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Finanzierungen: Salzgitter, Hella, Heidelberger Druck

Der Stahlkonzern Salzgitter hat eine Wandelanleihe mit einem Volumen von knapp 170 Millionen Euro begeben. Der Kupon liegt bei null Prozent.
Salzgitter AG

Salzgitter begibt Anleihe über bis zu 170 Millionen Euro

Der Stahlkonzern Salzgitter hat über seine niederländische Tochter Salzgitter Finance eine nicht nachrangige und nicht besicherte Wandelanleihe mit einem Volumen von 168 Millionen Euro und einem Nullkupon begeben. Die siebenjährige Anleihe kann in bis zu 3,55 Millionen Aktien umgewandelt werden, was rund 5,9 Prozent des derzeitigen Grundkapitals entspräche.

Der Wandlungspreis enthält mit rund 47,30 Euro eine Prämie von 45 Prozent auf den Referenzpreis der Salzgitter-Aktien von etwa 32,60 Euro. Durch die Transaktion will Salzgitter sich auf der Finanzierungsseite breiter aufstellen. Der Emissionserlös soll in den allgemeinen Geschäftsbetrieb fließen. Global Coordinator und Joint Bookrunner ist die HSBC. Die DZ Bank, Landesbank Baden-Württemberg und Société Générale agieren ebenfalls als Joint Bookrunner.

Hella schließt 450-Millionen-Kredit ab

Der Automobilzulieferer Hella hat von einem internationalen Bankenkonsortium einen syndizierten Kredit mit einem Volumen von 450 Millionen Euro erhalten. Das Darlehen läuft über fünf Jahre, kann jedoch zwei Mal um je ein Jahr verlängert werden. Es dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung.

Hella setzte im Geschäftsjahr 2013/14 rund 5,3 Milliarden Euro um. Beraten wurde das Unternehmen bei der Finanzierung durch ein Team der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Federführung von Christoph Wetzler. Das Bankenkonsortium wurde durch die Kanzlei Clifford Chance unter Federführung von Bettina Steinhauer beraten.

Heidelberger Druckmaschinen begibt Hochzinsanleihe

Die Heidelberger Druckmaschinen hat wie angekündigt eine nicht nachrangige Hochzinsanleihe mit einem Volumen von 205,5 Millionen Euro und einer Laufzeit bis 2022 begeben. Die Verzinsung liegt mit einem Kupon von 8 Prozent unter der des alten High Yield Bonds, den das Unternehmen mit den Einnahmen aus der aktuellen Emission ablösen will. Zu diesem Zweck hatte Heidelberger Druck im März bereits eine neue Wandelschuldverschreibung begeben.

CFO Dirk Kaliebe senkt mit den Neuemissionen die Zinslast des Druckmaschinenherstellers, der nach der Sanierungsphase vor zwei Monaten auch wieder mit einem M&A-Deal von sich reden machte. Beraten wurde Heidelberger Druckmaschinen bei der aktuellen Emission durch ein Team von Clifford Chance unter Federführung von Sebastian Maerker und Michael Dakin.

Delivery Hero sammelt 110 Millionen US-Dollar ein

Die Onlineplattform für Essenslieferungen Delivery Hero erhält in einer neuen Finanzierungsrunde 110 Millionen US-Dollar von zwei großen Investmentfonds aus den USA, die sich an dem Börsenaspiranten vor dem IPO beteiligen wollen. Mit den neuen Mitteln will das Unternehmen weiter zukaufen und in die Produktinnovation investieren. Die Gesamtsumme des eingesammelten Kapitals steigt damit auf 1 Milliarde US-Dollar. Der bekannteste Investor der Plattform ist das Online-Unternehmen Rocket Internet. Weitere Investoren sind Insight Ventures Partners und General Atlantic. Citigroup hat die Transaktion beratend begleitet, GLNS hat Delivery Hero rechtlich beraten.

Delivery Hero wird nach der neuen Finanzierungsrunde mit 3,1 Milliarden US-Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) bewertet. Dieser Anstieg bei der Bewertung führt auch zu einer Werterhöhung des Anteils von Rocket Internet um 279 Millionen Euro. Die über die Global Online Takeaway Group gehaltene Beteiligung beläuft sich damit auf 1,079 Milliarden Euro.

Barkapitalerhöhung bringt Deutsche Wohnen 900 Millionen Euro

Die Deutsche Wohnen hat ihre angekündigte Barkapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von 907 Millionen Euro abgeschlossen. Dieser liegt somit in etwa in der Mitte der angestrebten Spanne von 875 bis 950 Millionen Euro. Es wurden alle 42,2 Millionen neuen Aktien zu einem Preis von je 21,50 Euro ausgegeben, die Bezugsquote lag bei 97 Prozent.

