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Finanzierungen: VW, Bayer, Grand City Properties

Der Autobauer Volkswagen hat eine ABS-Transaktion mit einem Volumen von 1,25 Milliarden Euro platziert.
Bildquelle: Liufuyu/iStock/Thinkstock/Getty Images

Volkswagen platziert Auto-ABS-Transaktion

Volkswagen Financial Services, die Finanzsparte des Autokonzerns VW, hat ihre 24. Auto-ABS-Transaktion aus verbrieften Leasingverträgen platziert. Die Transaktion hat ein Volumen von rund 1,25 Milliarden Euro. Die Tranche A in Höhe von 1,17 Milliarden Euro wurde zum Preis von 1-Monats-Euribor plus 25 Basispunkten begeben, der Platzierungspreis der Tranche B mit einem Volumen von rund 28,7 Millionen Euro lag bei plus 65 Basispunkten. Nach Angaben von VW war die erste Tranche zweieinhalbfach überzeichnet, die zweite Tranche sogar dreieinhalbfach. Crédit Agricole Corporate and Investment Bank hat VW bei der Transaktion begleitet. In den vergangenen Jahren haben Auto-ABS-Transaktionen im Finanzierungsmix von VWFS an Bedeutung gewonnen. Im ersten Halbjahr 2016 haben sie bereits 18 Prozent des Refinanzierungsvolumens ausgemacht.

Außerdem hat die Volkswagen Bank RUS die zweite Rubel-Anleihe des Jahres begeben. Das Volumen liegt bei 5 Milliarden Rubel (rund 71 Millionen Euro). Die Anleihe ist mit einem Kupon von 9,8 Prozent ausgestattet und läuft über 7 Jahre. Nach 1,5 Jahren kann der Bond jedoch ebenfalls zurückgezahlt werden. Die Transaktion ist Teil des neuen 100 Milliarden Rubel schweren Emissionsprogramms von VW. S&P benotet die Anleihe mit BB+. Die Transaktion wurde von der Raiffeisenbank und UniCredit begleitet.

Bayer syndiziert Akquisitionsfinanzierung

Bayer hat den Brückenkredit für die Übernahme von Monsanto mit 20 Banken syndiziert: An dem Kredit in Höhe von 56,9 Milliarden US-Dollar sind von den Banken BofA Merrill Lynch, Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC und JP Morgan beteiligt, die weiteren Banken wurden nicht genannt. Die Transaktion war um etwa 40 Prozent überzeichnet, teilte der Konzern mit.

Die Banken konnten als Bookrunner 4,5 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen oder mit einer Zusage von 1,125 Milliarden US-Dollar als Lead Arranger beitreten. Weitere Details der Finanzierung teilte Bayer nicht mit. Für Bayer-CFO Johannes Dietsch ist das erst der Auftakt für die weitere Refinanzierung.

Grand City Properties begibt Anleihe über 200 Millionen Euro

Grand City Properties hat eine nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 200 Millionen Euro an der Irischen Börse begeben. Das Papier, das nach deutschem Recht aufgelegt ist, hat keine Fälligkeit und ist mit einem Kupon von 2,75 Prozent ausgestattet. Die Platzierung wurde von Morgan Stanley begleitet. Beraten wurde Grand City Properties bei der Emission durch GSK Stockmann unter Leitung von Philipp Mößner.

Royalbeach refinanziert Mini-Bond

Der Sportgerätehändler Royalbeach hat wenige Tage vor Fälligkeit seinen 12,3 Millionen Euro schweren Mini-Bond refinanziert. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Kreditverträge mit einer internationalen Bank abgeschlossen, um die in zwei Wochen fällige Mittelstandsanleihe abzulösen.

Außerdem erhält Royalbeach von einem Bankenkonsortium eine operative Betriebsmittellinie, um seine Finanzierungsstruktur zu stabilisieren. Der Kurs der Anleihe, die die mit 8,125 Prozent verzinst wird, reagierte nach der Ankündigung mit einem Anstieg von 27 Prozent.

