Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski

23.10.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Bahn, BMW, Befasa

Die Deutsche Bahn emittiert eine Anleihe über 300 Millionen Schweizer Franken, BMW hat einen Dim-Sum-Bond begeben und Befesa nennt Details zum Börsengang – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Bahn begibt neuen Bond

Die Deutsche Bahn hat über ihre Konzernfinanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance einen Bond über 300 Millionen Schweizer Franken ausgegeben. Die Laufzeit beträgt 13 Jahre, der Zinskupon liegt bei 0,45 Prozent. Die Deutsche Bahn platzierte die Anleihe zu einem Kurs von 100,316 Prozent, was einer Rendite von 0,425 Prozent entspricht. Der Anleiheerlös wurde in Euro geswappt. Mit dem Erlös will das Unternehmen seine finanzielle Flexibilität stärken. Commerzbank und Credit Suisse begleiteten die Transaktion. 

BMW platziert Dim-Sum-Bond

BMW hat über seine niederländische Tochtergesellschaft BMW Finance einen Dim-Sum-Bond platziert. Der Autokonzern hat 1 Milliarde Renminbi (rund 152 Millionen Dollar) eingesammelt. Der Bond läuft bis Oktober 2020 und wird mit 4,25 Prozent verzinst. Credit Agricole war der Sole Arranger und Manager der Transaktion. Es ist laut einem Bericht von Reuters die erste Transaktion eines multinationalen Unternehmens im Offshore-Renminbi-Sektor in mehr als zwei Jahren.

Befesa gibt weitere Details zum IPO bekannt

Befesa, ein Portfoliounternehmen des PE-Investors Triton, hat die Preisspanne für den geplanten Börsengang festgelegt. Diese liegt bei 28 bis 38 Euro je Aktie. Befesa selbst fließt bei dem geplanten Börsengang kein Geld zu. Insgesamt sollen 14,31 Millionen Aktien aus dem Besitz von Triton ausgegeben und im Zuge eines öffentlichen Angebots platziert werden. Darüber hinaus ist eine Mehrzuteilungsoption über bis zu 15 Prozent des abzugebenden Aktienvolumens möglich.

Daraus ergibt sich ein Gesamtemissionsvolumen zwischen 461 Millionen Euro und 625 Millionen Euro. Der Streubesitz soll bei um die 48 Prozent liegen. Citigroup, Goldman Sachs und J.P. Morgan sind die Joint Global Coordinators und gemeinsam mit Berenberg, Commerzbank, Santander und Stifel die Joint Bookrunners der Transaktion.

Varta geht erfolgreich an die Börse

Der Batteriehersteller Varta hat den Sprung an die Börse geschafft. Das Unternehmen hatte zuvor den Angebotszeitraum aufgrund starker Investorennachfrage vorzeitig am 18. Oktober beendet sowie den Angebotspreis je Aktie bei 17,50 Euro und damit am oberen Ende der Preisspanne festgesetzt. Sämtliche 13,34 Millionen Aktien konnten platziert werden. Zwischenzeitlich lag die Marktkapitalisierung bei 935,9 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen IPO-Versuch abgeblasen.

Volkswagen Financial Services platziert Auto-ABS

Volkswagen Financial Services hat die Auto-Asset-Backed-Securities-Transaktion VCL 25 platziert. Die Verbriefung der Leasingverträge der Volkswagen Leasing hat ein Gesamtvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro und teilt sich in zwei Tranchen auf. Tranche A umfasst 1,5 Milliarden Euro und wurde zu einem Preis von 1-Monats-Euribor plus 14 Basispunkte platziert. Nach eigenen Angaben war sie 1,5-fach überzeichnet. Tranche B besitzt ein Volumen von 34,5 Millionen Euro und kam zu plus 42 Basispunkten. Nach Angaben von VW Financial Services war die Tranche dreifach überzeichnet. Unicredit und ING Bank begleiteten die Transaktion.

Weitere Finanzierungen

Die Technologiefirma GK Software hat eine Wandelanleihe über 15 Millionen Euro emittiert. Sie besitzt eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 3 Prozent verzinst. Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei 155 Euro. Dies entspricht einer Wandlungsprämie von rund 21,48 Prozent über dem Referenzkurs. Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde ausgeschlossen. Nach eigenen Angaben war das Angebot dreifach überzeichnet. Mit dem Geld will GK Software unter anderem das Wachstum stärken sowie die Akquisition von Prudsys, ein Spezialisten für Echtzeit-Personalisierung im Omnichannel-Handel, finanzieren. Die ICF Bank agierte als Sole Lead Manager der Transaktion.

