Fiebert dem IPO entgegen: Curevac in Tübingen

Curevac

10.08.20
Finanzierungen

Curevac startet in heiße IPO-Phase

Curevac gibt den Startschuss für seinen Börsengang in den USA: Das Biopharmaunternehmen will über 200 Millionen Euro unter anderem für einen Corona-Impfstoff einsammeln.

Die deutsche Corona-Hoffnung Curevac will bei ihrem geplanten Börsengang in den Vereinigten Staaten bis zu 245 Millionen US-Dollar, umgerechnet 207 Millionen Euro, einnehmen. In einem öffentlichen Zeichnungsangebot wolle der Biotechspezialist 13,3 Millionen Stammaktien anbieten, teilte das Tübinger Unternehmen am heutigen Montag mit. Außerdem sollen Investoren im Anschluss innerhalb von 30 Tagen die Möglichkeit bekommen, weitere knapp 2 Millionen Stammaktien zu zeichnen. Als Preisspanne für die Stammaktie, die unter dem Tickersymbol „CVAC“ an der Nasdaq Global Market gelistet werden soll, nannte Curevac 14 bis 16 Euro.

Den Erlös aus dem Börsengang will das Unternehmen vorrangig in die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffes investieren. Weitere Punkte sind die Erweiterung der kurzfristigen Produktionskapazitäten, die Weiterentwicklung der mRNA-Technologieplattform sowie die Finanzierung von weiteren Forschungsprogrammen im Bereich Onkologie und Impfstoffe.

Curavac folgt Biontech

Als Book-Running-Manager fungieren Bofa Securities, Jefferies und die Credit Suisse, während Berenberg und Kempen & Co als passive Book-Running-Manager den IPO begleiten. Einen genauen Termin für den Gang aufs Börsenparkett nannten die Tübinger indes nicht. Erfahrungsgemäß beträgt die Zeitspanne zwischen Ankündigung und Erstnotiz aber etwa vier Wochen.

Mit dem Schritt folgt Curavac dem Mainzer Mitbewerber Biontech, der bereits seit Oktober 2019 an der Nasdaq gelistet ist und bei seinem Börsengang 150 Millionen Dollar einsammeln konnte. Angetrieben durch die Coronakrise erlebte die Biontech-Aktie, deren Ausgabepreis damals bei 15 US-Dollar lag, eine fulminante Kursrally. Aktuell stehen die Papiere bei 77 US-Dollar. Damit kommt Biontech auf eine Marktkapitalisierung von 18,3 Milliarden Euro.

Auf eine ähnliche Entwicklung dürfte auch Curevac-Großaktionär, SAP-Mitgründer Dietmar Hopp, hoffen. Doch damit ist er längst nicht mehr alleine, denn die Investorenschaft des Unternehmens hat sich in den vergangenen Monaten deutlich vergrößert. So sammelte der Impfstoff-Entwickler in drei Schritten insgesamt 640 Millionen US-Dollar ein. Zu den prominenten Geldgebern zählen die Bundesrepublik Deutschland, der britische Pharmariese GlaxoSmithKline, der Singapurer Staatsfonds Temasek und das Emirat Qatar.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de