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Gotham City stockt Shortposition bei Aurelius auf

Kommt jetzt der zweite Schlag von Gotham City gegen Aurelius? Der Leerverkäufer hat seine Shortposition noch weiter aufgestockt.
itskatjas / Thinkstock / Getty Images

Der Shortseller Gotham City hat seine Shortposition bei der deutschen Beteiligungsgesellschaft Aurelius aufgestockt. Wie dem Bundesanzeiger zu entnehmen ist, haben die US-Amerikaner am gestrigen Dienstag eine von 0,61 auf 0,8 Prozent des Grundkapitals von Aurelius aufgestockte Shortposition gemeldet.

Dies kommt insofern überraschend, als Gotham City gestern schon einen gewaltigen Kursrutsch um zeitweilig über 30 Prozent ausgelöst hatte. Shortseller nutzen solche Kursbewegungen häufig, um ihre hochspekulativen Positionen zu schließen. Der aktivistische Investor Muddy Waters hatte beispielsweise nur kurze Zeit nach seinem Angriff auf den deutschen Werbevermarkter Ströer sein dortiges Short-Exposure reduziert. 

Kommt nun der zweite Hieb von Gotham gegen Aurelius?

Für das Aurelius-Management um Gründer und CEO Dirk Markus ist das kein gutes Zeichen. Anstatt die Gewinne durch den gestrigen Kursrutsch mitzunehmen, spekuliert Gotham City offenbar auf einen noch stärkeren Kursrutsch. Dies dürfte nicht nur in den Augen mancher Beobachter die Argumente des Angreifers in einem anderen Licht erscheinen lassen, sondern lässt auch noch etwas anderes erwarten: die Veröffentlichung eines weiteren kritischen Reports über Aurelius.

Auch dies ist eine gern genutzte Taktik der Activists: Auf einen ersten Eröffnungszug folgt wenige Wochen später ein zweiter Schlag. So ging nicht nur Muddy Waters bei Ströer vor, sondern auch das bis dato unbekannte Research-Haus Zatarra bei Wirecard. 

Gleichwohl haben die zweiten Schläge von Muddy Waters und Zatarra bei weitem nicht mehr die Wucht ihrer ersten Angriffe entfaltet. Die Aktienkurse von Ströer und Wirecard reagierten deutlich weniger stark als bei der ersten Attacke – auch weil sich die zunächst überraschten Attackierten bis dahin mit einer Reihe von Gegenargumenten gegen die Aktivisten in Stellung gebracht hatten. Aurelius hat heute in einer Telefonkonferenz mit Analysten angekündigt, dies Anfang nächster Woche auch tun zu wollen. 

Analysten springen Aurelius zur Seite

Einige Analysten sprangen dem Unternehmen zur Seite und erklärten, dass sie der Gotham-Report nicht überzeugt habe. Dem Aktienkurs half das nicht: Seit den Mittagsstunden brach er wieder ein und lag kurz vor Handelsschluss erneut rund 30 Prozent im Minus.

Der von Gotham City losgetretene Kursrutsch hat auch einen anderen Shortseller angelockt. Laut Bundesanzeiger wettet Jericho Capital Asset Management sogar auf 1,44 Prozent des gesamten Grundkapitals von Aurelius. Die Leerverkäufer BG Master Fund und Myriad Opportunities Master Fund sind ebenfalls aktiv, haben ihre Positionen aber, anders als Gotham und Jericho, leicht reduziert.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Info

Hintergründe zu der Attacke auf Aurelius und zu anderen Kampagnen der Leerverkäufer in Deutschland gibt es auf unserer FINANCE-Themenseite zu Shortseller-Attacken.

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