Der Berliner Chemiekonzern Atotech soll 2019 offenbar an die Börse gehen.

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20.08.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Atotech, LPKF, Deposit Solutions

Die Chemiefirma Atotech strebt an die Börse, LPKF beschließt eine Kapitalerhöhung und das Fintech Deposit Solutions sammelt in einer Finanzierungsrunde 100 Millionen Dollar ein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Atotech soll offenbar an die Börse

Der Finanzinvestor Carlyle bereitet offenbar einen Börsengang des Berliner Spezialchemieunternehmens Atotech vor. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Finanzkreise. Demnach soll der IPO voraussichtlich 2019 in New York stattfinden, jedoch sei auch ein Börsengang in Frankfurt den Insidern zufolge denkbar. Carlyle strebe eine Bewertung von mindestens dem 13- bis 14-fachen des Ebitda an. Basierend auf einem für 2018 erwarteten operativen Ergebnis von bis zu 400 Millionen Dollar ergäbe das eine Bewertung von rund 5 Milliarden Dollar. Der Finanzinvestor hatte den Chemiekonzern erst Ende 2016 für 3,2 Milliarden US-Dollar vom französischen Ölkonzern Total übernommen.

LPKF beschließt Kapitalerhöhung

Der Hightech-Maschinenbauer LPKF Laser & Electronics beschließt eine Kapitalerhöhung um rund 2,2 Millionen Euro, was 10 Prozent des Grundkapitals entspricht. Die neuen Aktien sollen zu einem Ausgabepreis von 7,275 Euro je Aktie platziert werden. Es wird ein Emissionserlös von rund 16 Millionen Euro erwartet. Der Finanzinvestor Jörg Bantleon habe dem Unternehmen bereits die Zusage gegeben, die Aktien zu zeichnen, teilte LPKF mit. Der Anteil des LPKF-Großaktionärs würde nach der Kapitalerhöhung bei 28,8 Prozent liegen. Den Emissionserlös will der Laserspezialist unter anderem für die Reduzierung der Verschuldung und die Entwicklung neuer Technologien verwenden. 

Hamburger Fintech sammelt 100 Millionen Dollar ein

Das Hamburger Fintech-Unternehmen Deposit Solutions hat in einer Finanzierungsrunde 100 Millionen Dollar (rund 87,6 Millionen Euro) eingesammelt. Die Runde wurde von der Private-Equtiy-Gesellschaft Vitruvian Partners als Lead-Investor und der Beteiligungsgesellschaft Kinnevik als Co-Investor angeführt. Vitruvian Partners wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Taylor Wessing (Federführung: Hassan Sohbi) beraten.

Weitere Meldungen

Der Windturbinenbauer Senvion hat unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre rund 8,1 Millionen Aktien platziert. Dem Unternehmen fließt ein Bruttoerlös von 62,5 Millionen Euro zu. Großaktionär Centerbridge zog mit. Weitere Aktien wurden über die Berenberg Bank bei institutionellen Investoren platziert. Mit dem Erlös sollen wachstumsbezogene Investitionen finanziert werden.

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin könnte den Kredit, den die Bundesregierung ihr vor rund einem Jahr zur Verfügung gestellt hatte, offenbar komplett zurückzahlen. Derzeit sehe es danach aus, dass Air Berlin das Darlehen über 150 Millionen Euro in den kommenden Jahren ohne Zinsen zurückzahlen könnte, sagte Insolvenzverwalter Lucas Flöther der Deutschen Presse-Agentur. Noch im Frühjahr war erwartet worden, dass die Airline nur die Hälfte der Summe zurückzahlen könnte. Das soll bereits erfolgt sein.

Der Stuttgarter Anlagenbauer Exyte strebt offenbar einen Börsengang mit einer Bewertung von 2,5 bis 3 Milliarden Euro an, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Bei dem Börsengang soll Aktionär Georg Stumpf demnach 25 bis 30 Prozent der Aktien anbieten. Dem Unternehmen selbst sollen dem Bericht zufolge keine Erlöse zufließen. Die Pläne sollen wohl im September öffentlich gemacht werden.

Der Schweizer Backwarenkonzern Aryzta plant eine Kapitalerhöhung um bis zu 800 Millionen Euro. Mit der Ausgabe der neuen Aktien soll die Kapitalstruktur des Unternehmens gestärkt werden. Das Unternehmen will die neuen Mittel vor allem zur Reduzierung der Verschuldung nutzen und verschafft sich damit Flexibilität für eine Neuausrichtung.

Ein Bankenkonsortium unter der Führung der BayernLB hat den Erwerb der Chainmaster
Bühnentechnik
, einem Hersteller für Hebetechnik in der Veranstaltungsbranche, durch die Liftket Hoffmann, ein Portfoliounternehmen des PE-Investors Afinum, finanziert. Die Kanzlei Shearman & Sterling (Federführung: Winfried M. Carli) hat das Bankenkonsortium bei der Finanzierung beraten. Afinum wurde bei der Transaktion rechtlich von einem CMS-Team um Lead Partner Oliver Thurn beraten.

Die auf mittelständische Private-Debt-Finanzierungen spezialisierte HF Private Debt hat den Erwerb des Dresdener Maschinenbauunternehmens Kama durch die Beteiligungsgesellschaft Premium Equity Partners finanziert. HF Private Debt wurde bei der Finanzierung von Shearman & Sterling (Federführung: Matthias Weissinger) beraten.

Der Sportwettanbieter Mybet hat einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Auch die zur Gruppe gehörenden Einheiten Anybet und SWS Service sind davon betroffen.

Ratingmeldungen

Moody’s verbessert das Rating des Chemiekonzerns Lanxess von Baa3 auf Baa2. Der Ausblick ist stabil. Auch die Ratingagentur Scope steigert das Rating des Unternehmens bei stabilem Ausblick auf BBB+. In der Begründung verweisen die Ratingagenturen auf die Ankündigung von Lanxess, seinen 50-Prozent-Anteil an dem Joint Venture Arlanxeo  an den Partner Saudi Aramco zu verkaufen.

Heckler & Koch hat seine Ratingvereinbarungen mit Moody’s und S&P gekündigt. Zuletzt hatte Moody’s Rating und Ausblick des Rüstungskonzerns noch verschlechtert.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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