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Finanzierungen: Otto Group, VW, Heidelberg Cement

Die Otto Group will mit dem Erlös eines neuen Bonds über 300 Millionen Euro ihre Investitions- und Wachstumsstrategie fortführen.
Otto-Pressebild

Otto begibt Anleihe über 300 Millionen Euro

Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group hat einen Bond über 300 Millionen Euro platziert. Das Papier hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 1,875 Prozent verzinst. Finanzchefin Petra Scharner-Wolff konnte damit den Kupon im Vergleich zu der Bondemission im vergangenen Jahr noch weiter senken. Im Sommer 2016 erzielte das ungeratete Unternehmen für einen ebenfalls siebenjährigen Bond einen Zins von 2,5 Prozent. Mit dem Erlös plant das Unternehmen seine Investitions- und Wachstumsstrategie fortzusetzen sowie auslaufende Finanzierungen zurückzuführen.

Volkswagen begibt Hybridanleihe über 3,5 Milliarden Euro

Nachdem Volkswagen im März an den Bondmarkt zurückgekehrt ist, hat der Autokonzern nun auch wieder den Markt für Hybridanleihen angezapft: Volkswagen hat über Volkswagen International Finance eine Hybridanleihe ohne Endfälligkeit über 3,5 Milliarden Euro ausgegeben, das Orderbuch erreichte rund 11 Milliarden Euro. Die Transaktion teilt sich in zwei Tranchen. Die erste Tranche hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro und ist erstmals im Dezember 2022 kündbar. Ihr Zins liegt bei 2,75 Prozent. Die zweite Tranche umfasst 2 Milliarden Euro und besitzt eine ersten Call-Termin nach zehn Jahren. Sie wird mit 3,875 Prozent verzinst. Der Erlös soll die Industrie-Netto-Liquiditäts-Position des Konzerns stärken. Bank of America Merril Lynch, MUFG, Crédit Agricole, HSBC und Goldman Sachs begleiteten die Transaktion.

Heidelberg Cement platziert Benchmark-Anleihe

Der Baustoffkonzern Heidelberg Cement hat eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Der Bond läuft bis Juni 2027 und wird mit 1,5 Prozent verzinst. Der Ausgabekurs liegt bei 98,891 Prozent, sodass sich eine Rendite von 1,621 Prozent ergibt. Mit dem Geld sollen teilweise ausstehende Fälligkeiten zurückgezahlt werden. Außerdem soll der Erlös zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung genutzt werden. Die Bank of America Merrill Lynch, ING, LBBW und Morgan Stanley waren die Joint Bookrunner bei der Transaktion.

Weitere Finanzierungen

Die Schweizer Versandapotheke Zur Rose konkretisiert die Börsenpläne. Das Unternehmen beabsichtigt noch in diesem Jahr den IPO zu vollziehen. Zur Rose strebt dabei an, durch eine Kapitalerhöhung mindestens 200 Millionen Schweizer Franken aufzunehmen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Unternehmen. Wie bereits bekannt, sollen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 19. Juni die Voraussetzungen für den Börsengang schaffen.

Der Energiekonzern RWE kündigt eine weitere nachrangige Hybridanleihe über 150 Millionen Schweizer Franken zum ersten Kündigungstermin. Zuvor hatte der Konzern schon eine Anleihe über 250 Millionen Schweizer Franken zurückgezahlt. Der nun gekündigte Bond ist mit 5 Prozent verzinst und wurde 2012 ausgegeben. Durch die Rückzahlung kann RWE seine Zinslast verringern nutzen. Eine neue Anleihe zur Refinanzierung wird nicht aufgenommen.

Homann Holzwerkstoffe hat die Unternehmensanleihe, die zu Bestkonditionen an den Markt gebracht werden konnte, nun vollständig platziert und daher die Zeichnungsfrist vorzeitig beendet. Nach eigenen Angaben war das Angebot überzeichnet. Das vollständige Volumen des Bonds beträgt 50 Millionen Euro.

Der niederländische Metallhändler und -produzent Metalcorp hat die Begebung seiner neuen Anleihe wie angekündigt abgeschlossen. Das Volumen beträgt 70 Millionen Euro bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Der Bond wird mit 7 Prozent verzinst.