Der Möbelzulieferer Surteco hat einen Schuldschein über 200 Millionen Euro begeben, wobei CFO Andreas Riedl zunächst ein Zielvolumen von 100 Millionen Euro angepeilt hatte. Der Schuldschein teilt sich in Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren auf, die überwiegend fest verzinst sind. Mit dem Erlös will Surteco den Erwerb des portugiesischen Wettbewerbers Probos sowie einen Teil einer 2007 begebenen US-Privatplatzierung über 150 Millionen Euro refinanzieren. Bayern LB und Deutsche Bank begleiteten die Transaktion.

Der Batteriehersteller Voltabox hat im Zuge seines IPOs auch sämtliche 825.000 Mehrzuteilungsoptionen, sogenannte Greenshoe-Optionen, zu einem Preis von 24 Euro platziert.

Die Deutsche Bank treibt offenbar den Teilbörsengang ihrer Vermögensverwaltungssparte Deutsche Asset and Wealth Management weiter voran. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, sei die Deutsche Bank auf der Suche nach Banken, die das Beratungsmandat übernehmen wollen. Dem Bericht zufolge werde der IPO in der ersten Jahreshälfte 2018 erwartet. Die Unternehmenssparte werde mit rund acht Milliarden Euro bewertete, heißt es weiter.

Der Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group denkt offenbar darüber nach, einige Töchter an die Börse zu bringen. Dies erklärte Konzernchef Alexander Birken in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“. Darüber hinaus wolle man vermehrt auf externe Investoren setzen, um das Wachstum einzelner Töchter voranzutreiben, heißt es in dem Bericht. Gleichzeitig nehme die Otto Group aber auch eigene Unternehmensbeteiligungen ins Auge, erklärte Birken.

Das Getränkeunternehmen Berentzen hat seine 50 Millionen Euro schwere Mittelstandsanleihe sowie die letzte Zinszahlung zurückgezahlt. Bereits Ende 2016 hatte das Unternehmen einen Teil der Anleihe durch einen Konsortialkredit über 25,5 Millionen Euro refinanziert.Die andere Hälfte der Bonds wurde aus Eigenmitteln getilgt. Berentzen hatte den Bond im Oktober 2012 begeben. Dieser wurde mit 6,5 Prozent verzinst und besaß eine Laufzeit von fünf Jahren.

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hat ihre angekündigte Kapitalerhöhung abgeschlossen. Der Bruttoemissionserlös lag bei 352 Millionen Euro, dabei haben 96,5 Prozent der Aktionäre ihr Bezugsrecht ausgeübt.

Das Telekommunikationsunternehmen Freenet hat eine seit März 2016 bestehende Brückenfinanzierung durch ein syndiziertes, fünfjähriges Bankdarlehen refinanziert. Ein Bankenkonsortium aus Bayerischer Landesbank, Commerzbank, Landesbank Baden-Württemberg und Unicredit stellte den 710-Millionen-Euro-Kredit zur Verfügung. Die Brückenfinanzierung wäre im März 2019 fällig gewesen.

Die Beteiligungsgesellschaft EMH Partners investiert rund 50 Millionen Euro in Native Instruments, einen Berliner Hersteller von Software und Hardware für die digitale Musikproduktion. Darüber hinaus haben auch die Gründer des Unternehmens eine Investition über einen mittleren einstelligen Millionen-Betrag getätigt. Mit dem Geld beabsichtigen die Berliner, ihr Wachstum voranzutreiben und ihre Marktposition im Kundensegment der Hobbyanwender zu festigen.

Der private Klinikbetreiber Rhön-Klinikum hat von einem Bankenkonsortium eine revolvierende Betriebsmittelfinanzierung über 100 Millionen Euro erhalten. Zu den geldgebenden Banken gehörten Unicredit, DZ Bank, Bayerische Landesbank, Commerzbank, Helaba und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank. Die Wirtschaftskanzlei Gütt Olk Feldhaus hat Rhön-Klinikum bei der Transaktion beraten.

