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Finanzierungen: VW, RAG, Claas

2 Milliarden Euro bekommt VW aus seiner gerade durchgeführten Kapitalerhöhung.
VW

VW sammelt mit Kapitalerhöhung 2 Milliarden Euro ein

Europas größter Autobauer Volkswagen (VW) hat durch die Ausgabe neuer Vorzugsaktien 2 Milliarden Euro für die Übernahme des Lkw-Bauers Scania eingesammelt. Rund 10,47 Millionen Papiere seien zu 191 Euro je Aktie im Rahmen eines Accelerated Bookbuilding platziert worden, teilte der Wolfsburger Konzern mit. Der Abschlag zum Schlusskurs des Vortages betrug 2,4 Prozent. Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung will der Autobauer die Komplettübernahme des schwedischen Lkw-Bauers Scania teilweise finanzieren, für die VW insgesamt rund 6,7 Milliarden Euro bezahlen wird. Ein Bankenkonsortium bestehend aus BofA Merrill Lynch, Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan hat sämtliche neue Aktien gezeichnet und bei institutionellen Anlegern platziert.

RAG begibt Wandelanleihe auf Evonik-Aktien

Die RAG-Stiftung hat eine Anleihe begeben, die in Aktien des Spezialchemiekonzerns Evonik wandelbar ist. Aufgrund der starken Nachfrage wurde das Emissionsvolumen auf 600 Millionen Euro erlöst und liegt damit deutlich über dem ursprünglich geplanten Emissionserlös von 400 Millionen Euro. Die Wandelanleihe läuft bis Ende 2018. Die Papiere werden zu 100 Prozent des Nennwertes begeben und zurückgezahlt. Der Kupon beträgt 0 Prozent.

Die RAG-Stiftung wurde 2007 gegründet, um ab 2019 die sogenannten Ewigkeitslasten des deutschen Steinkohlebergbau zu finanzieren. An Evonik ist die RAG-Stiftung mit 69 Prozent beteiligt. Ein Teil der Evonik-Aktien wird nun in die Wandelanleihe eingebracht. Die Anzahl der unterliegenden Evonik-Aktien beträgt anfangs rund 10,4 Millionen, was rund 2,2 Prozent des derzeitigen Grundkapitals des Spezialchemiekonzerns entspricht.

Claas schließt Betriebsmittelkreditlinie ab

Das Landtechnikunternehmen Claas hat eine Multicurrency Revolving Credit Facility über 300 Millionen Euro abgeschlossen. Die Kreditlinie läuft fünf Jahre, besitzt noch eine Verlängerungsoption und kann für allgemeine Unternehmenszwecke genutzt werden. Die Anwaltskanzlei Latham & Watkins hat Claas bei der Transaktion beraten. Als Documentation Agent für die Transaktion agierte die Landesbank Baden-Württemberg, als Facility Agent die Commerzbank, Mandated Lead Arrangers sind die Barclays Bank, BNP Paribas Fortis Niederlassung Deutschland, Commerzbank, Deutsche Bank Luxembourg, DZ Bank, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale und Société Generale Corporate & Investment Banking.

KfW: sehr gutes Finanzierungsumfeld

Die Finanzierungssituation für deutsche Unternehmen ist im Moment sehr gut. Sie hat sich in den zurückliegenden 12 Monaten der KfW zufolge nochmals verbessert. „Seit Beginn der Befragung im Jahr 2001 haben noch nie so viele Unternehmen aller Größenklassen das Finanzierungsklima so positiv beurteilt wie derzeit“, erklärt die staatliche Förderbank in einer Pressemitteilung. Nur noch 18 Prozent der Unternehmen berichten demnach von gestiegenen Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme. Davon seien aber insbesondere kleine und junge Firmen betroffen, heißt es von der KfW.

Weitere Finanzierungen

Die Deutsche Bank hat den Bezugspreis für die neuen Aktien im Rahmen der Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen auf 22,50 Euro je Aktie festgelegt.

Die Aktien des Fußballvereins Borussia Dortmundwerden zum 23. Juni in den SDax aufgenommen. Die sportliche und wirtschaftliche Wiederauferstehung von Borussia Dortmund gehört zu den beeindruckendsten Comebacks nicht nur der deutschen Fußball-, sondern auch der Finanzszene. BVB-Finanzchef Thomas Treß ist deshalb im vergangenen Jahr zum FINANCE-CFO des Jahres gekürt worden.

