BVB-CFO Thomas Treß ist CFO des Jahres 2013. Beim Galaabend der Structured FINANCE nahm er die Auszeichnung entgegen.

Borussia Dortmund

06.11.13
CFO

Thomas Treß ist CFO des Jahres 2013

Thomas Treß, CFO des Bundesligaklubs Borussia Dortmund, ist beim Structured FINANCE-Kongress als CFO des Jahres ausgezeichnet worden. Der stoische Wirtschaftsprüfer hat maßgeblich zur Wiederauferstehung des BVB beigetragen. Die große Bühne überlässt er den Kollegen Watzke, Zorc und Klopp – aus gutem Grund.

BVB-Finanzchef Thomas Treß ist gestern Abend beim Galaabend der 9. Structured FINANCE in Karlsruhe als CFO des Jahres 2013 ausgezeichnet worden. Treß kam als Sanierer zu dem damals schwer strauchelnden Bundesligaklub Borussia Dortmund, der sich nach dem Börsengang finanziell schwer übernommen hatte.

Als externer Berater stellte Treß die ersten Weichen, die dem BVB eine wichtige Atempause verschafften. Als neuer CFO setzte Treß dann ab 2005 die neue Finanzierungsstruktur um. Dafür holte er trotz einer extrem unübersichtlichen Gemengelage nicht nur die Banken mit an Bord, sondern unter anderem auch den schillernden Großaktionär Florian Homm und diverse US-Hedgefonds. „Bei einem Umsatz von 75 Millionen Euro hatte der BVB rund 200 Millionen Euro Schulden“, erinnert sich Treß an das, was er zum Amtsantritt vorfand. „Das werde ich mein Lebtag nicht vergessen!“

Heute sind die Altlasten bis auf 45 Millionen Euro abgetragen. Der BVB hat im vergangenen Geschäftsjahr mit mehr als 50 Millionen Euro einen so hohen Gewinn erzielt wie noch kein anderer deutscher Fußballklub zuvor. Der Wert des Stadions, des Spielerkaders und der Markenrechte übersteigt die verbliebenen Restschulden um ein Vielfaches – der BVB ist „aussaniert“. „Das, was seit der Fast-Insolvenz des BVB geschaffen wurde, ist das Werk von Vielen“, sagte Treß bei seiner Dankesrede.

Thomas Treß überlässt das Rampenlicht den Kollegen

Die FINANCE-Redaktion würdigt Treß nicht nur für seinen wichtigen Beitrag zur Rettung des BVB, eines mittelständischen Unternehmens mit mehreren hundert Angestellten und Hunderttausenden Fans, sondern auch für die besondere Rolle, die Treß in herausragender Weise ausgefüllt hat.

Als CFO eines Sportunternehmens ist er in einer einzigartigen Branche tätig – sie zeichnet sich dadurch aus, dass das Erzielen von Gewinnen und das Anhäufen von finanziellen Reserven nicht die Kernabsicht des unternehmerischen Schaffens sind. Das mediale Umfeld und die Anhänger wollen vor allem eines: den sportlichen Erfolg. Dennoch tritt Treß als Mahner vor finanziellem Überschwang auf. Als im Frühjahr nach dem Transfer von Mario Götze zu Bayern München die Emotionen hoch kochten, erteilte Treß mit Verweis auf die Finanzen einem Gegenschlag gegen die Bayern eine klare Absage.

Der CFO des Jahres bei FINANCE-TV

Auch dank des stillen, unprätentiösen Finanzchefs Thomas Treß ist es dem BVB gelungen, beides in erstaunlicher Weise zu erreichen: den finanziellen Turnaround und den beinahe maximalen sportlichen Erfolg mit zwei deutschen Meisterschaften am Stück und dem Beinahe-Gewinn der Champions League. „Unser Managementteam würde nicht funktionieren, wenn der CFO ein großes Geltungsbedürfnis in der Öffentlichkeit hätte“, glaubt Treß. Umso höher ist seine Leistung zu bewerten. 

Wofür er steht, wo er arbeitet, was er sammelt – ein ausführliches Porträt unseres CFOs des Jahres lesen Sie in der kommenden Ausgabe der FINANCE, ab 6. Dezember am Kiosk und bei den FINANCE-Köpfen. Das FINANCE-TV-Interview mit dem frisch gebackenen CFO des Jahres ist heute ab 12:00h online – zu finden auf der Startseite und im Bereich „FINANCE-TV“.