine Möglichkeit, den Börsengang mit dem vorgesehenen Emissionskonzept zu realisieren“, teilte das Unternehmen mit. Das Unternehmen will seine IPO-Pläne gegebenenfalls wiederaufnehmen.

Der Österreichische Rundfunk ORF plant die Emission einer Anleihe mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro, wie der Kurier.at berichtete. Die fixe Verzinsung soll bei rund 2,5 Prozent liegen, bei einer Laufzeit zwischen 20 bis 30 Jahre. Die Emission wird von der Bank Austria begleitet. Es sei weiterhin möglich, dass 2018 oder 2019 eine weitere Tranche begeben wird.

3W Power, eine Holdinggesellschaft der AEG Power Solutions, hat sich mit den Hauptaktionären auf die Begebung einer fünfjährigen Wandelanleihe über 14 Millionen Euro geeinigt. Der Kupon soll bei 5,5 Prozent liegen. Es liegen Zeichnungszusagen über 11,9 Millionen Euro vor. Die Wandelanleihe ist der bereits bestehenden 2014 begebenen Anleihe des Unternehmens nachgeordnet. Die Ausgabe des Wandlers hängt noch von der Änderung einer Anleihebedingung des bestehenden Bonds ab. Das Management bittet die Anleihegläubiger um ihre Zustimmung für die Änderung. Darüber soll auf der zweiten Gläubigerversammlung am 5. Oktober entschieden werden.

Siemens hat den Inhabern einer im Februar 2012 begebene Optionsanleihe über insgesamt 3 Milliarden US-Dollar ein Umtauschangebot gemacht. Die mit der Anleihe verknüpften Optionsscheine berechtigten die Investoren zum Bezug sowohl von Siemens- als auch Osram-Aktien. Da Siemens seine Licht-Tochter mittlerweile jedoch abgespalten hat, hatten die Investoren nun die Möglichkeit, die Optionsscheine ausschließlich mit Bezugsrechten für Siemens-Aktien auszustatten. Insgesamt machten Investoren mit 10.661 der insgesamt 12.000 ausstehenden Optionsscheine von dem Angebot Gebrauch. Zur Durchführung des Umtauschs wird Siemens unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre Optionsanleihen über 64 Millionen Euro begeben.

Immofinanz hat in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren 8,5 Millionen Buwog-Aktien platziert, was etwa 8,5 Prozent des Aktienkapitals entspricht. Der Verkaufspreis lag bei 17,625 Euro je Aktie, was einen Bruttogesamterlös von rund 150 Millionen Euro ergibt. Wegen der großen Nachfrage wurde das ursprünglich geplante Transaktionsvolumen von 5 Millionen Aktien erhöht. Mit dem Erlös will Immofinanz die Zahlungen an die Inhaber der Umtauschanleihe finanzieren, die sich im Rahmen des Umtauschangebots für die Barvergütungsoption  entschieden haben.

Tele Columbus schlägt wieder zu und kauft PepcomSenivita Social Estate, ein Betreiber von Pflegeeinrichtungen, hat eine Wandelschuldverschreibung mit einem Zeichnungsvolumen von 32,2 Millionen Euro öffentlich platziert. Für institutionelle Investoren läuft die Platzierung noch. Das maximale Platzierungsvolumen liegt bei 50 Millionen Euro. Die Papiere werden mit 6,5 Prozent verzinst. Mit dem Nettoemissionserlös will das Unternehmen neue Pflegewohnanlagen bauen.

Das auf Abwärmenutzung spezialisierte Cleantech-Unternehmen Orcan Energy hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. In diesem Zuge hat sich Aliad, der Venture-Capital-Bereich der Air Liquide-Gruppe, als strategischer Investor an Orcan Energy beteiligt. Auch die bestehenden Investoren Kleiner Perkins Caufield and Byers, Wellington Partners und E.On haben sich wieder beteiligt. Neu eingestiegen ist das Schweizer Investmenthaus Quadia. Beraten wurde Orcan Energy bei der Transaktion durch Arqis unter Federführung von Christoph von Einem.

Das Softwareunternehmen Intershop Communications hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös in Höhe von 1,65 Millionen Euro abgeschlossen. Ausgegeben wurden 1,5 Millionen neue Aktien zu einem Preis von je 1,10 Euro. Mit dem Erlös will Intershop in den Ausbau des eigenen Angebots investieren. Im Sommer gab es mehrere Wechsel an der Spitze von Intershop, unter anderem hatte CFO Ludwig Lutter das Unternehmen verlassen.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Euler Hermes bewertet die geplante Emission von Senior Bonds des Offshore-Windparkprojekts Fortuna mit einem Volumen von 556 Millionen Euro vorläufig mit der Note BBB. Das Risiko des Projekts wird als moderat eingeschätzt. Dies begründet die Agentur unter anderem mit der hohen Prognosegüte der Cashflows, dem stabilen Regulierungsumfeld, aber auch einem erhöhten technischen Risiko.

Moody’s hat den Ausblick für das Rating von E.On von stabil auf negativ gesenkt. Die Unternehmensratings wurden bestätigt. Grund für die Maßnahme ist laut Moody’s, dass E.On auch nach der angekündigten Aufspaltung weiterhin die Verantwortung für die Verbindlichkeiten aus dem Atomkraftgeschäft verantwortlich sein wird, obwohl die Vermögensgegenstände an das neue Unternehmen Uniper übertragen werden. Vor kurzem hatte Fitch das Rating von E.On bereits gesenkt.

Die Ratingagentur Scope hat das BBB-Rating der Anleihe der Immobilienprojektgesellschaft Salamander-Areal Kornwestheim mit einem Volumen von 30 Millionen Euro bestätigt. Der Ausblick ist weiterhin stabil. Scope begründet die Einschätzung unter anderem mit den stabilen Finanzkennzahlen des Unternehmens.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

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