Volkswagen platziert grüne Hybridbonds
Volkswagen hat gleich zwei grüne Hybridanleihen im Gesamtvolumen von 1,9 Milliarden Euro am Kapitalmarkt platziert. Der kleinere der zwei Bonds beläuft sich auf 750 Millionen Euro und wird mit 5,493 Prozent verzinst. Der zweite Hybridbond in Höhe von 1,15 Milliarden Euro weist einen Kupon von 5,994 Prozent auf. Beide Anleihen haben eine unendliche Laufzeit. Erstmalig zurückgezahlt werden kann der kleinere Hybridbond im November 2030, das erste Call Date der größeren Anleihe liegt im November 2033.
Volkswagen plant, den Emissionserlös aus der Transaktion teilweise zur Refinanzierung einer Hybridanleihe in Höhe von 1,5 Milliarden Euro aus dem Jahr 2020 und eines weiteren Hybridbonds im Volumen von 1,75 Milliarden aus dem Jahr 2014 zu nutzen. Die beiden Anleihen können im Juni 2025 beziehungsweise im März 2026 erstmalig von den Wolfsburgern gekündigt werden. Darüber hinaus soll der Erlös in grüne Projekte im Rahmen des Green Finance Framework von Volkswagen fließen.
Das Bankenkonsortium bestand aus Barclays, der Deutschen Bank, Mediobanca, Natwest, Société Générale und der Unicredit. Linklaters war als Rechtsberater der Banken tätig. Clifford Chance beriet Volkswagen bei der Transaktion.
Milliardenschwere Wandelanleihen von Vonovia
Der Bochumer Immobilienkonzern Vonovia hat zwei neue Wandelanleihe-Serien platziert. Die erste Serie der Vonovia-Anleihen in Höhe von 650 Millionen Euro wird im Mai 2030 fällig, die zweite Serie ebenfalls im Volumen von 650 Millionen Euro im Mai 2032. Die Anleihen sind wandelbar in Aktien von Vonovia. Die Nettoerlöse aus der Emission sollen für allgemeine Unternehmenszwecke, einschließlich der Refinanzierung von Verbindlichkeiten, verwendet werden.
Mit der Platzierung der Wandelschuldverschreibungen hat sich Vonovia neue Investorenkreise erschlossen und die eigene Finanzierungsstruktur weiter diversifiziert, teilt Vonovia CFO Philip Grosse in einer Pressemitteilung mit. „Ich freue mich sehr über die große Resonanz für unsere Debütemission und das damit entgegengebrachte Vertrauen von Investoren“, so Grosse weiter.
Die erste Serie wird bei Fälligkeit zu einem Rückzahlungsbetrag in Höhe von 106,43 Prozent ihres Nennbetrags zurückgezahlt. Das entspricht einer jährlichen Rendite von 1,25 Prozent. Der anfängliche Wandlungspreis für die Anleihen der ersten Serie liegt bei 39,41 Euro, was einer Wandlungsprämie von 40 Prozent über dem Referenzaktienkurs von Vonovia entspricht. Periodische Zinszahlungen werden auf die Anleihen der ersten Serie nicht gezahlt.
Die Anleihen der zweiten Serie werden jährlich mit einem Kupon von 0.875 Prozent verzinst. Der anfängliche Wandlungspreis für die zweite Serie beträgt 40,82 Euro. Das entspricht einer Wandlungsprämie von 45 Prozent. Der Rückzahlungsbetrag für die Anleihen der zweiten Serie liegt bei 106,49 Prozent des Nennbetrags. Das entspricht einer jährlichen Rendite von 1,75 Prozent.
Société Générale und UBS agierten als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners bei der Transaktion. BNP Paribas, Bofa und Goldman Sachs waren als zusätzliche Joint Bookrunners an der beteiligt. Das Bankenkonsortium wurde von White & Case beraten. Linklaters übernahm die Rechtsberatung von Vonovia.
RWE refinanziert milliardenschweren Revolver
Wie unsere Schwesterpublikation DerTreasurer erfahren hat, hat der Energiekonzern RWE Ende der vergangenen Woche seine 10 Milliarden Euro schwere Revolving Credit Facility (RCF) refinanziert. Der Kredit ist in zwei Tranchen von jeweils 5 Milliarden Euro aufgeteilt. Die Laufzeiten der Tranchen belaufen sich auf drei und fünf Jahre.
Bei der Transaktion setzte RWE wie schon für den RCF aus dem Jahr 2021 auf einen Sustainability Link. So ist die Marge des Darlehens erneut an Nachhaltigkeitskennzahlen geknüpft. Die Ziele in der Finanzierung wurden bei der Refinanzierung jedoch neu gesetzt. Unicredit und Commerzbank waren bei der Transaktion als koordinierende Banken dabei. Freshfields hat RWE bei der Transaktion rechtlich beraten.