Der Spielzeughändlerverbund Vedes hat die im Dezember begebene Mittelstandsanleihe erfolgreich refinanziert: Trotz einer gewagten M&A-Strategie, die Vedes verfolgt, waren die Bücher schon kurz nach Zeichnungsbeginn voll. Die gelungene Emission hilft der Stimmung am Mini-Bondmarkt – aber auch Vedes fällt beim Kapitalmarktdebüt mit diffusen Aussagen und hoher Intransparenz auf.

Der niederländische Metallhändler Metalcorp hat im Rahmen einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren seine Mittelstandsanleihe um 10,44 Millionen Euro auf insgesamt 31,24 Millionen Euro aufgestockt. Die Schuldverschreibungen haben einen Kupon von 8,75 Prozent p.a. und laufen bis zum 27. Juni 2018. Wie Metalcorp mitteilte, plane das Unternehmen keine weiteren Aufstockungen der bestehenden Mittelstandsanleihe und keine weiteren Kapitalmarkttransaktionen in diesem Jahr. Die Transaktion wurde von der IKB Deutsche Industriebank als Sole Global Coordinator und Bookrunner sowie von der Dicama als Financial Advisor begleitet. Metalcorp hatte im vergangenen Sommer eine fünfjährige Mittelstandsanleihe in Höhe von 9,3 Millionen Euro platziert. Ursprünglich wollte der Metallhändler 30 Millionen Euro einsammeln.

Creditreform Rating hat das Unternehmensrating des Automobilzulieferers Paragon von BB+ auf BBB- heraufgestuft. Positiv hob die Ratingagentur nach Unternehmensangaben die anhaltend gute Umsatz- und Cashflow-Entwicklung Paragons hervor sowie eine stabile Eigenkapitalquote und den hohen Liquiditätspuffer.

Groteske Wende im Fall MBB Clean Energy: Das Unternehmen hat die Globalurkunde seiner Mittelstandsanleihe für unwirksam erklärt. MBB Clean Energy könnte damit den Druck auf seine Finanzierungspartner erhöhen – oder einer Radikallösung den Boden bereiten.

Wegen Befangenheitsanträgen musste die erste Gläubigerversammlung des insolventen Finanzdienstleisters Infinus abgebrochen werden. Nun geht das Amtsgericht Dresden einen ungewöhnlichen Weg: Die Anleihegläubiger sollen vor Gericht einen gemeinsamen Vertreter wählen – ein Mammutprozess steht bevor. Der Insolvenzverwalter wehrt sich derweil gegen Anlegeranwälte.

Creditreform Rating hat das Unternehmensrating des Autozulieferers Mitec Automotive ausgesetzt. Grund sei eine unzureichende Informationslage, teilte die Ratingagentur mit. Das Unternehmen hat bislang noch keinen Jahresbericht für 2013 veröffentlicht. Mitec wurde zuletzt mit BB- bewertet. Creditreform hatte das Rating im April und September 2013 auf diese Bonitätsstufe gesenkt. Bei der Emission der Mittelstandsanleihe lag das Rating noch bei BBB-.

Überraschende Personalie bei Mifa: Der Fahrradhersteller beruft Utz Claassen als Sanierungsexperten in den Aufsichtsrat. Anleihegläubiger und Aktionäre ringen derweil um ihren Beitrag zur Restruktierung. Ex-Alleinvorstand Peter Wicht, in dessen Ägide der gravierende Bilanzskandal entstand, soll aus dem Aktionärskreis ausscheiden.

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für Rena ist wie geplant eröffnet. Gemeinsame Vertreter für die Gläubiger der beiden Rena-Anleihen sollen nach einem gescheiterten ersten Anlauf im Rahmen von Gläubigerversammlungen gewählt werden. Den Gläubigern drohen weiterhin hohe Verluste.

Die Beteiligungsgesellschaft Mutares hat ihre Kapitalerhöhung erfolgreich platziert und damit einen Bruttoemissionserlös von rund 25 Millionen Euro eingesammelt. Mit den frischen Mitteln will das Unternehmen sein weiteres Wachstum finanzieren.

4SC schließt mit ihrer Aktionärin Santo Holding (Deutschland) ein neues Gesellschafterdarlehen über bis zu 10 Millionen Euro. 4SC kann die Kreditlinien im Rahmen ihrer entsprechenden Finanzplanungen in Tranchen bis zum 31. Dezember 2015 abrufen, heißt es in einer Mitteilung. Das endfällige Darlehen ist mit 8 Prozent p.a. verzinst läuft bis Ende 2016.

Fitch bestätigt das Rating von Henkel bei A, der Ratingausblick ist stabil.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.