Mit dem Erlös der Kapitalerhöhung plant die Deutsche Wohnen den Kauf eines Immobilienportfolios sowie die Rückzahlung höherverzinster Verbindlichkeiten. Die Kapitalerhöhung zog auch eine Anpassung des Wandlungspreises der 2020 fällig werdenden Wandelanleihe der Deutschen Wohnen nach sich. Der angepasste Wandlungspreis liegt bei 18,1556 Euro. Zuvor waren es 18,3605 Euro. Das Wandelverhältnis änderte sich von 5.446,4748 Aktien je Anleihe zu 5.507,9425 Aktien je Anleihe.

Deutsche Forfait: Technische Probleme behindern Bezugsverfahren

Die Deutsche Forfaithat die Frist für das laufende Bezugsverfahren bis zum 8. Juni verlängert. Ursprünglich sollte die Bezugsfrist am 2. Juni enden. Allerdings hätten nach Angaben der Deutschen Forfait einige Depotbanken so enge Fristen für die Abwicklung von Aufträgen, dass Bezugsaufträge von Anleihegläubigern nicht ausgeführt werden konnten.

Mit der Fristverlängerung will die Deutsche Forfait allen interessierten Anleihegläubigern die Möglichkeit bieten, noch Aktien zu beziehen. Im Rahmen des Bezugsangebots können Anleihegläubiger ihre Teilschuldverschreibungen als Sacheinlage einbringen und dafür Anteile beziehen. Ausgegeben werden bis zu 3,4 Millionen neue Aktien.

Chorus Clean Energy will an die Börse

Das Solar- und Windenergieunternehmen Chorus Clean Energy bereitet seinen IPO vor.  Der Börsengang soll, abhängig vom Börsenumfeld, zum Beginn des dritten Quartals 2015 erfolgen. Der IPO soll aus neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung über 100 Millionen Euro sowie aus Aktien aus dem Bestand von bisherigen Gesellschaften in Höhe von etwa 4,2 Prozent des derzeitigen Grundkapitals bestehen. Auch eine Mehrzuteilungsoption über bis zu 15 Prozent des Basisangebots ist geplant.

Derzeit halten die Gründer und das Management von Chorus etwa 23 Prozent der Anteile. Der Rest ist im Streubesitz. Gründer und Management wollen sich zu einer Lock-up-Frist von 18 Monaten nach dem Börsengang verpflichten. Der Erlös des IPOs soll zur Wachstumsfinanzierung verwendet werden. Berenberg fungierte als Sole Global Coordinator und zusammen mit der BHF-Bank als Joint Bookrunner.

Weitere Finanzierungen

Eurogrid, die Mutter des Netzbetreibers 50Hertz, hat eine Anleihe über 500 Millionen Euro begeben. Das Papier hat eine Laufzeit von zehn Jahren und wird mit 1,875 Prozent verzinst. Der Konzern will in den kommenden zehn Jahren 5,4 Milliarden Euro in den Ausbau des Übertragungsnetzes investieren. Für Eurogrid ist es die zweite Emission einer Unternehmensanleihe.

Volkswagen Financial Services hat französische Asset-Backed Securities mit einem Volumen von rund 481 Millionen Euro begeben. Die Tranche A konnte mit einem Volumen von 465 Millionen Euro zu einem Preis von 1-Monats-Euribor +22 Basispunkte platziert werden. Der Preis für die Tranche B mit 16,2 Millionen Euro lag bei +70 Basispunkten. Die Tranche A war anderthalbfach überzeichnet. Joint Arranger der Transaktion waren BNP Paribas sowie Volkswagen Financial Services, als Lead Manager agierten BNP Paribas und die Commerzbank. Volkswagen hat erst kürzlich eine Milliardenanleihe in den USA begeben.

Das Private-Equity-Haus Silverfleet Capital hat seinen zweiten eigenständigen Mid-Market-Fonds mit einem Volumen von 850 Millionen Euro geschlossen. Damit habe man das Zielvolumen von 700 Millionen Euro übertroffen. Nun beginnt die Suche nach Targets: Silverfleets Investitionsziele sind Unternehmen mit einem Wert zwischen 75 und 250 Millionen Euro in Europa.

Der Versicherungskonzern Uniqa Insurance Group mit Sitz in Wien plant die Emission einer nachrangigen Anleihe mit einem Volumen von mindestens 500 Millionen Euro. Die Tier-2-Anleihe soll in den nächsten Wochen im Rahmen einer Roadshow institutionellen Investoren in Europa angeboten werden.