Schwäbisches Börsen-Debüt ist geglückt
Das Börsen-Debüt des schwäbischen Familienunternehmens Pfisterer in der vergangenen Woche ist geglückt. Der erste Preis der Aktie lag bei Handelsstart bei 30 Euro. Der Platzierungspreis hatte bei 27 Euro gelegen. Zum Ausgabepreis betrug die Marktkapitalisierung des Börsendebütanten so 489 Millionen Euro. Im Rahmen des Börsengangs sind dem Elektrotechnikspezialisten Pfisterer nach eigenen Angaben Bruttoerlöse von rund 95 Millionen Euro zugeflossen. Diese sollen nun für den Ausbau der Produktionskapazitäten im In- und Ausland, die Anschaffung von Maschinen und Betriebsmitteln sowie für Investitionen in neue Technologien und Produkte genutzt werden.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Der Energiekonzern E.on hat eine neue syndizierte Kreditlinie über 4,7 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Die Linie enthält zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr. Zudem kann das Kreditvolumen um bis zu 1 Milliarde Euro erhöht werden. Das neue Darlehen löst die bisherige syndizierte Kreditlinie in Höhe von 3,5 Milliarden Euro mit Fälligkeit im Oktober 2026 vorzeitig ab. Das Bankenkonsortium für die Transaktion bestand aus 21 Banken. Als Koordinatoren der Syndizierung traten Commerzbank und Unicredit auf.
BMW hat sich wieder auf den Anleihemarkt gewagt. Der Automobilkonzern platzierte in der vergangenen Woche gleich drei Anleihen im Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro. Der erste und mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro gleichzeitig größte Bond wird mit 2,625 Prozent verzinst und in drei Jahren fällig. Die zweite Anleihe in Höhe von 750 Millionen Euro läuft bis 2031 und weist einen Kupon von 3,25 Prozent auf. Die dritte Anleihe, ebenfalls in Höhe von 750 Millionen Euro, wird mit 3,75 verzinst und in neun Jahren zur Rückzahlung fällig.
Currenta, ein Betreiber deutscher Chemieparks, hat sich umfassend refinanziert. So platzierten die Leverkusener unter anderem zwei High-Yield-Bonds im Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro nach New Yorker Recht. Der erste Bond läuft bis 2030 und wird mit 5,5 Prozent verzinst. Der zweite Bond ist variabel verzinst und wird 2032 fällig. Zudem schloss Currenta eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 185 Millionen Euro sowie eine Garantiefazilität im Volumen von 80 Millionen Euro ab. Latham & Watkins hat Currenta sowohl bei der Bond-Emission als auch beim Abschluss der Kreditlinien beraten.
Ionity, ein Anbieter von Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge, hat eine Finanzierung im Volumen von bis zu 600 Millionen Euro abgeschlossen. Sie umfasst ein grünes Darlehen in Höhe von 450 Millionen Euro und eine sogenannte „Akkordeon-Fazilität“, also die Option, die Kreditlinie zu einem späteren Zeitpunkt um bis zu 150 Millionen Euro zu erhöhen. Das Kapital möchte Ionity in die europäische Ladeinfrastruktur investieren. Das Bankenkonsortium für die Transaktion bestand aus ABN Amro, BNP Paribas, Crédit Agricole, ING, KfW Ipex, LBBW, MUFG, NordLB und Rabobank. Clifford Chance fungierte als Rechtsberater der Kreditgeber, A&O Shearman beriet Ionity.
Der Schokoladenproduzent Gubor hat eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 100 Millionen Euro abgeschlossen. Das Darlehen wurde im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss mit dem polnischen Süßwarenhersteller Colian aufgenommen, den Gubor Anfang Mai bekannt gab. Es dient der Refinanzierung früherer syndizierter Kredite des deutschen Schokoladenproduzenten. Bereitgestellt wurde die neue Kreditlinie von einem Konsortium bestehender und neuer Banken, wobei die NordLB als Dokumentationsagent, Arrangeur, Facility Agent und Security Agent fungierte. Clifford Chance war als Rechtsberater der NordLB an der Transaktion beteiligt.
Der Altöl-Aufbereiter Avista Oil hat seinen ersten Konsortialkredit abgeschlossen. Damit konnte das Unternehmen die bisher weitestgehend bilaterale Finanzierungsstruktur konsolidieren. Das Volumen des Debüt-Darlehens beläuft sich auf 180 Millionen Euro sowie 100 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 89 Millionen Euro). Die Kreditlinie umfasst sowohl eine revolvierende Betriebsmittellinie als auch ein Tilgungsdarlehen. Avista plant, das frische Kapital insbesondere für die allgemeine Unternehmensfinanzierung und die Umsetzung von Investitionsvorhaben zu nutzen. Das Bankenkonsortium für den Kredit bestand aus insgesamt fünf Banken. Die Sparkasse Hannover und die NordLB waren als Arrangeure tätig. Die Rechtsberatung für das Konsortium übernahm Norton Rose Fulbright.
Rating-Meldungen
S&P hat das Rating von Bilfinger um eine Stufe auf „BBB-“ angehoben. Der Ausblick ist stabil.
Moody’s hat das „Baa2“-Rating von Evonik bestätigt. Den Ausblick hob die Ratingagentur von stabil auf positiv an.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
