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Markt für syndizierte Kredite startet stark

Exklusive Marktdatenaufbereitung für FINANCE: Der Kapital- und M&A-Markt im Februar.
Thinkstock/Getty Images

Der Markt für syndizierte Kredite in der DACH-Region ist lebhaft ins Jahr gestartet: Bislang wurden bereits Transaktionen im Gesamtvolumen von 21,1 Milliarden US-Dollar umgesetzt – ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt (13,1 Milliarden Dollar) und der höchste Stand für diesen Zeitraum seit 2012. Das zeigen Daten des Dienstleisters Dealogic, der die Statistiken zu M&A-Deals mit Zielunternehmen in der DACH-Region sowie zu Debt Capital Markets, Equity Capital Markets und Syndicated Loans exklusiv für FINANCE aufbereitet.

JP Morgan setzt sich in League Tables für syndizierte Kredite ab

Den Großteil machen dabei Finanzierungen deutscher Unternehmen aus: Auf sie entfallen Transaktionen über 17,1 Milliarden Dollar. Damit ist das Transaktionsvolumen gegenüber dem Stand Ende Februar 2014 um mehr als 80 Prozent gestiegen. Wesentlichen Anteil daran hat die Deutsche Annington mit ihrem Kredit über umgerechnet insgesamt 7,4 Milliarden Dollar aus dem Januar. Für die größte Transaktion im Februar sorgte der Gesundheitskonzern Fresenius, der einen syndizierten Kredit im Volumen von 3,47 Milliarden Dollar abschloss. Osram zeichnete eine Finanzierung über rund 1 Milliarde Dollar. Alle aktuellen League Tables stehen Lesern in unserer FINANCE-Datenbank kostenlos zum Download zur Verfügung.

Im Bookrunner-Ranking haben sich einige Banken bereits deutlich abgesetzt: Unangefochten an der Spitze liegt die Investmentbank JP Morgan, die Transaktionen im Volumen von 8,36 Milliarden Dollar begleitet hat. Es folgen mit deutlichem Abstand die UniCredit (1,46 Milliarden Dollar), die Commmerzbank (1,37 Milliarden Dollar) und die Deutsche Bank (1,03 Milliarden Dollar). Alle übrigen Institute in den League Tables sind von einem Milliardenvolumen noch ein gutes Stück entfernt. 

Immobiliendeals treiben den M&A-Markt

Nach der Übernahme von Gagfah durch die Deutsche Annington hat die Immobilienbranche dem M&A-Markt im Februar erneut einen großen Deal beschert, dieses Mal durch das Übernahmeangebot der Deutschen Wohnen für den österreichischen Wettbewerber Conwert. Zweitgrößter M&A-Deal des Februars war der mit mehr als 1 Milliarde Dollar bewertete Exit des PE-Investors Bridgepoint bei der Sportmarketingfirma Infront. Ein bedeutsamer Deal gelang auch dem Investoren-Urgestein Warren Buffett, der mit Berkshire Hathaway im Rahmen einer 456 Millionen Dollar schweren Transaktion bei dem Hamburger Motorradvertrieb Detlev Louis eingestiegen ist. Insgesamt startete der M&A-Markt in Deutschland gut ins laufende Jahr, die Volumina lagen Ende Februar mit insgesamt 12,8 Milliarden Dollar um rund 17 Prozent über dem Vorjahreswert.

In den League Tables setzte sich Goldman Sachs mit einem begleiteten Gesamtvolumen von 11,20 Milliarden Dollar an die erste Position. Rothschild folgt mit 11,04 Milliarden Dollar knapp dahinter – mit bislang sieben begleiteten Transaktionen war das Haus in den vergangenen zwei Monaten am aktivsten im M&A-Beratermarkt. Volumina im zweistelligen Milliardenbereich begleiteten bislang ebenfalls JP Morgan und die UBS. 

Schweizer Sunrise Communications mit größtem IPO des Monats

Die Eigenkapitalmärkte in der DACH-Region haben im Februar von einer Schweizer Transaktion profitiert: Der Telekomkonzern Sunrise Communications sammelte bei seinem Börsengang umgerechnet rund 2,45 Milliarden Dollar ein.

Deutsche Bank und UBS waren als Joint Global Coordinators für den Börsengang mandatiert. Die UBS liegt nach den ersten beiden Monaten mit einem begleiteten Dealvolumen von 1,94 Milliarden Dollar auch auf dem ersten Platz der League Tables, vor der Deutschen Bank, die Deals im Wert von 1,01 Milliarden Dollar betreut hat. Beide haben der Dealogic-Statistik zufolge seit Jahresbeginn drei Eigenkapitaltransaktionen begleitet – wie auch die Berenberg Bank, die zurzeit auf Rang 3 der League Tables liegt. 

Daimler prägt den DCM-Markt

Im Bereich Debt Capital Markets hat Daimler über neue US-Bonds insgesamt 3 Milliarden Dollar eingesammelt und damit die mit Abstand größte DCM-Transaktion der DACH-Region im Februar gestemmt. Société Générale, BBVA, JP Morgan, Mitsubishi und Barclays haben die Transaktion als Bookrunner begleitet. Die Société Générale platzierte sich im Bookrunner-Ranking mit begleiteten Transaktionen über 1,48 Milliarden Dollar auf dem zweiten Rang, knapp hinter dem Wettbewerber Barclays (1,54 Milliarden Dollar).

Größte Schweizer Transaktion war die Anleihe des Pharmaunternehmens Roche über umgerechnet 1,14 Milliarden Dollar. Diese wurde von BNP Paribas, UniCredit und Santander begleitet.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Info

Die Marktdaten zum Download
Alle aktuellen Daten, Statistiken und League Tables für die Bereiche Debt Capital Markets, Equity Capital Markets, Syndicated Loans und M&A-Deals finden Sie nach kurzer Registrierung im Bereich FINANCE Research kostenlos zum Download.

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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