Börsengang von OfficeFirst liegt auf Eis

Der Immobilienkonzern OfficeFirst hat seinen angekündigten Börsengang vorerst auf Eis gelegt. Als Begründung nannten OfficeFirst und die Alleinaktionärin IVG Immobilien das sich „stark verschlechternde Marktumfeld im Immobilienbereich“. Insbesondere Sorge um die zukünftige Geldpolitik der EZB sowie die Unsicherheit rund um die Zinsentscheidungen der Fed führte das Unternehmen an.

Weitere Finanzierungen

Der Online-Apothekenbetreiber Shop Apotheke Europe hat wie geplant den Sprung an die Börse geschafft. Der Ausgabepreis für die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung lag bei 28 Euro. Daraus ergibt sich ein Bruttoemissionserlös von rund 100 Millionen Euro. Einschließlich der Mehrzuteilung beläuft sich das Platzierungsvolumen auf etwa 115 Millionen Euro. Bei vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option wird der Streubesitz bei rund 49 Prozent liegen. Die Banken Berenberg, Citigroup und Commerzbank haben die Transaktion begleitet. Zudem wurde Shop Apotheke Europe durch Lilja & Co und Parklane Capital beraten.

Der Anbieter von Cloud- und Telekommunikationsdienstleistungen OVH hat in KRR und TowerBrook Capital Partners zwei neue Investoren gefunden. Sie beteiligen sich für 250 Millionen Euro mit einer Minderheit an OVH. Die Mehrheit an dem Dienstleister hält weiterhin die Gründerfamilie Klaba. Beraten wurde OVH bei dem Einstieg der Investoren durch BNP Paribas Corporate Finance sowie durch die Kanzlei Linklaters.

Der PE-Investor Aurelius nimmt sein Aktienrückkaufprogramm wieder auf. In den nächsten drei Jahren will der Investor bis zu 471.000 eigene Aktien zurückerwerben. Insgesamt stehen dafür bis zu 26 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem kann der Vorstand im gleichen Zeitraum weitere Rückkaufprogramme über bis zu 26 Millionen Euro beschließen, womit das maximale Rückkaufvolumen bei 52 Millionen Euro liegt. Der Kurs der Aurelius-Aktie zog nach der Ankündigung des Rückkaufprogramms zunächst etwas an, der Effekt verlor sich im Laufe der Woche jedoch wieder.

Der PE-Investor Triton finanziert die Übernahme des Lufttechnologieunternehmens Fläkt Woods mit Hilfe der Deutschen Bank, Royal Bank of Canada, UniCredit, Barclays Bank, Jefferies Finance, Swiss Re International und Zurich Insurance. Neben einer Kaufpreisfinanzierung stellen die Banken außerdem Betriebsmittel- und Avallinien bereit. Die Finanzieurng hat ein Gesamtvolumen von 385 Millionen Euro. Beraten wurde Triton bei der Transaktion durch White & Case unter Federführung von Gernot Wagner und Vanessa Schürmann. Das Bankenkonsortium wurde von Latham & Watkins unter Federführung von Alexandra Hagelüken beraten.

Der Startup-Investor Rocket Internet ist in den SDax eingestiegen. Rocket Internet ersetzt in dem Index den Solar- und Windanlagenbetreiber Chorus Clean Energy. Grund ist die Übernahme von Chorus durch den Wettbewerber Capital Stage, durch die der Streubesitzanteil des Unternehmens auf 5,58 Prozent gesunken ist. Für den Verbleib im Index wären 10 Prozent Streubesitz erforderlich.

Aves One, ein auf Logistik-Equipment spezialisierter Investor, erhält von einem nicht näher benannten institutionellen Investor Darlehen in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Die Mittel dienen der Finanzierung der Übernahme des österreichischen Unternehmens ERR Rail Rent Vermietungs GmbH.

Das Biopharmazeutikunternehmen Wilex erhält von der Hauptaktionärin Dievini Hopp Biotech Holding ein Darlehen mit Rangrücktritt über 3,7 Millionen Euro. Die Mittel stammen noch aus einer Finanzierungszusage vom November 2015, bei der dem Unternehmen 10 Millionen Euro zugesichert wurden. Das unbesicherte Darlehen hat eine unbegrenzte Laufzeit und wird mit 6 Prozent verzinst. Dievini kann anstatt die Rückzahlung des Darlehens zu verlangenen seinen Anspruch auch im Rahmen einer Kapitalerhöhung als Sacheinlage einbringen.

