EnBW schließt zwei grüne Finanzierungen ab.

EnBW/Uli Deck

29.06.20
Finanzierungen

Finanzierungen: EnBW, Aurubis, Symrise

EnBW ist am Green-Finance-Markt aktiv, Aurubis begibt einen ESG-linked Schuldschein und Symrise emittiert eine neue Anleihe – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

EnBW schließt grüne Finanzierungen ab

Der Energiekonzern EnBW hat in der vergangenen Woche eine syndizierte Kreditlinie über 1,5 Milliarden Euro plus einer Erhöhungsoption von 500 Millionen Euro unterzeichnet. Der Kredit soll eine bestehende im Juli 2021 fällige syndizierte Linie vorzeitig ersetzen, wie das Unternehmen mitteilt. Neu ist die Koppelung der Finanzierungskosten an die Nachhaltigkeits-Performance der EnBW. Die Kreditkosten reduzieren oder erhöhen sich je nach Erreichen bestimmter Nachhaltigkeitsindikatoren, zwei aus dem ökologischen und einem aus dem sozialen Bereich. Die Linie hat zunächst eine Laufzeit von fünf Jahren und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Ein Konsortium aus 18 Banken hat sich an der Transaktion beteiligt. Koordiniert wurde diese von BayernLB, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Unicredit.

Zudem hat der Energiekonzern eine grüne Nachranganleihe mit einem Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro begeben. Die Laufzeit des Bonds beträgt 60 Jahre und der Zinskupon liegt anfänglich bei 1,875 Prozent. Mit den Erlösen will EnBW ausschließlich klimafreundliche Projekte finanzieren. Die Nachhaltigkeitsprüfung der Anleihe erfolgte durch die Ratingagentur ISS ESG sowie durch die Climate Bonds Initiative (CBI). Als Joint Global Coordinators der Transaktion fungierte ein Bankensyndikat aus Société Générale und NatWest. BBVA, Morgan Stanley, SEB und Unicredit begleiteten die Platzierung als zusätzliche Joint Bookrunners. Für EnBW ist dies bereits die dritte grüne Hybridanleihe.

Aurubis begibt ESG-linked Schuldschein

Der Kupferproduzent Aurubis hat erstmalig ein Schuldscheindarlehen mit nachhaltiger Komponente platziert. Das Volumen der Emission betrug 400 Millionen Euro. Ursprünglich waren nur 200 Millionen Euro angestrebt. Der ESG-linked Schuldschein verfügt über Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren mit jeweils fester und variabler Verzinsung. Die Verzinsung ist an das Nachhaltigkeitsrating der Agentur Ecovadis gekoppelt.

An der Emission mit grüner Komponente haben sich dem Unternehmen zufolge rund 90 Investoren, darunter Sparkassen, Privat-, Genossenschafts- und Auslandsbanken, beteiligt. Aurubis will die frischen Mittel zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung sowie für die Übernahme des belgisch-spanischen Recyclers Metallo zu einem Kaufpreis von 380 Millionen Euro nutzen. Commerzbank, DZ Bank und Helaba begleiteten die Transaktion. 

Symrise zapft Bondmarkt an

Der Aromenhersteller Symrise hat eine neue Anleihe über 500 Millionen Euro begeben. Der Bond hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 1,375 Prozent verzinst. Dem Unternehmen zufolge war die Emission mehrfach überzeichnet. Sie soll der frühzeitigen Refinanzierung von zwei Fälligkeiten im Herbst dienen.