Der Schweizer Brezelkonzern Valora plant eine Bezugsrechtskapitalerhöhung über 160 Millionen Schweizer Franken. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung müssen die Aktionäre dieser Transaktion allerdings noch zustimmen. Mit dem Geld wollen die Schweizer unter anderem die Übernahme der Bäckereikette Backwerk refinanzieren.

EPG, ein Spezialist für chemische Nanotechnologie, hat durch seine Bezugsrechtskapitalerhöhung 2,1 Millionen Euro eingenommen. Den Erlös will das Griesheimer Unternehmen unter anderem für Kapazitätserweiterungen nutzen.

Das Biotechnologieunternehmen Bio-Gate hat eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte abgeschlossen. 544.315 neue Aktien platzierte das Unternehmen im Rahmen einer Privatplatzierung zu einem Ausgabepreis von 2,85 Euro je Aktie. Zwei Fonds der französischen Investmentgesellschaft Alto Invest zeichneten die Aktien. Das Geld soll für das Unternehmenswachstum genutzt werden.

Codon, ein Spezialist der Zellzüchtung zur gelenkerhaltenden Behandlung von Gelenkknorpeldefekten, hat seine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Rund 15,5 Millionen Euro nahm das Unternehmen mit der Ausgabe von rund 1,77 Millionen neuen Aktien ein. Der Ausgabepreis lag bei 8,75 Euro je Aktie. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen. Den Emissionserlös will Codon zur Wachstumsfinanzierung und Kapazitätserweiterung nutzen.

Die Beteiligungsgesellschaft Mic plant, Darlehensforderungen gegen die Tochterunternehmen 4-Industries, Micdata und Smarteag in Höhe von insgesamt rund 11,4 Millionen Euro in Eigenkapital der jeweiligen Gesellschaft zu wandeln. Dies soll im Zuge mehrerer Sachkapitalerhöhungen geschehen, wobei der Ausgabepreis der neuen Aktien mindestens 1 Euro betragen soll. Die Aktionäre der jeweiligen Gesellschaften müssen dem Vorhaben noch zustimmen.

Die Gebäudetechnikgruppe Poenina beabsichtigt offenbar an die Schweizer Börse zu gehen, wie die Schweizer Finanznachrichtenagentur Awp berichtet. Demnach sollen insgesamt 850.000 Aktien ausgegeben werden. Davon sollen dem Bericht zufolge 500.000 Aktien neu geschaffen werden, während die restlichen 350.00 Aktien aus dem Besitz von Poenina-Chef Bregy kommen sollen. Nach Informationen der Awp plant das Unternehmen den Erlös aus dem IPO für weitere Übernahmen zu nutzen. Ein genauer Termin für den Börsengang sei bisher nicht bekannt, heißt es weiter. Die Zürcher Kantonalbank werde dem Bericht zufolge die Transaktion begleiten.

Die französische Autovermietung Europcar Group hat über Europcar Drive D.A.C. eine Anleihe über 600 Millionen Euro begeben. Die Senior Notes laufen bis 2024 und sind mit 4.125 Prozent verzinst. Darüber hinaus die Europcar Group über EC Finance Senior Secured Notes in Höhe von 350 Millionen Euro emittiert. Dieser Bond besitzt eine Laufzeit bis 2022 und einen Zinskupon von 2,375 Prozent. Den Erlös will das Unternehmen unter anderem für die Finanzierung der Übernahme des Konkurrenten Goldcar nutzen.

Ratingmeldungen

Moody’s bestätigt das langfristige Emittentenrating der österreichischen Bank Bawag bei A2. Gleichzeitig verschlechtert die Ratingagentur den Ausblick von positiv auf stabil. Moody’s verwies in der Begründung unter anderem auf die Expansion der Bank in Deutschland durch die Übernahme der Südwestbank sowie die für nach dem geplanten Börsengang angekündigte Dividendenpolitik der Bank.

Creditreform verschlechtert das Rating der Karlsberg Brauerei von BB auf BB-. Der Ausblick ist stabil. Die Agentur sieht den Umsatz- und Ergebnisrückgang kritisch, der durch den derzeit laufenden Transformationsprozess entsteht. Die Brauerei strukturiert derzeit ihr Geschäft um.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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