Die Credit Suisse hat ihre Kapitalerhöhung abgeschlossen. 4.1 Milliarden Schweizer Franken sammelte die Bank ein. Dabei wurden nach Ende der Bezugsfrist rund 390 Millionen Aktien gezeichnet und damit 99,2 Prozent der Bezugsrechte der Aktionäre ausgeübt. Die restlichen knapp 3 Millionen Aktien beabsichtig die Bank am Markt zu verkaufen.

Die Aktien der Immobilienfirma Grand City Property werden fortan im SDax gelistet. Dort ersetzen sie die Aktien des Glückspielanbieters Zeal Network. Die Aufnahme begründet sich auf der Marktkapitalisierung und des Orderbuchumsatzes von Grand City Property.

Das Fintech The Naga Group will zum 10. Juli in das Börsensegment Scale der Deutschen Börse einsteigen. Bis zu 1 Millionen neue Aktien können bis zum 29. Juni von privaten und institutionellen Anlegern in Deutschland, Österreich und in Spanien gezeichnet werden. Eine Platzierung in der Schweiz sei auch beabsichtigt. Der Ausgabepreis der Aktien liegt bei 2,60 Euro. The Naga Group rechnet mit einem Bruttoemissionserlös von 2,6 Millionen Euro, der zum Teil für die Finanzierung weiteren Unternehmenswachstums genutzt werden soll. Außerdem soll ein Teil des Geldes für Marketingzwecke der App Swipestox verwendet werden. Das Unternehmen wurde von Heuking Kühn Lüer Wojtek begleitet.

Das Münchener IT-Unternehmen Allgeier plant eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte. Dabei sollen bis zu 907.149 neue Aktien bei institutionellen Anlegern, Organmitgliedern der Gesellschaft und bei Allgeier-Managern platziert werden. Der Ausgabepreis soll den Börsenkurs nicht wesentlich unterschreiten. Mit dem Erlös will Allgeier weitere Übernahmen sowie Wachstumsinvestitionen finanzieren. Die Baader Bank begleitet die Transaktion.

Das Softwareunternehmen Softing hat seine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Rund 7,9 Millionen Euro nahm das Unternehmen mit der Ausgabe von 695.943 neuen Aktien ein. Der Ausgabepreis lag bei 11,30 Euro je Aktie. Die neuen Aktien wurden von institutionellen Investoren sowie vom Hauptaktionär des Unternehmens gezeichnet. Nach Angaben von Softing war das Angebot um mehr als das Vierfache überzeichnet.

Die Dumont-Mediengruppe übernimmt im Rahmen einer Wachstumsfinanzierung 36,5 Prozent des Grundkapitals von Censhare, einem Anbieter von Marketing Cloud Services. Noerr (Federführung: Georg Schneider) hat Censhare bei der Transaktion beraten. Die Höhe der Wachstumsfinanzierung ist nicht bekannt.

Die Mittelstandsfinanzierungsplattform Fincompare hat eine Seed-Finanzierung abgeschlossen. 2,5 Millionen flossen dem Start-up von den Kapitalgebern zu. Zu diesen zählten unter anderem der Venture-Capital-Geber Speedinvest und die österreichische Versicherungsgruppe Uniqa.

Nachdem der Windparkbetreiber Prokon Regenerative Energien im Mai vergangenen Jahres gemäß dem Insolvenzplan eine Anleihe über 500 Millionen Euro begeben hatte, die frühere Genussrechtsinhaber ohne Zuzahlung als Gegenleistungen beziehen konnten, hat das Unternehmen nun die nicht bezogenen Schuldverschreibungen verkauft. Im Rahmen einer Privatplatzierung wurden diese Schuldverschreibungen in Höhe von 89,9 Millionen Euro bei institutionellen Investoren platziert. Der Preis lag bei 65 Prozent des Nennbetrags. Das Geld wird nicht Prokon, sondern den ehemaligen Genussrechtsgläubigern zufließen, die ihr Erwerbsrecht nicht ausgeübt hatten.

Ratingmeldungen

S&P bestätigt das Rating des österreichischen Versicherungsunternehmens Uniqa bei A-. Die Ratingagentur begründet dies unter anderem mit der starken Marktposition des Unternehmens sowie mit dessen ausgewogenem Produktportfolio. Der Ausblick ist stabil.

Außerdem bestätigt S&P das Rating für die langfristige Bonität des Industriegaseherstellers Linde bei A+. Als Grund gibt die Ratingagentur den Zusammenschluss mit dem US-Konkurrenten Praxair an. Demnach werde das neue Unternehmen nun diversifizierter und balancierter sein.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

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