Ein Bankenkonsortium bestehend aus Commerzbank, Deutsche Bank, LBBW und Rabobank hat die Platzierung begleitet. Im Mai vergangenen Jahres hatte Symrise ebenfalls eine Unternehmensanleihe über 500 Millionen begeben

Weitere Meldungen

Das Biotechnologieunternehmen Biontech sammelt 250 Millionen US-Dollar (rund 223 Millionen Euro) in einer Privatplatzierung ein. Die Transaktion setzt sich aus einer Investition über 139 Millionen Dollar in Stammaktien und 112 Millionen Dollar in vierjährige Pflichtwandelanleihen zusammen. Als neuer Aktionär stößt im Zuge der Transaktion der Singapurer Staatsfonds Temasek dazu. Der Abschluss der Transaktion soll Anfang bis Mitte August erfolgen. Biontech gehört neben Curevac zu den deutschen Hoffnungsträgern bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat wenige Tage, nachdem bekannt wurde, dass 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz fehlen, einen Insolvenzantrag gestellt. Das Dax-Unternehmen gab als Grund die drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung an. Alle aktuellen Entwicklungen rund um den Bilanzskandal finden Sie in unserem Wirecard-Ticker.

LEG Immobilien hat im Rahmen einer Kapitalerhöhung rund 2,37 Millionen neue Aktien bei institutionellen Investoren platziert. Der Platzierungspreis betrug 115 Euro je Aktie, wodurch sich ein Bruttoemissionserlös von 273 Millionen Euro ergibt. Darüber hinaus hat das Immobilienunternehmen nicht nachrangige, unbesicherte Wandelschuldverschreibungen über 550 Millionen Euro begeben. Diese haben eine Laufzeit bis 2028, einen Zinskupon von 0,4 Prozent und können zunächst in 3,54 Millionen neue oder bestehende LEG-Aktien gewandelt werden. Der anfängliche Wandlungspreis beträgt 155,25 Euro. Die Erlöse will das Unternehmen für die Finanzierung von Immobilieneinheiten sowie für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Das Bankenkonsortium aus Deutsche Bank, HSBC, Société Générale und UniCredit als Joint Global Coordinators und Commerzbank als Co-Lead Manager wurde von Allen & Overy beraten.

Der Triebwerkhersteller MTU Aero Engines hat eine neue Anleihe über 500 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Der Bond hat eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Zinskupon von 3 Prozent. Den Erlös will das MTU für allgemeine Unternehmenszwecke sowie für die Refinanzierung bestehender Finanzverbindlichkeiten verwenden. Commerzbank, Deutsche Bank und HSBC fungieren als Joint Lead Manager und Bookrunner der Emission.

Die Deutsche Bahn hat über die Konzernfinanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance eine neue Anleihe über 12 Milliarden Japanische Yen (100 Millionen Euro) platziert. Der Bond hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird mit 0,10 Prozent verzinst. Die Bank SMBC Nikko hat die Privatplatzierung begleitet. Mit der Emission will die Deutsche Bahn ihre finanzielle Flexibilität erhöhen. Darüber hinaus hat die Deutsche Bahn eine Anleihe in Höhe von 500 Millionen Schwedischen Kronen (48 Millionen Euro) begeben. Diese läuft über 15 Jahre und hat einen Zinskupon von 1,52 Prozent. Hier begleitete die SEB die Transaktion. Der Anleiheerlös wurde in Euro geswappt, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Der österreichische Sensorhersteller AMS plant die Ausgabe von Senior Notes in Höhe von 1 Milliarde Euro. Die Papiere sollen eine Laufzeit bis 2025 haben, teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Den Erlös will AMS zur weiteren Finanzierung der Übernahme von Osram verwenden. Im März hatten die Österreicher bereits 1,65 Milliarden Euro mit Hilfe einer Kapitalerhöhung eingesammelt.

Das Softwareunternehmen Compugroup hat im Rahmen eines Accelerated-Bookbuilding-Verfahrens insgesamt rund 5,3 Millionen Aktien zu einem Preis von je 64 Euro platziert. Dem Koblenzer E-Health-Unternehmen fließt durch die Transaktion ein Bruttoemissionserlös von rund 341 Millionen Euro zu. Das frische Kapital will die Compugroup für die weitere finanzielle Stärke und Flexibilität verwenden. Rechtlich wurde das Unternehmen bei der Transaktion von der Kanzlei Freshfields beraten.  

