Zinnbohrung der Deutschen Rohstoff AG in Sachsen: CEO Thomas Gutschlag holt neue Investoren für Bohrprogramme an Bord und stockt die neue Mittelstandsanleihe um 10 Millionen Euro auf.

Deutsche Rohstoff AG

30.12.16
Finanzierungen

Deutsche Rohstoff AG stockt Anleihe auf

Nach einer enttäuschenden Platzierung im Sommer hat die Deutsche Rohstoff AG das gute Marktumfeld genutzt, um nachträglich noch neue Bondinvestoren an Bord zu holen: Das Volumen der neuen Mittelstandsanleihe steigt um ein Viertel.

Die Deutsche Rohstoff AG stockt ihre neue Mittelstandsanleihe auf. Durch Nachplatzierungen ist es Firmenchef Thomas Gutschlag und dem neuen, erst 30 Jahre alten CFO Jan-Philipp Weitz gelungen, weitere 10,1 Millionen Euro einzuwerben. Damit steigt das ausstehende Volumen des Papiers auf 50,7 Millionen Euro. Eine weitere Aufstockung ist derzeit offenbar nicht geplant. Der Kupon der Anleihe liegt bei 5,625 Prozent.

Gutschlag hatte den neuen Bond Mitte Juli platziert, war mit seiner Roadshow aber mitten in die Brexit-Turbulenzen hineingeraten. Dadurch blieb das Investoreninteresse gering: Statt der geplanten bis zu 75 Millionen Euro sammelten die Mannheimer zunächst nur 40,6 Millionen Euro ein – und das, obwohl der neue Bond laut Gutschlag wesentlich mehr Covenants enthält als die erste Mittelstandsanleihe der Deutschen Rohstoff AG.  

Deutsche-Rohstoff-Chef Gutschlag: Keine Priorität für Bondtilgung

Gutschlag musste den neuen Bond allerdings trotz des ungünstigen Marktumfelds noch vor der Sommerpause platzieren, da andernfalls eine Call-Option für die Altanleihe verstrichen wäre. Diese nutzte er anschließend, um mit einem Teil der neuen Mittel die alte Anleihe teilweise abzulösen, die das Unternehmen noch Zinsen von 8 Prozent kostet. Weil außerdem noch viele Altinvestoren ihre Anleihen in den neuen Bond tauschten, sank das ausstehende Volumen der teureren ersten Mittelstandsanleihe von 51 auf 15,8 Millionen Euro.

Dass das Management die neu aufgenommenen 10 Millionen Euro nun dafür nutzt, die Altanleihe noch weiter zu tilgen, ist jedoch unwahrscheinlich. Priorität haben Investitionen in die US-Tochterfirmen, die derzeit umfangreiche Ölbohrprogramme verfolgen, hatte Gutschlag schon im Vorfeld der Bondemission bei FINANCE-TV erklärt. In den USA fördern die Mannheimer seit einigen Wochen zum ersten Mal seit dem zwischenzeitlichen, höchst lukrativen Ausstieg aus dem US-Schieferölgeschäft wieder nennenswerte Mengen an Öl. 

Die Erholung der Ölpreise und die erfolgreichen Bohrprogramme in den USA haben der Deutschen Rohstoff AG in den zurückliegenden Wochen erheblichen Rückenwind beschert: Der Aktienkurs ist seit Ende Juli um über 60 Prozent gestiegen, die neue Anleihe notiert seit der Emission konstant über par, wenngleich die Bemühungen um eine Nachplatzierung den Kurs in den vergangenen Wochen etwas belastet haben.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Mehr über Karriere, Werdegang und Persönliches des Deutschen-Rohstoff-AG-Machers finden Sie im FINANCE-Köpfe-Profil von Thomas Gutschlag.