Die Privatbrauerei Jacob Stauder hat über eine Privatplatzierung eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von bis zu 10 Millionen Euro begeben. Die siebenjährige Anleihe wird fest mit 6,5 Prozent jährlich verzinst und ist im Juni 2022 fällig. Mit dem Emissionserlös soll die 2012 begebene Anleihe von Stauder mit einem Kupon von 7,5 Prozent teilweise abgelöst werden. Der restliche Erlös soll in das Markenwachstum und technische Neuerungen fließen. Die Transaktion wurde durch Conpair als Financial Advisor sowie durch die ICF Bank begleitet.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat den Bau des Offshore-Windparks Nordergründe in der Nordsee finanziert. Die durch Wpd Offshore geführte Projektgesellschaft OWP Nordergründe erhielt dazu insgesamt rund 410 Millionen Euro, von denen 156 Millionen Euro durch die EIB bereitgestellt wurden. Die Finanzierung erfolgte in einem Konsortium mit der KfW Ipex-Bank. Die EIB wurde durch die Wirtschaftskanzlei Ashurst unter Federführung von Tom Beckerhoff beraten. Für die KfW Ipex agierte Norton Rose Fulbright unter Federführung von Dirk Trautmann, WPD wurde von der Bremer Kanzlei Blanke Meier Evers begleitet.

Basler Fashion erhält ein neues Betriebsmitteldarlehen von Alteri. Über die Höhe des Darlehens ist nichts bekannt. Der Investor ist ein Joint Venture, das auf Fremd- und Eigenkapitalfinanzierungen im Einzelhandel spezialisiert ist und wird von Private Equity Fonds Apollo finanziert. Alteri hatte Basler vom Finanzinvestor Tempus Capital übernommen. Der Investor wurde von einem Noerr-Team um Christian Pleister und Nikolai Warneke.

Das Immobilieninvestmentunternehmen Swiss Prime Site, das gerade Markus Meier zum CFO ernannt hat, konnte eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 424 Millionen Schweizer Franken (rund 403 Millionen Euro) platzieren. Ausgegeben wurden bei Ausübung von 98,8 Prozent der Bezugsrechte knapp 6 Millionen Aktien zu je 15,30 Schweizer Franken. Der Nettoemissionserlös beträgt rund 413 Millionen Euro. Das mit der Kapitalerhöhung beauftragte Bankenkonsortium aus UBS, Bank Vontobel, Credit Suisse und Zürcher Kantonalbank wurde durch die Kanzlei White & Case beraten.

Das ausschließlich in Berlin aktive Wohnimmobilienunternehmen Swallowbird Trading & Investments plant noch in diesem Jahr seinen Börsengang unter dem neuen Namen Ado Properties. Angestrebt wird ein Emissionsvolumen von mindestens 400 Millionen Euro. Im Rahmen des IPOs sollen neue Aktien sowie Anteile aus dem Bestand der Ado Group, einziger Gesellschafter von Ado Properties, platziert werden. Das Unternehmen hält bislang ein Immobilienportfolio mit einem Wert von rund 1,2 Milliarden Euro. Joint Global Coordinators und Joint Bookrunner sind Kempen & Co sowie die UBS Investment Bank. Zusätzliche Joint Bookrunner sind Barclays und die Commerzbank. Als Prozessmanager und Finanzberater begleitet Arbireo Capital die Transaktion.

Bayer benennt seine Sparte MaterialScience mit Wirkung zum 1. September in Covestro um. Das Unternehmen soll dann bis Mitte 2016 an die Börse gehen. Von dem IPO erhofft sich MaterialScience größere Flexibilität, um die Unternehmensziele zu verfolgen.

Die Aktie des Onlinehändlers Zalando steigt in den MDax auf. Die Aktien von Bertrandt werden dagegen im SDax gelistet.

Die Wilhelm Stoll Maschinenfabrik hat eine Refinanzierung mit zwei Banken abgeschlossen. Details der Finanzierung wurden nicht bekanntgegeben. Als Berater agierte Network Corporate Finance.

Ratingmeldungen

Fitch Ratings hat die Langfristratings der Automobilkonzerne Daimler und Volkswagen bestätigt: Daimlers Rating steht bei A-, das von VW bei A. Der Ausblick für die nächsten 12 bis 18 Monate wird als stabil eingeschätzt. Bei Daimler erwarten die Kreditanalysten eine steigende Profitabilität sowie einen positiven Free Cash Flow. VWs wesentliche Schuldenkennzahlen dürften stabil bleiben, auch wenn die Profitabilität und der Free Cash Flow in diesem Jahr zunächst leicht sinken könnten.

Das Baa3-Rating von Voith steht unter Beobachtung für eine Herabstufung. Moody’s will die Beobachtungsphase innerhalb der nächsten drei Monate abschließen. Laut der Ratingagentur steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Voith es nicht schaffen wird, seine Leverage Ratio bis zum Ende 2015 ausreichend zu senken.

Creditreform richtet sich in einer Mitteilung gegen eine Aussage von Euroboden, wonach ein B-Rating von Scope, S&P oder Fitch einem BB-Rating von Creditreform entspreche. Dieser Vergleich sei nicht zutreffend, so die Ratingagentur. Ein B-Rating einer anderen Agentur entspreche einem B-Rating aus ihrem Haus. Creditreform hat das Rating von Euroboden am 26.5 im Rahmen des Monitorings ausgesetzt. Scope hatte dem Unternehmen kürzlich ein B-Rating erteilt.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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