Am vergangenen Freitag hat die Bezugsfrist für die erste Tranche der geplanten Wandelschuldverschreibungen des kriselnden 3D-Druckerhersteller SLM Solutions begonnen. Die mit 2 Prozent verzinste Tranche hat ein Volumen von 15 Millionen Euro und eine Laufzeit bis zum 30. September 2026. Der anfängliche Wandlungspreis beträgt 6,75 Euro. Aktionäre der Gesellschaft sowie Inhaber der Wandelanleihe 2017/2022 erhalten ein Bezugsrecht für die erste Tranche. Nicht bezogene Schuldverschreibungen wird SLM Solutions zufolge der Aktionär Cornwall kaufen. Den Nettoemissionserlös dieser ersten Tranche will das Unternehmen unter anderem zur Finanzierung des Betriebskapitalbedarfs und für Entwicklungsprojekte verwenden.

Das biopharmazeutische Unternehmen Basilea Pharmaceutica hat eine vorrangige, ungesicherte Wandelanleihe in Höhe von 125 Millionen Schweizer Franken (rund 117,2 Millionen Euro) platziert. Zudem übte das Unternehmen eine Erhöhungsoption über 25 Millionen Schweizer Franken (rund 23,4 Millionen Euro) aus. Der Bond hat eine Laufzeit bis 2027 und wird mit 3,25 Prozent verzinst. Den Erlös der Emission will Basilea zur Finanzierung eines geplanten Rückkaufangebots sowie für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners der Transaktion fungierten Goldman Sachs und UBS.

Der Kunststoffprofilhersteller Profine (HT Troplast) hat erstmals Senior Secured Notes im Gesamtvolumen von 340 Millionen Euro emittiert. Die Papiere laufen bis 2025 und werden mit 9,25 Prozent verzinst. Als Joint Bookrunners fungierten JP Morgan und Morgan Stanley. Zudem umfasste die Transaktion eine neue Super Senior Revolving Credit Facility über 40 Millionen Euro, die von der Commerzbank bereitgestellt wird. Rechtlich wurde Profine von der Kanzlei Latham & Watkins (Federführung: Rüdiger Malaun und Alexander Lentz) beraten.

Contentful, ein Anbieter von Content Management Systemen, hat eine Series-E-Finanzierungsrunde über 80 Millionen Dollar (rund 71,3 Millionen Euro) abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Sapphire Ventures. Ebenfalls beteiligt waren General Catalyst, Salesforce Ventures sowie fünf weitere neue und bestehende Investoren. Die Kanzlei Orrick (Federführung: John Bautista und Christina Catzoela) hat Contentful bei der Finanzierungsrunde beraten.

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Baa3-Rating von Siemens Gamesa, der Windkrafttochter des Technologiekonzerns Siemens, unter Beobachtung für eine möglich Herabstufung gesetzt. Auch der stabile Ausblick steht unter Beobachtung. In der Begründung verweist Moody’s unter anderem auf die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Kreditkennzahlen des Unternehmens.

Moody’s bestätigt das Rating des Autozulieferers Novem bei Ba3. Den Ausblick änderte die Agentur zu negativ, zuvor stand er unter Beobachtung. Die Bestätigung des Ratings reflektiere die allmähliche Erholung der Kreditkennzahlen des Unternehmens von den Auswirkungen der Coronakrise. Der Verschuldungsgrad und die Margen Novems werden jedoch bis zum Ende des Geschäftsjahres schwach bleiben, so Moody’s.

Scope hat das A-Rating von Daimler bei stabilem Ausblick bestätigt. In der Begründung verweist die Ratingagentur auf ein starkes finanzielles Risikoprofil des Autobauers.

Moody’s hat das Rating des Chemiekonzerns BASF von A2 auf A3 herabgestuft. Den Ausblick änderte die Agentur auf stabil, zuvor stand er unter Beobachtung. Die Kreditkennzahlen von BASF seien Moody’s zufolge schon vor dem Ausbruch des Coronavirus für ein A2-Rating schwach gewesen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de