Finanzierungen: Das Biotech-Unternehmen Brain bereitet sich auf den Sprung an die Börse vor.

BRAIN

25.01.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Brain, Singulus, Wisekey

Brain nennt Details zum IPO, Singulus soll den Gläubigern Zugeständnisse machen und Wisekey zieht es ebenfalls an die Börse – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Brain nennt Details zum Börsengang

Das Biotechnologieunternehmen Brain hat Details zum geplanten IPO genannt und die Preisspanne eingegrenzt. Die 3,5 Millionen neuen Aktien werden zu einem Preis zwischen 9 und 12 Euro angeboten. Bis zu 525.000 weitere Aktien können im Rahmen einer Mehrzuteilung platziert werden. Diese stellt der Hauptgesellschafter MP Beteiligungs-GmbH zur Verfügung. Damit wird das Emissionsvolumen einschließlich der Mehrzuteilungsoption zwischen 36,2 und 48,3 Millionen Euro liegen. Werden alle Anteile platziert, liegt der Streubesitz nach dem Börsengang bei 24,5 Prozent. Der IPO wird von der Bank Oddo Seydler geführt. Als IPO-Berater ist Blättchen Financial Advisory mandatiert. Für den Börsengang hat Brain den erfahrenen Finanzchef Georg Kellinghusen aus dem Aufsichtsrat des Unternehmens geholt und zum CFO ernannt.

Singulus soll Anleihegläubigern mehr zurückzahlen

Der Hedgefonds Prime Capital will beim geplanten Haircut des Maschinenbauers Singulus mehr Geld für die Anleihegläubiger herausholen. Möglicherweise muss CFO Markus Ehret daher bei den Konditionen des angestrebten Debt-to-Equity-Swaps noch einmal nachbessern. Der gemeinsame Gläubigervertreter One Square Advisory unterstützt die Forderung von Prime Capital nach einer höheren Staffelung der Zinsen. Diese könnte einen zusätzlichen Zinsaufwand von rund 2,3 Millionen Euro bedeuten.

Wisekey zieht es an die Börse

Das Cybersecurity-Unternehmen Wisekey will noch im ersten Quartal den Schritt an die Schweizer Börse SIX wagen. In diesem Zuge erhält das Unternehmen eine Eigenkapitalfinanzierungsfazilität über 60 Millionen Schweizer Franken von einem Investorenkonsortium. Die entsprechende Vereinbarung soll mit der Notierung an der Börse in Kraft treten.

Der Vertrag ermöglicht es Wisekey, bis zu fünf Jahre lang neue Aktien bei den Investoren zu platzieren, zu deren Zeichnung diese verpflichtet sind. Für die Platzierung ist Acxit Capital Partners zuständig, das Beratungsunternehmen agiert außerdem als Finanz- und Kotierungsberater.

Rocket Internet gründet Private-Equity-Fonds

Rocket Internet hat einen Fonds für Wachstumsfinanzierungen gegründet. Der Rocket Internet Capital Partners Fund hat im ersten Teil seines Fundraisings 420 Millionen US-Dollar eingeworben. Rocket Internet selbst hat dazu 50 Millionen US-Dollar beigesteuert. Insgesamt soll der Fonds mit einem Zielvolumen von 500 Millionen US-Dollar neun Jahre laufen.

Hessische Landesbahn erhält Finanzierung über 160 Millionen Euro

Die Hessische Landesbahn hat eine Finanzierung für das E-Netz Südhessen-Untermain über rund 160 Millionen Euro erhalten. An der Finanzierung beteiligt haben sich die BayernLB, Crédit Agricole CIB und Helaba. Die Transaktion wurde von der Deutschen Anlagen-Leasing (DAL) über das Unternehmen DAL Structured Finance strukturiert. Die Mittel dienen einer Investition in 30 neue elektrische Nahverkehrszüge. 