Der Schweizer Gesundheitskonzern Aevis Victoria stockt seine im September begebene sechsjährige Anleihe auf. Das Volumen wird um 15 Millionen Schweizer Franken auf 145 Millionen Schweizer Franken erhöht. Der Anleihekupon liegt bei 2 Prozent. Mit dem Nettoerlös refinanziert das Unternehmen unter anderem bestehende Verbindlichkeiten sowie mögliche Übernahmen. Lead Manager der Transaktion ist die UBS.

Heliocentris Energy Solutions, ein Anbieter von Energieversorgungslösungen, ist insolvent. Das Unternehmen ist zahlungsunfähig und hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, um sich selbst zu sanieren. Finanzchefin bei dem Unternehmen ist Sabine Kauper.

Das zur Hörmann Holding gehörige Unternehmen Hörmann Finance erwägt, seine 2018 fällige Unternehmensanleihe vorzeitig zurückzuzahlen. Die Anleihe ist zum 5. Dezember erstmals kündbar, der Rückzahlungskurs liegt bei 102 Prozent. Hörmann prüft Wege zur teilweisen Refinanzierung, unter anderem eine mögliche neue Anleiheemission. Damit will Hörmann die mittel- bis langfristige Finanzierungsstruktur optimieren.

Das auf 3D-Druck spezialisierte Unternehmen Staramba begibt im Rahmen einer Barkapitalerhöhung bis zu 300.001 neue Aktien. Der Ausgabepreis liegt bei 6,16 Euro je Aktie, was einem Volumen von rund 1,8 Millionen Euro entspricht.

Gastfreund, ein Anbieter von digitalen Lösungen zur Gästekommunikation in der Hotel- und Tourismusbranche, hat in einer Serie-A-Finanzierungsrunde eine siebenstellige Summe eingeworben. An der Finanzierung sind Bayern Kapital, BayBG sowie Altinvestoren beteiligt.

FCR Immobilien begibt eine mit 7,1 Prozent verzinste Anleihe mit einem Volumen von bis zu 15 Millionen Euro. Der Bond läuft über fünf Jahre.  Mit dem frischen Kapital baut der Investor sein Immobilienportfolio aus. FCR Immobilien modernisiert in Zusammenarbeit mit dem neuen Hauptmieter Rossman ein Einkaufszentrum in der Nähe von Gera.

Der auf das Gesundheitswesen spezialisierte Investor ThinkHealth Ventures hat sich mit insgesamt 1,5 Millionen Euro an den beiden Unternehmen HyHelp und HelloCare beteiligt. An dem Unternehmen HyHelp, das Sensorsysteme für Krankenhäuser entwickelt, war der Investor bereits beteiligt, während es sich bei der Investition in HelloCare um eine Seed-Finanzierung handelt, die gemeinsam mit anderen Investoren umgesetzt wurde. HelloCare vermittelt Pflegedienstleistungen.

Die Krallmann-Gruppe, die Komplettlösungen für Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau anbietet, erhält vom Kreditfonds Bright Capital eine Wachstumsfinanzierung.  Bei der Finanzierung wurde Bright Capital durch Arqis Rechtsanwälte beraten.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur S&P hat die Ratings der Deutschen Bank bei BBB+ beziehungsweise A-2 bestätigt. S&P erwartet, dass die Bank über ausreichend finanzielle Flexibilität verfügt, um die erwarteten Vergleichszahlungen aus mehreren derzeit verhandelten Rechtsstreitigkeiten zu leisten. Der Ratingausblick ist negativ.

S&P hat das langfristige und kurzfristige Rating von Merck bei A beziehungsweise A-1 bestätigt. Zudem hat die Ratingagentur den Ausblick von negativ auf stabil angehoben. Als Begründung nennt S&P das starke zweite Quartal des Pharma- und Spezialchemiekonzerns.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.