Die Deutsche Rohstoff AG hat einen neuen Mini-Bond platziert. Ihre teurere ausstehende Anleihe kündigt das Unternehmen aber nur teilweise. Die Neuemission fiel kleiner aus als erwartet.

Deutsche Rohstoff AG

19.07.16
Finanzierungen

Deutsche Rohstoff AG kündigt Anleihe nur zur Hälfte

Die Deutsche Rohstoff AG hat ihre neue Mittelstandsanleihe platziert, allerdings in deutlich kleinerem Umfang als geplant. Deshalb zahlt sie den teureren alten Bond nur teilweise vorzeitig zurück.

Die Deutsche Rohstoff AG ist bei der Platzierung ihrer neuen Mittelstandsanleihe weit unter den eigenen Erwartungen geblieben. 40,6 Millionen Euro konnte das Unternehmen mit dem neuen Paper einsammeln. Damit bleibt die Emission deutlich unter dem angepeilten Volumen von 75 Millionen Euro. Das Marktumfeld sei herausfordernd gewesen, kommentierte CEO und CFO Thomas Gutschlag. Schon im Vorfeld war unklar, ob sich die Deutsche Rohstoff AG gegen die gestiegene Volatilität am Bondmarkt würde durchsetzen können.

Thomas Gutschlag zeigt sich dennoch zufrieden: „Wir haben unser Hauptziel erreicht, unsere langfristigen Finanzierungskosten deutlich zu senken.“ Der neue fünfjährige Bond wird mit 5,625 Prozent verzinst. Er ist damit deutlich günstiger als die vorherige Anleihe, die einen Kupon von 8 Prozent hatte. Von dem 2013 begebenen Bond standen vor der neuen Emission noch rund 51 Millionen Euro aus.

Deutsche Rohstoff AG nutzt ersten Kündigungstermin

Der alte Bond sollte mit den neuen Mitteln vorzeitig zurückgezahlt werden. Die Deutsche Rohstoff AG hat zum ersten Mal die Möglichkeit, das Papier zu kündigen. Doch nach dem verhaltenen Erfolg der Neuemission hat sich Thomas Gutschlag für einen Kompromiss entschieden: Der bisherige Bond wird lediglich zur Hälfte, also in Höhe von 50 Prozent ihres Nennbetrags, gekündigt.

Gutschlag hatte bereits vor der aktuellen Emission gegenüber FINANCE erklärt, dass Investitionen in den USA Vorrang vor der vorzeitigen Kündigung des Bonds haben. Die Anleihe notiert bei soliden 103 Prozent.

Gläubiger der Deutschen Rohstoff AG tauschen Bonds um

Das Angebot des neuen Bonds umfasste auch ein Umtauschangebot für die Gläubiger des alten Papiers. Papiere über 19,5 Millionen Euro wurden in diesem Rahmen von den bisherigen Bondeignern umgetauscht. Nach Umtausch und der hälftigen Kündigung ergibt sich ein noch ausstehendes Volumen des bisherigen Bonds von 15,8 Millionen Euro. Außerdem zeichneten private und institutionelle Investoren weitere 21,5 Millionen Euro des neuen Papiers.

Das Ergebnis der Emission fällt damit verhalten aus, obwohl Gutschlag den Bondinvestoren im Vorfeld der Emission stark entgegengekommen war. Er hat die Bondstruktur für die neue Emission deutlich verändert. Das aktuelle Papier enthält wesentlich mehr Covenants als das vorherige. Ein Grund dafür war die wachsende Skepsis der Mini-Bond-Investoren. Zu häufig gab es in diesem Marktsegment zuletzt schlechte Nachrichten. Letztes Beispiel dafür war die Pleite des Mini-Bond-Emittenten KTG Agrar.

CEO Thomas Gutschlag kauft Bonds

Auch der Vorstand der Deutschen Rohstoff AG hat bei der neuen Emission zugegriffen. Thomas Gutschlag und sein Vorstandskollege Jörg Reichert, der vor allem für die Bergbauprojekte zuständig ist, haben neue Anleihen für jeweils 250.000 Euro gekauft.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Wer ist der Mann hinter der Deutschen Rohstoff AG? Erfahren Sie mehr über die Karriere von Thomas Gutschlag bei FINANCE-Köpfe.

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