Weitere Finanzierungen

Entwässerung Essen, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Essen, hat seinen ersten Schuldschein begeben. Die Emission hat ein Volumen von 30 Millionen Euro. Ursprünglich waren nur 25 Millionen Euro geplant. Nach Unternehmensangaben wurden die Tranchen zu 5, 10 und 12 Jahren jeweils am unteren Ende der Preisspanne platziert.

Das Biotechnikunternehmen Vasopharm hat von dem britischen Beteiligungsunternehmen Fort Rock Capital und den bestehenden Investoren Entrepreneurs Fund, Heidelberg Capital Private Equity, Bayern Kapital und von Hanseatic Asset Management beratenen Fonds eine Finanzierung in Höhe von 20 Millionen Euro erhalten. Fort Rock wurde bei der Due Diligence durch ein Team von Hogan Lovells unter Federführung von Michael Sinhart beraten. Für Vasopharm war die Kanzlei P+P Pöllath + Partners unter Federführung von Michael Inhester beratend tätig.

Die Cordenka Gruppe, die dem PE-Investor Chequers Capital gehört, hat ihre bestehenden Kreditlinien refinanziert. Die Fazilitäten werden von der Commerzbank, NIBC, IKB und BKB bereitgestellt. Cordenka stellt mit etwa 620 Mitarbeitern Garn für die Reifenindustrie her. Bei der Transaktion wurde das Unternehmen durch die Wirtschaftskanzlei Clifford Chance beraten. Das Team leitete Partner Thomas Weitkamp.

Das Münchener Unternehmen Xolution, das Deckel für Getränkedosen herstellt, hat im Rahmen einer Finanzierungsrunde 45 Millionen Euro eingeworben. Zu den Investoren zählen Inventure und der schon bislang größte Investor Inventages Venture Capital. Inventure wurde bei der Transaktion durch die Kanzlei P+P Pöllath + Partners beraten, die Feder führte Michael Inhester.

Das Technologie-Startup Ascribe hat eine hohe sechsstellige Fördersumme aus dem Pro-Fit-Programm der Investitionsbank Berlin (IBB) erhalten. Darin enthalten sind ein Zuschuss in Höhe von 345.170 Euro sowie ein Darlehen über 440.000 Euro. Ascribe bietet eine Technologie an, mit der das Urheberrecht von Eigentum im Internet geschützt werden kann. Vermittelt wurde das Darlehen durch Förderbar, eine Fördermittelberatung für die IT- und Digitalwirtschaft.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Fitch hat das langfristige Ausfallrating von Siemens mit A bestätigt. Das nachrangige Rating von BBB+ und das kurzfristige Ausfallrating von F1 wurden ebenfalls bestätigt. Der Ausblick für die Ratings ist stabil. Als Begründung führt Fitch unter anderem das stabile Kreditportfolio des Konzerns an, das größtenteils  auf die Diversität der Geschäftsbereiche zurückzuführen ist.

Moody’s hat die Ratings von Klöckner & Co. zurückgezogen. Betroffen sind das Unternehmensrating der Note B1, das Ausfallwahrscheinlichkeitsrating von B1-PD und die negative Beurteilung des Ausblicks. Klöckner hatte die externen Ratings von Moody’s und Standard & Poor’s gekündigt, nachdem das Unternehmen seine 2010 begebene Wandelanleihe vorzeitig zurückgezahlt hatte. Damit steht kein börsennotiertes Fremdkapitalinstrument mehr aus, wie das Unternehmen mitteilte.

Fitch hat das langfristige Ausfallrating des Energiekonzerns Vattenfall um einen Punkt von A- auf BBB+ gesenkt. Der Ausblick ist stabil. Die im vergangenen Jahr emittierten Hybridanleihen wurden mit BBB- bewertet. Die Änderung der Bonitätseinstufung beruht laut Fitch unter anderem darauf, dass Vattenfalls Cashflows im Zuge der in den nächsten Jahren sinkenden Energiepreise unter Druck geraten werden.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.